Radstation

Friedrichsfeld: Stadt findet keinen Betreiber für Radstation

Die Radstation am Bahnhof in Friedrichsfeld bietet innen aktuell nur Schutz vor Wind und Wetter.

Die Radstation am Bahnhof in Friedrichsfeld bietet innen aktuell nur Schutz vor Wind und Wetter.

Foto: Voskresenskyi

Voerde.   Die Suche der Stadt Voerde nach einem Betreiber der Radstation in Friedrichsfeld war erfolglos. Nun muss sie eine andere Lösung finden.

Seit etwa einem Jahr schon stehen die Türen der Radstation am Bahnhof Friedrichsfeld offen – und an diesem Zustand wird sich in naher Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach auch erstmal nichts ändern: Die Stadt hat auf ihren Mitte April gestarteten Aufruf, in dem sie nach einem neuen Betreiber für die Anlage suchte, kein Angebot erhalten, wie der technische Beigeordnete Wilfried Limke am Dienstag auf Anfrage der NRZ erklärte.

Zutritt sollte wieder nur über Zugangskontrolle erfolgen

Ziel war es, jemanden zu finden, der wieder die Möglichkeit schafft, am Bahnhof Friedrichsfeld Räder in der Station hinter verschlossenen Türen unterbringen zu können, die dafür nur über eine Zugangskontrolle betreten werden kann. Die Verwaltung hätte hier eine karitative Einrichtung favorisiert, die sich darum kümmert, und verwies auf Beispiele aus anderen Städten, wo in der Regel solche Einrichtungen diese Aufgabe übernähmen und sich etwa über kleinere Fahrradreparaturen finanzierten.

Der frühere Betreiber der Radstation am Bahnhof Friedrichsfeld hatte sich zurückgezogen und als einen Grund unter anderem die aus „seiner Sicht“ fehlende Rentabilität angegeben, wie Limke erklärt. Der Zutritt war zuvor über Chipkarten erfolgt, die im Reisebüro am Bahnhof gekauft werden konnten. Auf der Suche nach einer Folgelösung hatte es im vergangenen Jahr auch die Überlegung gegeben, die Radaufbewahrung umzugestalten und statt der bisherigen großen Abstellmöglichkeit Fahrradboxen vorzusehen. Doch auf die Bedarfsabfrage per an der Station ausgehängtem DIN-A-4-Zettel hatten sich nur 19 Interessenten für eine bezahlte, abschließbare Abstellmöglichkeit gemeldet. Der Plan wurde schließlich verworfen.

Stadt sieht für das weitere Vorgehen drei Optionen

Nach der nun erfolglosen Suche nach einem externen Betreiber für die Radstation sieht Limke derzeit drei Optionen, wie weiter vorgegangen werden könnte: Eine Lösung wäre, alles so zu belassen, wie es ist, was die Räder zwar gegen Wind und Wetter schützt, jedoch, wie der Dezernent einräumt, keinen „Schutz nach draußen“ böte, weil die Anlage wie gehabt nicht abschließbar wäre. Alternativ dazu könnte die Stadt selbst die Regie über die Radstation übernehmen. Dies aber sieht Limke angesichts der finanziell schwierigen Lage der Kommune – es würde sich dabei um eine freiwillige Leistung handeln – und mit Hinweis darauf, dass die Anlage zurzeit schwierig wirtschaftlich zu betreiben sei, skeptisch.

Eine dritte Möglichkeit wäre seiner Einschätzung nach, den Betrieb des Rhein-Ruhr-Express (RRX) auf der Strecke – der Start auf der Bahnlinie ist, wie berichtet, für Anfang Juni 2019 geplant – abzuwarten. Limke baut darauf, dass mit einer höheren Frequenz beim öffentlichen Personennahverkehr auch die Nachfrage nach abschließbaren Radabstellmöglichkeiten am Friedrichsfelder Bahnhof steigen könnte.

>>Info: Thema kommt im Ausschuss auf den Tisch

In der anstehenden Sitzungsfolge soll das Thema Radstation am Bahnhof Friedrichsfeld im Bau- und Betriebsausschuss wieder auf den Tisch kommen. Dann will die Verwaltung der Politik die Optionen für das weitere Vorgehen vorlegen.

Das Fachgremium tagt das nächste Mal am Donnerstag, 21. Juni, ab 17 Uhr im kleinen Sitzungssaal (Raum 137) des Rathauses.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben