Hilfsorganisation

Friedensdorf Dinslaken-Oberhausen leidet unter Corona-Krise

Die Vorstandsmitglieder: Annegret Hübbers (v.l.n.r., Schriftführerin), Stefan Hennig (stellvertretender Vorsitzender), Dr. Ralf Peppmüller (Vorsitzender), Klaus Wieprecht (Schatzmeister) und Rainer Suhr (Beisitzer).

Die Vorstandsmitglieder: Annegret Hübbers (v.l.n.r., Schriftführerin), Stefan Hennig (stellvertretender Vorsitzender), Dr. Ralf Peppmüller (Vorsitzender), Klaus Wieprecht (Schatzmeister) und Rainer Suhr (Beisitzer).

Foto: Friedensdorf / PR

Dinslaken.  Der Blick auf das Jahr 2019 und aktuelle Entwicklungen prägten die Mitgliederversammlung. Das Rehabilitationszentrum soll Ende 2020 fertig sein.

Von Ende Mai auf Mitte September mussten die Verantwortlichen des Friedensdorfes die Mitgliederversammlung verschieben. Unter Einhaltung der aktuellen Hygienebestimmungen konnte sie am vergangenen Sonntag in der Zentrale in Hiesfeld durchgeführt werden.

Haushaltsjahr schließt mit Verlust ab

Der Rückblick auf das Vereinsjahr und die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Hilfe des Friedensdorfes prägten die Versammlung. Bei den Wahlen wurden der stellvertretende Vorsitzende Stefan Hennig und Schriftführerin Annegret Hübbers wiedergewählt. Wie das Friedensdorf berichtet, schließt das Haushaltsjahr 2019 mit einem Verlust in Höhe von rund 153.000 Euro. Im Jahr 2018 förderten 27.653 Einzahlungen die Arbeit des Friedensdorfes, im Haushaltsjahr 2019 waren es 27.631 Einzahlungen. Die Position der Spenden ist demnach stabil geblieben, wodurch die Verantwortlichen das zurückliegende Jahr als stabil bewerten.

Kostenfreie Behandlungsplätze schwer zu bekommen

Zu den Arbeitsbereichen des Friedensdorfes gehören weiterhin die medizinische Einzelfallhilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, die weltweite Projektarbeit für eine Verbesserung der medizinischen Infrastruktur in den Heimatländern sowie die friedenspädagogische Arbeit des Bildungswerkes. Die Rahmenbedingungen der medizinischen Einzelfallhilfe haben sich im vergangenen Jahr nicht verbessert. Leider habe sich die Zahl der hilfsbedürftigen Kinder nicht reduziert und die Bemühungen um eine ausreichende Anzahl an kostenfreien Behandlungsplätzen sei auch jetzt noch eine große Herausforderung geblieben. Durch den Kostendruck und die Gewinnorientierung könnten sich immer weniger Kliniken dazu bereit erklären, den Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten eine kostenlose Behandlung zu ermöglichen, so das Friedensdorf.

Hilfseinsätze wurden ausgesetzt

Zusätzlich stellt die anhaltende Corona-Pandemie die Einzelfallhilfe vor neue Schwierigkeiten. Die regelmäßig stattfindenden Hilfseinsätze konnten seit März leider nicht durchgeführt werden. Die Mitglieder wurden am Sonntag über den Baufortschritt des Rehabilitationszentrums mit ambulanten operativen Eingriffsraum informiert. Für die Zukunft ist der Neubau ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit mit Kliniken zu festigen und zu erweitern. Aktuell werden die technischen Innenarbeiten des Gebäudes umgesetzt. Ende 2020 soll der Neubau fertiggestellt werden.

Zur Hilfe bereit

Das Friedensdorf hat sich bereit erklärt, Geflüchtete aus Moria aufzunehmen. Schon 2015 seien im Friedensdorf kurzfristig unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufgenommen worden. „Wir erinnern uns noch gut an die Erzählungen der Kinder und Jugendlichen – von den menschenunwürdigen Erfahrungen während der Flucht und ihrem Wunsch nach einem Leben in Sicherheit.“ Die Erzählungen haben die Helfer im Friedensdorf „tief berührt“ und waren einer der Gründe, dass das Friedensdorf Camp Moria 2018 finanziell unterstützt hat, um die medizinische Versorgung vor allem für die Kinder zu verbessern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben