Wilhelmstraße

Gefährliche Kurve in Hünxe: Totholzhecke gegen Wildwechsel

Mark Schiedeck (Geschäftsführer), Werner Schulte-Bunert (Vorstandsmitglied) und Heinz Lindekamp (1. Vorsitzender, v.l.) legen eine Benjeshecke an der Wilhelmstraße in Hünxe an.     

Mark Schiedeck (Geschäftsführer), Werner Schulte-Bunert (Vorstandsmitglied) und Heinz Lindekamp (1. Vorsitzender, v.l.) legen eine Benjeshecke an der Wilhelmstraße in Hünxe an.     

Foto: privat

Hünxe.  Der Förderverein Natur- und Landschaftsschutz Hünxe möchte Gefahren für Wildschweine, Füchse und Dachse an der Wilhelmstraße reduzieren.

Im letzten Jahr gab es wieder viele Meldungen von Wildunfällen auf der Wilhelmstraße in Hünxe, „im Kurvenbereich Höhe Hausnummer 92 allein drei“, wie Heinz Lindekamp, Vorsitzender des Fördervereins Natur- und Umweltschutz Hünxe, berichtet. Insbesondere sei der vermehrte fast tägliche Wechsel von großen Rotten Wildschweine und Rudeln bis zu 40 Hirschen über die Wilhelmstraße im Bereich zur Lanter zu beobachten.

Ein besonders gefährlicher Bereich für die Tiere und Autofahrer sei hier die nicht durchgehend einsehbare Kurve, zumal dort keine Geschwindigkeitsbegrenzung bestehe, „also 100 km/h gefahren werden darf“, so Lindekamp. In diesem Kurvenbereich beiseits der Straße gebe es bewohnte Dachs- und Fuchsbauten, jedes Jahr werde dort „mindestens eines dieser Tiere bei Wildunfällen getötet“.

Wildschwein, Hirsch, Fuchs und Dachs

Seitdem die Windräder im Revier der Hirsche und Wildschweine in Betrieb genommen worden seien, beobachteten die Anwohner, dass sich die Rotten und Rudel vermehrt nördlich der Wilhelmstraße in den Wäldern und auf den Weideflächen aufhielten und dort nahezu täglich anzutreffen seien. Ihre Wege führten regelmäßig über die Wilhelmstraße, Wildwechsel hätten sich genau im Bereich der Kurve gebildet. „Im Vorstand wurde intensiv beraten, wie man hier helfend und schützend eingreifen kann, um den Wildwechsel an dieser Stelle zu unterbrechen und die Kurve von dieser Gefahrenstelle zu befreien.“

Anträge an die zuständige Landesbehörde, die Geschwindigkeitsbegrenzung durchgehend für die gesamte Wilhelmstraße auf 70 km/h zu regulieren, „wurden abgelehnt, da es zu wenige Unfälle mit schwer verletzten Menschen gab“. Ein Wildzaun mit Schutzstreifen, wie im Bereich kurz hinter der Lanter, „war ebenfalls nicht zu erwarten“. Auch die Anlage eines Radweges, um eine Änderung der Sichtverhältnisse zu erreichen, werde „eine utopische Wunschvorstellung der Anwohner der Wilhelmstraße bleiben“, so Heinz Lindekamp.

Der Grundstock der Hecke ist fertig

Er schlug dem Vereinsvorstand vor, auf seinem Grundstück über die gesamte Breite von 80 Metern, genau im Bereich der Kurve, eine Totholzhecke (Benjeshecke) anzulegen: vier bis sechs Meter breit und 1,5 bis zwei Meter hoch, stabilisiert durch die Neuanpflanzung von Walnussbäumen. Im September wurde mit den Arbeiten begonnen.

„Jetzt ist es vollbracht, der Grundstock der Hecke ist fertig und kann in den nächsten Jahren immer wieder aufgestockt werden“, freuen sich Lindekamp und Co. – die Naturschützer haben in diesem Bereich zusätzlich zu den vorhandenen Hinweisschildern auf den Wildwechsel Warndreiecke am Fahrbahnrand aufgestellt. Sie hoffen, dass Wildschweine diesen Bereich meiden und sich bald andere Wechsel außerhalb der Kurve suchen. Zum Schutz der Füchse und Dachse appellieren sie an die Autofahrer, dort langsamer zu fahren.

Der Verein ist für Mithilfe und Spenden dankbar. Stammtisch und Vorstandstreffen sind jeden 3. Donnerstag im Monat um 19 Uhr in der Gaststätte Rühl, Bruckhausen. (P.N.)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben