Natur

Flora und Fauna haben das Sagen

Die Natur darf darf sich den See zurückholen. l

Die Natur darf darf sich den See zurückholen. l

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Voerde.   Auf dem ehemaligen Gelände des Betonsteinwerks Brauckmann kompensiert der Deichverband Mehrum die Eingriffe in die Natur beim Hochwasserschutz

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Still ruht der See. Lautlos schwebt gerade ein Fischreiher über das Gewässer. Bald werden noch einmal Baufahrzeuge für einige Zeit die Ruhe stören, um die angefangene Arbeit dort zu beenden. Danach soll die Natur sich selbst überlassen werden. Die Maßnahme, die auf einer Fläche unweit des neuen Deiches zwischen Götterswickerhamm und Mehrum umgesetzt wird, gehört zum erforderlichen ökologischen Ausgleich, den der Deichverband Mehrum im Zuge seiner Hochwasserschutzprojekte schaffen muss.

Ökokonzept

Damit sind die Eingriffe in die Natur, die aufgrund der bereits realisierten Deichsanierung Mehrum II und des noch ausstehenden Projektes Mehrum III vorgenommen wurden, kompensiert, wie Deichgräf Ingo Hülser erläutert. Das Ökokonzept wird auf dem ehemaligen Gelände des Betonsteinwerks Brauckmann umgesetzt; die Fläche gehöre jetzt dem Deichverband Mehrum und umfasst knapp neun Hektar. Ende 2012 wurde in einem großen Bereich Boden aufgebracht und eine „Ökograsmischung“ eingesät, wie der Deichgräf erläutert. Die Fläche, auf der laut Hülser noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden, wird von einem Landwirt mit Rindern bewirtschaftet, er übernimmt für den Deichverband die Pflege des Geländes. Der Deichgräf – selbst im Nebenerwerb als Landwirt tätig – ist froh, dass für den ökologischen Ausgleich keine landwirtschaftlichen Nutzflächen wegfallen. In einem Bereich wird Acker- in Grünlandfläche umgewandelt – der dortige Boden stehe der Landwirtschaft also weiter zur Verfügung.

Auch auf diesem Teil der Fläche ist vorgesehen, weitere Baumgruppen und Sträucher zu pflanzen. Das Ausgleichsgelände wird eingezäunt, die Pfähle sind gesetzt, die Drähte fehlen noch.

In den Baggersee, der hinter Bäumen versteckt liegt, wurden – wie auch an anderer Stelle – überschüssige Böden aus dem Deichbau eingeschüttet, um Landzungen und Flachwasserzonen zu schaffen. Letzteres bringt „viele Ökopunkte“, erläutert Hülser.

Im Herbst sollen die Uferränder am dem Gewässer noch modelliert werden. Darüber hinaus sind weitere Pflanzmaßnahmen geplant, die ebenfalls im Herbst oder im nächsten Frühjahr erfolgen sollen.

Flora und Fauna sollen rund um und am See regieren. Angeln ist dort nicht mehr erlaubt, der Verein, der sich auf Fischfang ging, habe sich aufgelöst, erklärt Hülser. „Eine nicht so schöne Sache.“ Die Arbeiten wurden und werden wegen des Fischbestandes überwacht. Um diesen zu kontrollieren und zu regulieren, wird in dem Gewässer eine „Mindestbefischung“ stattfinden.

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