Schwarze Heide

Flugplatz in Hünxe als Wirtschaftsstandort kennengelernt

André Hümpel (l.) stellte Besuchern aus Politik und Industrie den Flugplatz Schwarze Heide vor.

André Hümpel (l.) stellte Besuchern aus Politik und Industrie den Flugplatz Schwarze Heide vor.

Foto: WGH / PR

Hünxe.  Vertreter aus Politik und Industrie ließen sich den Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe zeigen – und lernten, was den kleinen Flugplatz ausmacht.

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Unternehmer und Freiberufler hatte die Wirtschaftsgemeinschaft Hünxe nun zu einer Informationsveranstaltung auf dem Flugplatz Schwarze Heide eingeladen. Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann war ebenso dabei wie seine Stellvertreterin Ingrid Meyer – und Vertreter aus Industrie (Walter Winkelbauer, Referent des Zentralverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie) und Politik (CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik).

Zu Beginn der Veranstaltung ging Hans Nover, der Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft Hünxe, auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Luftfahrt ein. Demnach würden elektrische wie hybrid-elektrische Antriebe künftig Teil der Luftfahrt werden. Der Erstflug des rein elektrisch betriebenen Kunstflugzeugs „Extra 330 LE“ in Hünxe sei beispielsweise ein wichtiger Meilenstein für den Umstieg auf elektrische Antriebe gewesen, erzählte Nover. Elektroflugzeuge für 80 Personen seien derzeit in der Entwicklung. Darüber hinaus habe die Luftverkehrswirtschaft das klimaneutrale Fliegen zum Ziel erhoben. Schon heute werde in der Raffinerie Heide mit überschüssiger Windenergie aus Wasser und CO2 Kerosin hergestellt.

Schwarze Heide ergänzt Flughäfen Düsseldorf und Dortmund

André Hümpel, der Geschäftsführer der Flugplatzes, stellte den Gästen anschließend den Verkehrslandeplatz Schwarze Heide näher vor. Er erzählte unter anderem, dass der Flughafen, der bekanntlich im Drei-Kommunen-Eck zwischen Hünxe, Dinslaken und Bottrop liegt, die Flughäfen Dortmund und Düsseldorf aufgrund seiner Lage im Großraum Ruhrgebiet gut ergänze.

Er werde zudem vielfältig genutzt: Hubschrauberpiloten der Polizei und des Bundesgrenzschutzes würden hier ausgebildet, der Flughafen diene als Einsatzstützpunkt für Polizei und die Rettungseinheiten SAR („Search And Rescue“) und sei bedeutend als Infrastruktur für den Katastrophenschutz. Auch könnten hier Verkehrspiloten trainieren, indem sie einen Sicherheitslehrgang auf Kunstflugzeugen absolvierten. Ein Hersteller dieser Kunstflugzeuge, erklärte Hümpel den Besuchern, sei sogar am Flugplatz angesiedelt und beschäftige hier über 100 Mitarbeiter. Des weiteren sei der Flugplatz ein „attraktives Ausflugsziel mit Rundflugangeboten und Flugplatzrestaurant“.

Gewerbliche Nutzung für Luftfahrtunternehmen ist möglich

Die Schwarze Heide wurde nach europäischen Sicherheitsvorgaben ausgebaut. Dieser Ausbau, so Geschäftsführer Hümpel, ermögliche eine erweiterte gewerbliche Nutzung für Luftfahrtunternehmen. „Das Interesse der Firmenkunden steigt, weil Dinslaken, verglichen mit Großflughäfen, schneller, flexibler und individueller ist“, betonte Hümpel. Der Kunde käme zur vereinbarten Zeit, parke sein Auto, sei innerhalb von fünf Minuten in der Luft und könne zu seinem Ziel fliegen.

Da kleine Flieger auch kleinere Flugplätze anfliegen können, sei die Auswahl eines Flugplatzes größer – allein in Deutschland gibt es etwa 600 kleine Plätze. Dieser Vorteil gelte auch für Auslandsflüge. Vom Verlassen des Autos an der Schwarzen Heide bis zum Besteigen des Taxis in Mittelitalien oder Spanien dauere es so nicht viel länger als zwei Stunden.

Unternehmen ziehen den Hünxer Flugplatz anderen Flughäfen oft vor

Im Anschluss an Hümpels Erläuterungen stellte der Bocholter Luftfahrtunternehmer Franz Hermann Enk, der vor 30 Jahren auf dem Verkehrslandeplatz Dinslaken das Fliegen erlernt hatte, sein Unternehmen Blissair vor. Die Firma transportiert europaweit und individuell Personen und Waren, etwa Montageteams mit Spezialwerkzeug und Ersatzteilen beim Ausfall einer Produktionsanlage. Er fliegt auch Medizinteams zu ihren Einsatzorten und übernimmt Organtransporte. Der Verkehrslandeplatz Dinslaken sei als Ausgangsflugplatz ideal, so Enk. Er berichtete, dass Geschäftskunden wiederholt Dinslaken statt des Düsseldorfer Flughafens anfragen, da so die Verkehrssituation und die Wartezeiten am Großflughafen vermieden werden.

Zum Abschluss zeigte André Hümpel den Teilnehmern noch, wie gut sich die Infrastruktur des Flugplatzes in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

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