Stadtwerke

Dinslakener Know-how für China

Die Dinslakener Delegation traf sich auch mit dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Industrie- und Handelskammer der Provinz Yangzhou sowie dem Kooperationspartner der Stadtwerke Dinslaken,  Jun Hou. (v. l. n.r neben Bürgermeister Dr. Michael Heidinger).      

Die Dinslakener Delegation traf sich auch mit dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Industrie- und Handelskammer der Provinz Yangzhou sowie dem Kooperationspartner der Stadtwerke Dinslaken, Jun Hou. (v. l. n.r neben Bürgermeister Dr. Michael Heidinger).      

Foto: Stadtwerke Dinslaken

Dinslaken.   Delegation hat eine Absichtserklärung mitgebracht. Wenn die Ziele erreicht werden, könnte es Mehreinnahmen von bis zu 500 000 Euro geben.

Wenn alles klappt, wird Dinslakener Fernwärme-Know-how in China eingesetzt. Von einem 14-tägigen Aufenthalt in der Region Nanjing ist eine entsprechende Absichtserklärung mitgebracht worden.

Gestern berichteten Stadtwerke-Geschäftsführer Josef Kremer und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger als Vorsitzender des Aufsichtsrates über die Reise. Sollten die in der Absichtserklärung vereinbarten Ziele erreicht werden, können sich daraus, wie Kremer sagte, für die Stadtwerke Mehreinnahmen von bis zu 500 000 Euro pro Jahr ergeben.

Umdenken bei der chinesischen Regierung

Rund 80 Millionen Menschen leben in der Region rund um die Stadt Nanjing. Und sie haben Probleme, weil in der Vergangenheit vieles für die wirtschaftliche Entwicklung getan wurde, aber nichts für den Umweltschutz. „Sie wollen endlich mal wieder blauen Himmel sehen“, gibt Kremer die Einstellung der Menschen wieder. Auch die chinesische Regierung, so Heidinger, habe den Umweltschutz zur Leitlinie ihrer Politik gemacht.

Bislang wurde das gefördert, was Devisen einbringt. Welche Auswirkungen das auf die Umwelt hatte, spielte keine Rolle. Weil es ein Umdenken gibt, ist das Know-how der Stadtwerke Dinslaken gefragt, die über eine Jahrzehnte lange Erfahrung sowohl in den Bereichen Netze und Transport wie auch in der Erzeugung und Nutzung von Wärmequellen mit ökologischer Verantwortung verfügt.

Versorgung eines neuen Stadtviertels

Konkret geht es um die Versorgung eines neuen Stadtviertels. Von einem drei Kilometer entfernten Kraftwerk, das mit Gas betrieben wird, soll das Viertel mit über ein Fernwärmenetz versorgt werden.

Die Stadtwerke sind als Partner gefragt, weil sich die Mitarbeiter mit der Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen auskennen, auch weil sie verstehen, Kälte zu produzieren, was in der chinesischen Region gerade im Sommer notwendig ist. Die chinesischen Partner gehen davon aus, dass das neue Stadtviertel in zwei Jahren stehen wird, dann sollen Einnahmen nach Dinslaken fließen.

Punkte werden auf ihre Machbarkeit geprüft

Für Kremer sei aber 2020 realistisch. Und erst in diesem Sommer wisse man, ob das Projekt realisierbar sei. Kremer betonte, dass er nichts eingehen werde, was risikobehaftet sei. „Wir möchten Geld verdienen, die Stadtwerke haben das Know-how, der Partner hat das Geld.“

Nun gelte es, die einzelnen Punkte der Absichtserklärung auf ihre Machbarkeit zu prüfen und Schritt für Schritt umzusetzen, sagte Kremer. Über den Inhalt der Vereinbarung im Detail wurde von beiden Partnern zu diesem frühen Zeitpunkt der Geschäftsbeziehung Stillschweigen vereinbart.

Vorhandene Kontakte wurden vertieft

Kontakte zu chinesischen Unternehmern in Deutschland bestehen schon länger, Vertreter der Stadtwerke waren im vergangenen Oktober zur Eröffnung der Düsseldorfer Dependance der Handelskammer Nanjing eingeladen, die dort geknüpften Kontakte seien nun vertieft worden.

Die Lokalpolitiker, die bei der Reise nach China dabei waren, haben auch schon Ideen, was mit den Mehreinnahmen gemacht werden soll: Die Bürger sollen etwas von dem Geschäft haben, wie Jürgen Buchmann (SPD) gestern sagte.

Änderungen bei den Parkgebühren

So könnten sie durch Änderungen bei den Parkgebühren davon profitieren: Autofahrer sollen per Brötchentaste wieder mehr Zeit erhalten und die Parkgebühren insgesamt heruntergeschraubt werden. Und das Geld soll auch dafür eingesetzt werden, die Attraktivität der Radwege zu erhöhen.

Einschränkend hieß es dazu, dass darüber in den Fraktionen noch nicht gesprochen worden sei. Zur Delegation gehörten auch die Ratsmitglieder Birgit Emmerich und Heinz Wansing sowie der Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Volker Kobelt.

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