Wasserrettung

DLRG Dinslaken-Voerde eröffnet Saison mit neuem Rettungsboot

Eine Fahrt mit dem neuen Rettungsboot „Rheinadler“ unternahmen die DLRG-Kräfte Frederik Friese (Steuer) und Vincent Schmette.

Eine Fahrt mit dem neuen Rettungsboot „Rheinadler“ unternahmen die DLRG-Kräfte Frederik Friese (Steuer) und Vincent Schmette.

Foto: Gerd Hermann

Dinslaken/Voerde.   Die DLRG Dinslaken-Voerde hat nun ein Rettungsboot mit Wärmebildkamera – das bei Saisoneröffnung an der Wachstation Möllen die große Aktion war.

Gleich drei Dinge gab es am Samstag zu feiern: Der DLRG-Ortsverband begeht in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen, die Wachsaison wurde eingeläutet und ein neues Boot in den Dienst gestellt. Stellvertretend für ganz Nordrhein-Westfahlen wurde an der Rheinrettungsstation Voerde-Möllen die Saison eröffnet. Dementsprechend groß war auch der Andrang.

Viele Sponsoren, Unterstützer und Interessierte fanden den Weg an den Rhein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das neue Rettungsboot, welches auf den Namen „Rheinadler“ getauft worden war und den Gästen präsentiert wurde.

Ein eigens entwickeltes Unikat

Die Idee für ein neues Boot entstand 2016. „Wir haben unsere Anforderungen zusammengetragen und dann eine Firma gesucht, die diese realisieren kann“, erzählte Wolfgang Kuhn, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe.

Eine niederländische Werft konnte das Boot dann 2019 fertigstellen. „Es ist ein Unikat und wurde eigens für uns entwickelt“, so Kuhn weiter. Auf der diesjährigen „boot“-Messe wurde das Boot erstmals der Allgemeinheit vorgestellt.

Eine große Neuerung im Vergleich zu den anderen DLRG-Booten ist die fest installierte Wärmebildkamera. Mit Hilfe dieser ist es deutlich einfacher nach Personen am Uferrand zu suchen.

Hindernisse sind einfacher zu sehen

Aber auch ein zweites Problem wird dadurch gelöst, erzählte Michael Mende, stellvertretender Vorsitzender der DLRG Dinslaken: „Die Wärmebildkamera erleichtert es uns, bei vollkommener Dunkelheit zu manövrieren.

Es ist einfacher, Hindernisse zu sehen als mit einem Radar, welchen wir vorher genutzt haben.“ Eine weitere Neuheit ist der Liegendtransport für verletzte Menschen. Das 6,50 Meter lange Boot erlaubt es den Rettungskräften, die Personen besser zu versorgen. Auf unseren anderen Booten sei dies nicht möglich, da sie schlichtweg zu kurz seien, berichtet Wolfgang Kuhn.

Die Finanzierung des neuen Bootes konnte nur mit Sponsoren gestemmt werden. Die Dinslakener Service-Clubs trugen einen großen Teil dazu bei. Mit verschiedenen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem 3. Dinslakener Entenrennen am 28. April, konnte genug Geld gesammelt werden.

Mehr als eine Millionen Stunden im Dienst

Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, der selbst langjähriges Mitglied des Vereins ist, freut sich über so viel Engagement für das Ehrenamt: „So viel Einsatz aus der Stadtgesellschaft ist einzigartig. Durch das neue Boot können sich die Bürger sicherer fühlen.“

Zu Gast war auch Reiner Wiedenbrück, Präsident des DLRG-Verbands Nordrhein, der daran erinnerte, dass im gesamten Verband Nordrhein über 11.000 Ehrenamtliche aktiv seien, die gemeinsam mehr als eine Millionen Stunden im Dienst sind.

Damit werde gewährleistet, dass Hilfe da sei, wenn sie gebraucht wird. Auch die gute Partnerschaft mit anderen Rettungsorganisationen wie dem THW oder Deutschen Roten Kreuz lobte der Verbandspräsident ausdrücklich: „Von einer guten Zusammenarbeit profitieren alle – wir als DLRG, aber natürlich auch die Bürger.“

Zahlreiche Rundfahrten

Alle Gäste konnten am Samstag an einer Rundfahrt mit dem neuen Boot „Rheinadler“ teilnehmen. Diese Fahrten standen hoch im Kurs und so war das Boot bis in die frühen Abendstunden mit zahlreichen Besuchern auf dem Rhein unterwegs.

Angetriebenen von einem leistungsstarken Motor, flog das Boot förmlich über das Wasser. „Im Ernstfall müssen wir sofort vor Ort sein und sind auf schnelle Boote angewiesen“, erzählte Michael Mende. Der Rhein ist mit dem neuen Boot ein Stück sicherer geworden.

Gäste aus Agen waren auch dabei

Um 11.41 Uhr wehte die DLRG-Flagge über dem Rheindeich. Damit war die Wachsaison eröffnet. Gehisst wurde sie von den Vizepräsidenten Stefan Albrecht (Landesverband Nordrhein) und Andreas Pollak (Landesverband Westfalen).

Besonders groß war die Freude über den Besuch von drei Feuerwehrleuten aus Dinslakens Partnerstadt Agen. Das Trio hatte 1300 Kilometer zurückgelegt, um am vergangenen Samstag an der Wacheröffnung teilnehmen zu können.

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