„Fridays for Future“

Dinslakener Schüler demonstrieren für ein besseres Klima

Wie in vielen anderen Städten demonstrieren nun auch in Dinslaken Schüler für den Klimaschutz.

Wie in vielen anderen Städten demonstrieren nun auch in Dinslaken Schüler für den Klimaschutz.

Dinslaken/Hünxe.   Klima-Demo „Fridays for Future“ findet erstmals in Dinslaken statt. Organisatoren erwarten bis zu 450 Menschen. Schüler teilweise freigestellt.

Die Klimastreik-Welle hat nun auch Dinslaken erreicht. Am Freitag findet, wie berichtet, die erste Schüler-Demonstration zum Thema „Fridays for Future“ in der Innenstadt statt. Organisiert haben sie 17 Schüler gemeinsam – die meisten von ihnen besuchen die Oberstufe des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG).

Los geht es, anders als gestern berichtet, um 12 Uhr auf dem Neutor-Platz. Die Demonstranten ziehen dann von dort aus durch die City – über Neustraße, Duisburger Straße, den Altmarkt und bis zum Rathaus. Dort soll die Demo gegen 14.30 Uhr ausklingen. Laut Kreispolizeisprecher Björn Haubrok erwarten die Veranstalter bis zu 450 Teilnehmer.

„Schulschwänzen“ kann Konsequenzen haben

Eine Demonstration von Schülern. An einem Freitag, einem Schultag also. Um 12 Uhr, während der Schulzeit. Laut NRW-Schulministerium können „Schulschwänzern“ Konsequenzen drohen: Die Behörde hat darauf seit Auftreten der Protestaktionen wiederholt verwiesen. Die Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ) hält sich daran und auch an der Gesamtschule Hünxe werden Schüler für die Demo nicht beurlaubt.

Wie Schulleiter Klaus Ginter der NRZ erklärt, hätten seine Schüler dennoch die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun und für den Klimaschutz zu demonstrieren, da um 15.30 Uhr ebenfalls eine Demo stattfinde, in Wesel. „Und ob unsere Schüler nun zwölf Kilometer in die eine Richtung fahren oder in die andere, das ist ja das gleiche“, sagt Ginter.

Gymnasien, EBGS und Waldorfschule sehen es anders

Anders verhalten sich die drei Dinslakener Gymnasien, die Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) und die Freie Waldorfschule. Am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) findet der Unterricht laut Schulleiterin Astrid Weidler zwar nach Plan statt, werde ein Schüler aber von seinen Eltern entschuldigt, gelte das.

Weidler befürwortet, dass sich die Schüler derzeit vermehrt mit dem Thema auseinander setzen. „Ich wünsche mir natürlich ein demokratisches Engagement in unserer Schülerschaft“, sagt die Schulleiterin. „Insofern freue ich mich auch über jeden der demonstriert, weil er ja für unser aller Zukunft auf die Straße geht.“ Dennoch müsse sie als Schulleiterin natürlich abwägen, was rechtlich auch erlaubt sei.

Freistellung am THG ist „eine einmalige Sache“

Diesen „Spagat“ sieht auch Thomas Nett, Schulleiter am Theodor-Heuss-Gymnasium. Aber Vorgabe des Landes an Schulen sei eben auch, Demokratie-Erziehung zu leisten. „Wir haben uns auch deshalb dazu entschieden, alle Schüler für den Tag freizustellen“, sagt er. Die Oberstufe hat so am Freitag nur bis zur vierten Stunde Unterricht, die Unterstufe bis zur fünften. „Ich halte das für eine verträgliche Maßnahme“, sagt Nett und betont, dass die Freistellung „eine einmalige Sache“ sein werde. Die Schüler seien zudem aufgefordert, sich mit dem Gedanken dahinter auseinander zu setzen. Manche Klassen oder Kurse würden die Demo gemeinsam mit ihren Lehrern besuchen und im Unterricht nachbereiten.

Ähnlich sieht es auch Ulrich Wangerin, Leiter der Ernst-Barlach-Gesamtschule. Es habe einzelne Nachfragen aus der 10. Klasse gegeben, denen er „grundsätzlich zugestimmt“ habe, da das Engagement „sehr unterstützenswert“ sei. Den Besuch der Demo werte er deshalb als „ungewöhnlichen Unterricht mit wertvollem Ziel“. Dennoch ist auch für Wangerin klar: „So ein Demo-Besuch während der Schulzeit bleibt eine einmalige Sache.“

Klassen gehen zusammen zur Demo – mit ihrem Lehrer

Aus der Freien Waldorfschule werden laut Lehrer Markus Sträßner, der auch Mitglied der Schulleitung ist, ebenfalls Klassen gemeinsam mit ihren Lehrern an der Demo teilnehmen. „Wie sollen die Schüler denn mündig werden, wenn sie an solchen Veranstaltungen nicht teilnehmen dürfen?“

Wenn Schüler des GHZ-Gymnasiums schriftlich darlegen, dass es „wichtige persönliche Gründe“ zur Teilnahme an der Demo gebe, würde Schulleiter Bernd Saalfeld das akzeptieren, sagt er. Auch, wenn einzelne Kurse einen „Tagesausflug“ zu der Demo machen. Bis Donnerstag hatte sich aber noch kein Kurs dafür angemeldet.

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