Neues Wohnquartier

Ende Februar soll Abriss der alten Schule in Voerde starten

Foto: Heiko Kempken

 Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Die ehemalige Pestalozzischule wird dem Erdboden gleich gemacht, um Platz für ein neues Wohnquartier zu schaffen. Der Altbau soll bleiben.

Ein Bauzaun an der Bahnhofstraße kündet davon, dass sich auf der riesigen, dahinter liegenden Fläche bald schon etwas tun könnte. Ende des Monats ist es voraussichtlich so weit: Der Abrissbagger soll dort mit seiner Arbeit beginnen und so das Ende eines sehr langen Kapitels Voerder Schulgeschichte dann auch sichtbar einläuten. Zumindest fast. Der älteste Gebäudeteil der Pestalozzischule, die im Sommer 2014 – im 100. Jahr ihres Bestehens – geschlossen wurde, soll auch in Zukunft weiter Zeugnis von deren einstigen Existenz geben. Der Altbau soll im Zuge der Weiterentwicklung des Geländes zu einem Wohnquartier „nach heutigem Planungsstand“ erhalten bleiben, wie Klaus Störmann, Geschäftsführer der Störmann Bauträger GmbH mit Sitz in Bottrop, auf Anfrage der NRZ erklärt.

Neues Wohnquartier wird in drei Bauabschnitten realisiert

Der Investor, an den die Stadt das rund 15 000 Quadratmeter große Grundstück verkauft hat, plant in dem an der Ecke Alexanderstraße/Bahnhofstraße gelegenen Trakt drei Demenzwohngruppen mit je acht Bewohnern sowie zwei Mietwohnungen. Das verklinkerte Altgebäude soll dafür durch kubische Anbauten erweitert werden. Es ist dies der zweite von insgesamt drei Bauabschnitten, in denen die Realisierung des neuen Wohnquartiers vorgesehen ist.

Mit dem Startschuss der eigentlichen Baumaßnahme rechnet Störmann frühestens Mitte Mai dieses Jahres. Vorher müssen zunächst die insgesamt sechs Schulgebäude – inklusive Sporthalle und Lehrschwimmbecken – abgerissen werden. Dafür und für die Entsorgung des Materials kalkuliert der Investor mit einer Dauer von etwa drei bis vier Monaten. Darüber hinaus müssen als vorbereitende Arbeiten auf dem Grundstück noch Bäume weichen und eine Baustraße muss angelegt werden.

Zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 22 Mietwohnungen – zum größten Teil öffentlich gefördert

Im ersten Bauabschnitt werden nach Angaben des Investors zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 22 Mietwohnungen – davon fünf frei finanzierte und 17 öffentlich geförderte – entstehen. Vorgesehen sei ein Wohnungsmix aus Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen von 62 bis 106 Quadratmetern, erklärt Störmann, der die äußere Gestaltung mit „moderner“ Architektursprache mit kubischen, verschachtelten Baukörpern und einem Fassadenmix aus Klinker- und Putzflächen beschreibt. Die Außenanlagen sollen „ansprechend“ gestaltet werden – mit privaten und teil- beziehungsweise öffentlichen Flächen. Gleiches gilt für den zweiten Bauabschnitt.

Der dritte umfasst den Bau von vier Mehrfamilienhäusern (fünf bis neun Wohneinheiten) mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen in moderner Architektur, mit Penthouse-Wohnung in den Staffelgeschossen und „großzügigen Terrassen“ für die Erdgeschoss-Wohnungen mit „hochwertig gestalteten Außenanlagen für die Wohngemeinschaft“, führt Störmann weiter aus. Ihm zufolge sollen die Wohnungen aller Bauabschnitte Blickbezüge in den Wald haben, aus dem öffentlichen Straßenraum und für die angrenzenden Bewohner soll es ebenfalls Blick- und Wegeachsen in die öffentliche Waldfläche geben.

Insgesamt entstehen in dem neuen Wohnquartier 118 Stellplätze

Für das neue Wohnquartier werden insgesamt 118 Stellplätze entstehen – neun davon im öffentlichen Straßenraum, 42 in den Flächen der privaten Außenanlage, 32 in Carportanlagen und 35 in einer Tiefgarage, die im dritten Bauabschnitt realisiert wird.

Bis zum Beginn der Abrissarbeiten hat die ehemalige Grundschule dann auch als befristete Unterkunft für Flüchtlinge ausgedient.

>> Info: Drei Jahre Bauzeit avisiert

Mit voraussichtlich drei Jahren gibt Investor Klaus Störmann die Bauzeit für das geplante neue Wohnquartier „Pestalozzischule“ in Voerde an. Die ersten Wohneinheiten könnten vermutlich im Herbst 2019 bezogen werden. Die Kostenschätzung für das Vorhaben beläuft sich seinen Angaben zufolge auf zirka 16 Millionen Euro.

Ein aktuelles Wohnbauprojekt der Störmann Bauträger GmbH ist eine Klimaschutzsiedlung in Oberhausen, zu der zurzeit der dritte Bauabschnitt mit Eigentumswohnungen in Planung sei. Ebenfalls in Planung ist nach Auskunft des Bauträgers eine Siedlung mit Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern in Bottrop.

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