FRÜHJAHRSPUTZ

Dinslakener räumen ihre Stadt auf: Groß und Klein packte an

Bürgermeister Michael Heidinger (links außen) unterstützte tatkräftig die Aufräumaktion der Feldmärker Vereine am Volkspark. 

Foto: Heiko Kempken

Bürgermeister Michael Heidinger (links außen) unterstützte tatkräftig die Aufräumaktion der Feldmärker Vereine am Volkspark.  Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Bei der Aktion „Picobello“ zogen viele Menschen los, um die Stadt sauberer zu machen. Und stießen auch auf eine illegale Müllkippe im Volkspark.

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Morgens, 10.30 Uhr in Dinslaken. Während einige Menschen an einem Samstag noch gemütlich am Frühstückstisch sitzen, stehen am

Volkspark in Dinslaken schon zwei Dutzend ehrenamtliche Helfer mit Handschuhen, Zangen, Rechen und Mülltüten bereit. Die Interessengemeinschaft Dinslaken-Feldmärker-Vereine lädt hier seit gut 20 Jahren zur jährlichen Müllsammelaktion ein. „Ich denke, wir sind einer der Vorreiter für diese Aufräumaktionen in Dinslaken“, sagt Carl Schiedeck, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft. „Wenn man bedenkt, wie viele mitgliederstarke Vereine wir hier haben, könnten wir hier aber auch noch mehr ehrenamtliche Helfer haben“, sagt er weiter.

Auch der Bürgermeister sammelte mit

Doch die rund 20 Helfer, die sich eingefunden haben, von Kindern bis zu Senioren, geht motiviert ans Werk. In Gruppen teilen sie sich auf und

fangen an, Müll einzusammeln. Mit dabei ist an diesem Morgen auch Dinslakens Bürgermeister Michael Heidinger. Er angelt mit einer Zange ein fast noch intaktes Weinglas aus einem Gebüsch. „Es ist unglaublich, was die Menschen alles wegwerfen“, sagt er. Ihn freut es besonders, dass sich dieses Mal auch viele Kinder an der Aufräumaktion beteiligen. „Man kann nur hoffen, dass sie daraus etwas für die Zukunft lernen und selbst nicht einfach Müll wegwerfen“, erklärt der erste Bürger der Stadt.

„Man kann die Kinder nicht früh genug an so etwas heranführen“

„Papa! Ich habe ein Feuerzeug gefunden!“, ruft die vierjährige Miriam ihrem Vater André Girod zu. Gemeinsam mit Großmutter Erika Girod sind die beiden zur Sammelaktion gekommen. „Man kann die Kinder nicht früh genug an so etwas heranführen“, sagt André Girod. Als Mitglied von Schützenverein und Kaninchenzuchtverein ist der 52-jährige schon seit mehreren Jahren bei der Sammelaktion aktiv. „Man findet hier eigentlich alles, außer Geld“, kommentiert Erika Girod die sich schnell füllende Mülltüte, die das Trio dabei hat. Feuerzeuge, Flaschen, Kronkorken und eine leergeräumte Geldbörse wandern in die Tüte.

An einem der Wege im kleinen Waldgebiet ganz in der Nähe des Vereinsheims der Kaninchenzüchter wuchten mehrere der Helfer ganze Berge von gefüllten Papiertüten aus dem Gebüsch. In ihnen finden sie massenhaft geschredderte Dosen und Plastikflaschen. „Das ist ja schon fast eine Müllkippe hier“, kommentiert Siegfried Christophel, der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft diesen Fund. „Das ist wirklich eine Schweinerei. Dafür braucht man schon kriminelle Energie“, sagt Carl Schiedeck. Einer der Helfer schlägt vor, Strafanzeige gegen unbekannt zu stellen.

Hiesfelder waren fast im ganzen Ortsteil unterwegs

Mit etwas weniger Helfern startete die Aufräumaktion am Freibad Hiesfeld.

„Eigentlich wollten wir erst um 13 Uhr loslegen, haben dann aber schon um 10 Uhr angefangen“, erklärt Thomas Giezek, der Vorsitzende des Vereins Freibad Hiesfeld. Gemeinsam mit drei Helfern harkt er schon mal durch die Beete rund um den Eingang des Bades. „Der richtige Müll liegt meistens unter dem Laub“, erklärt er. Und Tatsache: Unter den Blättern kommen ein Fahrradsattel, ein Aschenbecher und diverse kleine Glasflaschen zum Vorschein.

Drei Bäume aus dem Mühlenteich gefischt

Dabei erstreckt sich die Aktion in Hiesfeld längst nicht nur auf die Plätze rund um das Freibad. „Einige unserer Helfer sind schon im ganzen Ortsteil unterwegs“, erklärt Giezek. Eine Helferin hat sich für ihren Spaziergang mit Hund um den Rotbachsee direkt eine Zange mitgenommen, um dort schon Müll einzusammeln. Andere wollten schon auf dem Weg zum Freibad damit beginnen, den Unrat aufzupicken – teilweise bis hin zum Nachbarortsteil Oberlohberg. „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende deutlich mehr als 20 ehrenamtliche Helfer hier vor Ort sein werden. Dann geht es richtig los mit der Aufräumaktion“, sagt Thomas Giezek.

Am Ende waren dann am Nachmittag sogar mehr als 30 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Und die hatten genug zu tun. Denn nicht nur die Plätze und Beete rund ums Freibad reinigten sie mit Zangen und Harken, sondern fischten auch noch drei Bäume aus dem Mühlenteich am Freibad.

>> HINTERGRUND

Schon vor Jahren startete die Stadt die Kampagne Picobello für mehr Hygiene im Stadtbild.

Diesmal haben sich 47 Gruppen mit 1600 Menschen angemeldet - 400 mehr als beim letzten Mal.

Bis zum 21. April wird an verschiedenen Stellen noch gesammelt. Dann lädt die Stadt ab 11 Uhr zur Abschlussveranstaltung auf dem Neutorplatz ein.

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