Natur

Regisseur aus Dinslaken setzt sich für die Wölfin ein

Wölfe gab es lange Zeit nur in Gefangenschaft wie hier im Freigehege im Tierpark Wisentgehege. Nun kehren sie in die Natur zurück.

Wölfe gab es lange Zeit nur in Gefangenschaft wie hier im Freigehege im Tierpark Wisentgehege. Nun kehren sie in die Natur zurück.

Foto: Holger Hollemann

Dinslaken.  Der Regisseur und Autor Adnan Köse warnt vor Panikmache. Prävention soll das Nebeneinander von Nutztierhaltung und Natur ermöglichen.

„Wir sollten froh sein, wenn die Natur zurückkehrt“, sagt Adnan Köse und diesem Satz des Regisseurs und Autoren wird pauschal auch kaum jemand widersprechen. Im konkreten Fall sieht das allerdings anders aus.

Seit eine Wölfin in den letzten Wochen nachweislich Schafe und vermutlich auch Damwild in einem eingezäunten Bereich gerissen hat, wurden Rufe laut, das unter Artenschutz stehende Tier als „Problemwolf“ zum Abschuss frei zu geben.

„Die Wölfin ist keineswegs ein Problem“

Ein völlig falscher Schluss, findet Adnan Köse. Und wendet sich deshalb an die Öffentlichkeit. Sein Anliegen: Er möchte den Menschen hier in der Region, in der der Wolf vor 200 Jahren ausgerottet worden ist, verdeutlichen, dass die Wölfin keineswegs ein Problem ist, sondern das Gegenteil: Ein sichtbares Indiz für ein intaktes, im Balance gehaltenes Ökosystem, in dem Wölfe als natürliche „Gesundheitspolizisten“ im Wald ihre Aufgabe haben.

Wenn Adnan Köse vom Wolf spricht, kommt er ins Schwärmen. Man merkt ihm an, dass der Hundefreund die „majestätischen“, aber zugleich menschenscheuen Tiere liebt. Auf der anderen Seite zeigt er ganz klar Verständnis für die Nutztierhalter.

Dem Regisseur geht es um Koexistenz

„Ich möchte unbedingt, dass für Prävention gesorgt wird. Und die Politik muss das unterstützen.“ Köse geht es um Koexistenz. Es müsse doch möglich sein, Voraussetzungen zu schaffen, dass sowohl Nutztiere wie die Artenvielfalt der Natur, zu der der Wolf gehört, gleichermaßen geschützt werden. Nun gleich sofort wieder nur zugunsten rein menschlicher Interessen zu handeln, sei falsch.

Also weg vom Schwarzweißdenken. „Jeder trägt gesellschaftliche Verantwortung, jeder sollte sich fragen: Was kann ich besser machen“, erklärt der Regisseur sein Engagement, das dem Tierschutz ebenso gilt wie einem wachen Bewusstsein für gesellschaftliche Phänomene.

Aufklärung ist notwendig

Die Angst vor einem Tier, das seit seiner Rückkehr 2000 in Deutschland keine Menschen angegriffen habe, sei geschürt wie so viele Ängste in dieser Zeit. Aufklärung tue Not. Und dann das Gespräch, wie man sich der neuen Situation stelle, um eine für alle Seiten positive Lösung zu finden. Adnan Köse verweist dabei auf eine 2017veröffentlichte Broschüre des WWF.

Erste Mitstreiter für den Wolf hat Köse bereits gefunden. „Wir wollen doch zur Natur zurück“, sagt Lilo Wallerich, Fraktionsversitzende der Grünen. „Wir haben den Wildtieren den Raum weggenommen. Jetzt müssen wir lernen, umzudenken. Sie freue sich über den Wolf. Und: „So ein Tier abzuknallen, finde ich schändlich.“

Der Wolf-Report des WWF Deutschland

  • Der WWF Deutschland hat auf seiner Internetseite einen Leitfaden zum genannten Thema veröffentlicht. In „Leben mit dem Wolf“ beantworten Wildbiologen, darunter der Wolfsexperte Peter Sürth, Fragen aus der Landwirtschaft, Jagd und Tourismus.

  • Die Broschüre kann digital unter www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Wolf-Report.pdf heruntergeladen werden.

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