Feuerwehr

Erstes Fahrzeug der Feuerwehr Voerde wurde ganz restauriert

Thomas Hüsken, Daniel Zitzlaff, Dennis Nehlsen, Rainer Uschold und Werner Horstkamp (v.l.) kümmern sich um das Oldtimer-Einsatzfahrzeug

Foto: Lars Fröhlich

Thomas Hüsken, Daniel Zitzlaff, Dennis Nehlsen, Rainer Uschold und Werner Horstkamp (v.l.) kümmern sich um das Oldtimer-Einsatzfahrzeug Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   Vor mehr als 75 Jahren fuhr das erste motorisierte Fahrzeug der Feuerwehr Einsätze. Nun fährt es, ganz restauriert, zu besonderen Anlässen.

Eine Kopie der Rechnung vom 25. April 1942 hat die Freiwillige Feuerwehr Voerde noch in ihren Akten. Gut 5000 Reichsmark kostete seinerzeit die Beschaffung des ersten motorisierten Einsatzfahrzeugs für die Voerder Feuerwehr. Und jetzt steht es, mit einem komplett generalüberholten Motor, wieder im Gerätehaus der Feuerwehr bereit.

„Zur Not könnte man damit auch noch zu einem Einsatz fahren“, sagt Rainer Uschold, einer der Feuerwehrleute, die sich um das alte Löschgruppenfahrzeug kümmern. Das wäre allerdings eine Herausforderung für den Fahrer. „Das Fahrzeug hat kein synchronisiertes Getriebe. Man muss also mit Zwischengas fahren“, erklärt Dennis Nehlsen. Auch auf eine Servolenkung muss der Fahrer verzichten.

Das Fahrzeug hat eine bewegte Geschichte

Dabei hat das Fahrzeug eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach seiner Anschaffung 1942 wurde es natürlich erstmal in Voerde eingesetzt, aber während der Bombardements in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war es im ganzen Ruhrgebiet im Einsatz, bevor es wieder nach Voerde kam.

„Ich wurde auf dem Fahrzeug noch ausgebildet“, erinnert sich Werner Horstkamp. Der 87-Jährige freute sich besonders darüber, dass die Kameraden mit dem komplett überholten Fahrzeug den ersten „Einsatz“ zu seiner Eisernen Hochzeit fuhren. Mittlerweile ist das Fahrzeug vor allem bei Hochzeiten von Feuerwehrkameraden im Einsatz.

Ersatzteile werden auf ungewöhnlichen Wegen beschafft

Nach seiner Ausmusterung in Voerde war das Fahrzeug von 1963 bis 1966 in Löhnen im Einsatz, danach auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Schließlich stand es lange Jahre als Reklame für den Gasthof Ortmann an der B8 in Dinslaken. „Dort sollte es schließlich verschrottet werden. Da haben wir es wieder zurückgeholt“, sagt Rainer Uschold. Das war 1981.

Man zerlegte das Gefährt in seine Einzelteile und restaurierte es von Grund auf. Seitdem wird der Wagen für besondere Anlässe genutzt. Immer wieder beschafften die Feuerwehrleute auf ungewöhnlichen Wegen originale Ersatzteile. So mussten etwa die Reifen aus den USA bestellt werden. „Dafür haben wir eins der wenigen Fahrzeuge, die noch originalgetreu sind. Bis hin zum Motor“, sagt Daniel Zitzlaff.

Ingenieur ließ Teile mit Hilfe von Sponsoren neu fertigen

Der Motor hatte im vergangenen Jahr mit einer defekten Ölpumpe fast den Geist aufgegeben. Die Ersatzteile mussten teilweise individuell angefertigt werden. Hier war Ingenieur Dennis Nehlsen gefragt, der alles genau vermaß und zeichnete, so dass die Teile mit Hilfe von Sponsoren neu gefertigt werden konnten. Jetzt ist der Wagen wieder bereit für den Einsatz.

Damit sind die Arbeiten allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Die Spritpumpe hätte man gerne wieder im Originalzustand hergestellt und auch Unterbodenschutz und Holzdielen für die Pumpe, die man ebenfalls im Original gefunden hat, müssten erneuert werden. „Und irgendwann muss das Fahrzeug auch noch mal neu lackiert werden“, sagt Daniel Zitzlaff.

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