Voerde.

Ein Mann, der Zeichen setzte

Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

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Voerde. Er war ein Mann, der das Bild unserer Welt mitprägte. Hier ein Briefkopf, ein Vereinswappen, dort Plakate und Werbekampagnen. Seine Firmenlogos kennt man in ganz Deutschland. Und im Sommer hüpfen die Kinder in der Dinslakener Fußgängerzone um die Fontänen seiner Wasserspiele. Julius Seifert hat seine Spuren hinterlassen. Am Samstag verstarb der Voerder Grafikdesigner und Künstler im Herzzentrum Duisburg-Meiderich im Vorfeld einer Operation. Er wurde 88 Jahre alt.

Engagement für Voerde

Wir sehen und verstehen unsere Welt durch Bilder. Durch Zeichen, Symbole, Darstellungen. Den Kern einer Sache durch Bildhaftigkeit begreifbar zu machen, ist die Kunst guten Grafikdesigns. Diese Kunst, beherrschte Julius Seifert wie kaum ein anderer. Und zugleich zeigte jede Begegnung mit ihm, dass hinter jedem Logo, hinter jedem Plakat für ein Unternehmen oder ein Produkt ein Mensch steht. Jemand, der sich engagiert, jemand, der Ideen zu Bildern werden lässt.

18 Jahre, bis zum Unruhestand arbeitete Julius Seifert für Mannesmann, schuf dort unter anderem das D2-Logo. Zuvor hatte seine alte Firma, die DEMAG aus Duisburg, mit dem Düsseldorfer Unternehmen fusioniert. Für diese hatte Seifert eine einheitliche Präsentation entwickelt, lange bevor „Corporate Identity“ Pflicht wurde.

Seifert studierte an den Werkkunstschulen in Köln Grafik und Malerei. In seiner Ästhetik war er von der klaren Sachlichkeit des Bauhaus geprägt, seine grafischen Botschaften waren prägnant, präzise, eingängig. Der Schlüssel zum Erfolg? „Kunst heißt höchste Qualität“ und „Strukturieren und Gliedern ist das Wichtigste“. Nach diesen Regeln zeichnete er in den Fünfzigern für Bayer und in den letzten Jahren für kleine und große Firmen aus Voerde und Umgebung.

Seifert arbeitete für Unternehmen, bis zuletzt entwarf er Logos und Firmenauftritte. Aber eine ebenso große Rolle spielte sein Engagement für Voerde, Dinslaken und die Vereine der beiden Städte. Seifert gestaltete Fahnen für Schützenvereine, und das Logo der Freilicht AG, er entwarf das Fisch-Mosaik vor der ev. Stadtkirche in Dinslaken und das Denkmal für die Landung der Alliierten in Mehrum.

Julius Seifert war Mitglied des Lions Club Voerde, selbstverständlich für ihn, dass er die Plakatgestaltung für dessen „Youth on Stage“-Konzerte selbst in die Hand nahm.

Die Aussegnungsfeier für Julius Seifert findet am Freitag, 14. März, um 13 Uhr in der Trauerhalle des Kommunalfriedhofs an der Rönskenstraße statt. Mit dem Tod von Julius Seifert verliert Voerde eine seiner charismatischsten Persönlichkeiten. Die Zeichen, die er setzte, werden weiterhin unübersehbar bleiben.

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