Sprachkurs

Flüchtlinge aus zehn Nationen besuchen Sprachkurs in Voerde

Mustafa Rashi, Bernhard Zunkel und Murat Shukri (v.l.) beim fingierten Arztgespräch.

Foto: Lars Fröhlich

Mustafa Rashi, Bernhard Zunkel und Murat Shukri (v.l.) beim fingierten Arztgespräch. Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   Die Teilnehmer aus zehn Nationen sind freiwillig hier, weil sie Deutsch lernen wollen. Das Interesse am Kurs sei groß, sagt der Veranstalter.

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Es regnet. Beim Thema „Wetter in Deutschland“ wird es lebendig in der Deutschklasse. Aus zehn verschiedenen Nationen kommen die Teilnehmer; freiwillig, sehr regelmäßig und mit großer Freude sind sie dabei.

Am Freitagvormittag überreichte Doris Holtkamp, stellvertretende Abteilungsleiterin Migration der Malteser Werke Köln, den 24 Frauen und Männern ihre Urkunden. Bernhard Zunkel, hauptamtlicher Deutschlehrer der Kurse, die sich in vier Module staffeln, arbeitet zusammen mit vier Ehrenamtlichen daran, die geflüchteten Menschen hier in der ehemaligen Pestalozzischule an der Alexanderstraße in Voerde für den Alltag, Bewerbungen und nachfolgende Integrationskurse fit zu machen.

Teilnehmer sind freiwillig hier, um die Sprache zu lernen

Sobogul Madadova kommt zum Beispiel aus Tadschikistan. Sie ist seit sechs Monaten im Deutschkurs, seit zwei Jahren in Deutschland.

Aber auch viele andere Nationen sitzen hier in dem gemischten Kurs an den Schultischen. Sie kommen aus dem Irak, aus Afghanistan, Guinea und vielen anderen Staaten. Sie alle sind freiwillig hier, um die Sprache zu lernen, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive.

Das Interesse am Sprachkurs ist groß

„Das Interesse ist total groß“, sagt Anja Müller, Projektleiterin für den Deutschunterricht von den Malteser Werken. Voerde habe sich als Projektstandort, durch Spenden getragen, sehr gut entwickelt. Man arbeite eng mit der Stadt zusammen, von dort aus würden die Teilnehmer empfohlen und könnten sich selbst, nach eigener Einschätzung, einem Modul zuordnen.

Der Andrang sei groß, so Müller. Lehrer Zunkel, dem die Teilnehmer ans Herz gewachsen sind, steht heute mit einem lachenden und weinenden Auge vor seinen Schülern. Abschied gehört dazu.

In dieser Stunde wird ein Besuch beim Arzt geübt

Doch bevor die Urkunden ausgegeben werden, muss noch gearbeitet werden. In Partnerarbeit wird ein Arztbesuch geübt, eine wichtige Alltagssituation. „Was für eine entspannte, respektvolle Atmosphäre“, bemerkt Doris Holtkamp lächelnd.

Die Leute sind höflich, überhaupt nicht ängstlich, die Frauen sprechen frei im Dialog und sind stolz über den Applaus der Klasse. „Sich sicher fühlen, mit einem Rüstzeug in die Welt ziehen“, sagt Holtkamp, das sei wichtig. Aufrecht gehen und sich nicht „nur als Flüchtling“ fühlen. Und dann kommt zur Urkundenausgabe doch noch die Sonne heraus.

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