WEIHNACHTSMARKT

Entspannter Adventszauber an den Werkstätten in Dinslaken

Christkind und Weihnachtsmann begrüßten die Besucher des Adventszaubers der Albert-Schweitzer-Einrichtungen in Dinslaken.

Christkind und Weihnachtsmann begrüßten die Besucher des Adventszaubers der Albert-Schweitzer-Einrichtungen in Dinslaken.

Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Der Weihnachtsmarkt der Albert-Schweitzer-Einrichtung Dinslaken war gut besucht – trotzdem herrschte eine freundliche, gelassene Atmosphäre.

Weihnachtsmärkte gibt es in der Region derzeit so viele wie Kugeln am Christbaum. Der Adventszauber an der Albert-Schweitzer-Einrichtung (ASE) aber war wieder ein ganz besonderer Weihnachtsmarkt. Nicht nur wegen des Angebots – sondern auch wegen der gelassenen Stimmung.

Kein Gedränge trotz großen Andrangs

Vor der Gelassenheit steht allerdings erst einmal das Verkehrschaos. Die Nikolaus-Groß-Straße ist gesperrt, der Parkplatz des Berufskollegs voll,

Autofahrer parken wild auf Grünstreifen. Wer ein Plätzchen fürs Auto gefunden hat oder, noch besser, mit dem Rad oder zu Fuß gekommen ist, wird mit dem Betreten des Werkstatt-Geländes entschleunigt. Rappelvoll ist es, wie gewohnt.

Dennoch herrscht eine freundliche Atmosphäre. Niemand schubst und drängelt, wenn ein Rollstuhl sich den Weg bahnt, niemand wird ungeduldig, wenn Eltern mit großen und kleinen Kindern über den Hof spazieren, in dessen Mitte der große Eisenrauch-Smoker der ASE steht und leckeren

Pulled-Pork-Duft verbreitet.

Luftpost kam aus Frankreich zurück

Am Stand der Frühförderstelle werden Weihnachtswünsche am Ballon in den Himmel geschickt. 150 waren es bis mittags, das Christkind bekommt gut zu tun. Frank ist schon erwachsen, wünscht sich aber per Luftpost ein Bild von Michael Jackson. Wie eine Trophäe hält er seinen Wunschzettel vom vergangenen Jahr in der Hand. Der Wind hat seinen und zwei weitere Ballons bis Frankreich getragen – und sie wurden beantwortet! Eine Französin hat den Albert-Schweitzer-Werkstätten einen Antwortbrief für Frank geschickt. „Den Brief habe ich heute bekommen“, sagt Frank glücklich. Die Dame hat sich offenbar den Wunschzettel, der an dem Ballon aus Deutschland hing, übersetzen lassen, denn sie gratuliert ihm zum 50. Geburtstag. Den hatte Frank darauf erwähnt.

An allen Ecken des Weihnachtsmarktes tönte außerdem Musik. Der Werkstattchor sang, ebenso die Kinder der Schiefen Spieler, es wurde Theater gespielt und getanzt – und die Besucher trafen sich zum gemeinsamen Weihnachtssingen.

Die meisten Produkte sind handgefertigt

Von Hand gefertigt wurden die meisten Produkte, die an den 78 Ständen auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden: Kunst, Kinderkleidung, Metallobjekte etwa. Der Renner, wie immer, sind die Adventskränze, die

die Frauen der Abteilung Grün der Werkstätten erschaffen. „Zwei Tage“ benötigen sie zu dritt, erzählt Sonja Orzessek und zeigt ihre Hände mit einer Brandwunde von der Heißklebepistole. Kaum ein Stück Tisch konnte man morgens vor lauter Grün sehen – und dann kam der Ansturm der Stammkunden.

Neu und beliebt waren auch die Tannenbäume und Holzsterne der Schreinerei – und die „Herrenhandtasche“ aus Holz mit Platz für ein Sixpack. „Sind die auch in der Burger-Marinade?“, fragt eine Frau begeistert am Stand mit den neuen Gewürzen der ASE-Werkstatt. Dort gibt es auch den Honig der eigenen Bienen, Honiglikör und „im nächsten Jahr bitte auch Honigbonbons“, wünscht sich ein Kunde. Vielleicht beim nächsten Adventszauber der ASE - dem 20.!

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