KINDER

FDP: Eltern sollen bei Kita-Streik Erzieherinnen ersetzen

Beim letzten Kita-Streik vor zwei Jahren demonstrierten Erzieherinnen und Eltern vor dem Burgtheater Dinslaken.

Foto: Erwin Pottgiesser

Beim letzten Kita-Streik vor zwei Jahren demonstrierten Erzieherinnen und Eltern vor dem Burgtheater Dinslaken. Foto: Erwin Pottgiesser

Dinslaken.   Die FDP Dinslaken beantragt eine flexible Notfallbetreuung mit größeren Gruppen in Streikzeiten. Als Vorbild soll die Stadt Saarbrücken dienen.

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Eltern statt Erzieherinnen sollen Kita-Kinder betreuen – das unter anderem soll nach Ansicht der FDP in Dinslaken in Streikzeiten möglich sein. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP für die kommende Ratssitzung vorgelegt. In dieser Sitzung geht es um die Frage, ob die Stadt während eines Kita-Streiks Elternbeiträge erheben soll.

Der Jugendhilfeausschuss empfahl dem Rat zu diesem Thema in seiner letzten Sitzung, die entsprechende Satzung sei im einen Passus zu ergänzen, der vorsehe, dass der Rat im Streikfall jeweils über eine anteilige Rückerstattung der Kindergarten-Beiträge ab dem sechsten Streiktag befinden solle.

„Vorgaben gelten für den Normalbetrieb gelten und sind hier auch richtig“

„Davon unabhängig sollte der Vorschlag auf die Tagesordnung des Rats“, findet der Dinslakener FDP-Vorsitzende Mirko Perkovic. Sein Antrag sieht während Streiks an den städtischen Kindertagesstätten eine „Notfallbetreuung“ für Kinder und einen Ausbau bestehender Angebote vor. Seitens der Länder und Jugendämter gebe es für Kinderbetreuungseinrichtungen „enge Vorgaben, wie viele Fachkräfte als Erzieher eingesetzt werden dürfen, wie groß die Gruppen maximal sein dürfen, wie alt die Kinder in den Gruppen sein dürfen.“ Diese Vorgaben, „die für den Normalbetrieb gelten und hier auch richtig und notwendig sind“ sollten in Streikzeiten nach Ansicht der FDP „flexibler“ gehandhabt werden, um „mehr Plätze in einer sogenannten Notfallbetreuung zu ermöglichen.“ Denkbar wäre danach etwa „die Größe der Gruppen während der Streikzeit etwas zu erhöhen“.

Stadt soll Lösungen zur kurzfristigen Betreuung finden

Die Verwaltung solle, so der Antrag, Lösungen erarbeiten, inwiefern eine kurzfristige Betreuung sicherzustellen wäre. Außerdem solle der Rat laut FDP-Antrag an die Aufsichtsbehörden appellieren, während der Streiks an den Kindertagesstätten „die für den Normalbetrieb geltenden rechtlichen Vorschriften zur Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten flexibel auszulegen und abweichende Regelungen streikbedingt und vorübergehend zu dulden.“

In Saarbrücken betreuten Eltern in der Kita

Als Vorbild könne laut Perkovic die Stadt Saarbrücken dienen. Dort hätten Eltern in Eigenregie die Betreuung während des damaligen Streiks organisiert. Dort habe die Stadt den Eltern die Möglichkeit eröffnet, in den Räumen der Kita ein Betreuungsangebot selbst zu organisieren. „Voraussetzung war hier der Vorschlag bzw. das Interesse der Eltern, dies machen zu dürfen, was wir uns als Modell auch für Dinslaken vorstellen können.“ Die „Notfallbetreuungseinsatz leistenden Eltern“ könne man im Rahmen einer Ehrenamtspauschale entlohnen, so Perkovic.

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