Schule

Dinslakener Schüler helfen in Afrika

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So sehen die Straßen in Gambia aus, sagen die OHG-Schüler und schickten dieses Foto.

So sehen die Straßen in Gambia aus, sagen die OHG-Schüler und schickten dieses Foto.

Foto: Privat

Dinslaken/Brikama.   Melvin Wandrey und Marius Kusch sind seit dem 22. Oktober in dem kleinen westafrikanischen Staat Gambia unterwegs.

Melvin Wandrey (17) und Marius Kusch (16) sind seit dem 22. Oktober und noch bis zum 10. November gemeinsam mit ihren beiden Lehrern Nina Hebisch und Sebastian Steinzen in dem kleinen westafrikanischen Staat Gambia unterwegs, um dort das „Kinderdorf Bottrop“ in der Provinzhauptstadt Brikama zu unterstützen (die NRZ berichtete).

Hier berichten die beiden Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) für die Dauer des Aufenthaltes von ihren Erfahrungen. Sie wollen in den nächsten Wochen die Arbeit im „Kinderdorf Bottrop“ vor Ort unterstützen sowie Land und Leute kennenlernen.

„Ankunft in Gambia. Als wir aus dem Flugzeug steigen, spüren wir die Hitze. Schon am Flughafen tauchen erste Bettler auf, einige sind verkrüppelt und hoffen auf Kleingeld. Wir, ‘die reichen Europäer’, schauen beschämt weg: Obwohl der Instinkt zu helfen da ist, überfordert diese Situation uns nach der Ankunft erstmal.

Auf der Fahrt ins Kinderdorf trifft uns die Realität des Landes. Wir fahren eine Straße entlang. Wellblechhütten, Baracken, verrostete Autos, überall Müll. Die Abgase der Autos nehmen uns den Atem. Ziegen, Hühner und Esel laufen umher, als würden sie niemandem gehören.

Dann sind da Menschen, die versuchen etwas zu verkaufen. Wir gewinnen den Eindruck, als würden sie versuchen, aus Schrott irgendetwas zu bauen. Irgendjemand schweißt. Alte Sofas und kaputte Röhrenfernseher stehen an der Straße.

Für uns wirkt das alles eher wie ein Überleben, als ein Leben. Und wir können schon jetzt an Tag eins nachvollziehen, warum sich so Viele auf den Weg machen, nur mit der Hoffnung auf ein besseres Leben im vermeintlich gelobten Europa.

Die Ankunft im „Kinderdorf Bottrop“. Einige Kindergartenkinder sind noch da. Fasziniert beobachten sie uns, die ‘Fremden’. Sofort laufen sie auf unsere Lehrerin zu: Ihre weiße Haut und die blonden Haare wollen sofort erforscht und angefasst werden. Hier sind wir die, die anders sind.

Abends fahren wir ins Touristenviertel. Wieder führt unser Weg vorbei an unzähligen Hütten und kleinen Märkten. Je näher wir den Hotels kommen, desto mehr haben wir das Gefühl, als sei hier alles in Ordnung.

An der Küste springen wir in den warmen Atlantik und vergessen für einen kurzen Moment die schwierigen Eindrücke. Das Abendessen nehmen wir in einem Restaurant zu uns. Die Stimmung ist gut. Dann fällt der Strom aus und wir erinnern uns wieder daran, wo wir sind: In einem der ärmsten Ländern der Welt.“

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