Medizin

Neuer Zusammenschluss: Vinzenz-Hospital und Camillus-Klinik

Dr. Barbara Florange leitet als Chefärztin sowohl die Psychiatrie im St.-Vinzenz-Hospital als auch die Fachklinik St. Camillus.

Dr. Barbara Florange leitet als Chefärztin sowohl die Psychiatrie im St.-Vinzenz-Hospital als auch die Fachklinik St. Camillus.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Dinslaken.  St.-Vinzenz-Hospital Dinslaken und Fachklinik St. Camillus Alt-Walsum haben sich zusammengeschlossen – Psychiatrie bleibt an beiden Standorten.

Weder die Camillus-Klinik in Alt-Walsum noch die Psychiatrie im St.-Vinzenz-Hospital werde aufgegeben, stellt Dr. Barbara Florange klar und tritt damit Gerüchten entgegen, die in der letzten Zeit immer wieder aufgekommen sind. „Im Gegenteil“, so die Chefärztin der Psychiatrie, „aus der früheren Kooperation der beiden Kliniken ist jetzt ein Zusammenschluss unter der GFO, der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH, dem auch das St.-Vinzenz-Hospital angehört, geworden.“ Das heiße, eine verbesserte medizinische und therapeutische Betreuung der Patienten an zwei Kliniken, den GFO-Kliniken Niederrhein, mit jeweils eigenen Spezialthemen. Das therapeutische Angebot erhöhe sich damit also deutlich, so Dr. Florange.

Ärzte planen Neubau mit

Außerdem würde das St.-Vinzenz-Hospital demnächst für rund 16 Millionen Euro zusätzlich eine neue Psychiatrie am Standort Dinslaken aufbauen. Der bisher genutzte Teil war trotz Modernisierung und Anbau in die Jahre gekommen, der Platz reiche bei weitem nicht mehr aus. „Wir Ärzte und Pfleger planen sogar den Neubau mit“, erzählt Dr. Florange. So werde auch eine Adoleszenz-Station eingerichtet, in der man sich um junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren kümmert und deren ureigene Probleme wie Berufsfindung, Ablösung von den Eltern, das Sich-Selbst-Finden. Ferner werden die allgemeine Psychiatriebereiche inklusive der Intensivtherapie am Vinzenz untergebracht, die Gerontopsychologie, die Jugendpsychologie, eine Psycho-Somatische Station eingerichtet. In Walsum wird es weiterhin den Schwerpunkt Suchterkrankung geben mit Behandlung von Alkohol- und Drogenmissbrauch, der Spielsucht, um einige Suchterkrankungen zu nennen.

Ängste bei den Patienten ausräumen

Die Kunst bei solch einem Zusammenschluss sei es, Individualitäten zuzulassen und an beiden Standorten zu fördern, so Dr. Barbara Florange. Bezüglich des Zusammenschlusses habe es viele Ängste bei den Patienten gegeben, aber man sei auf einem guten Weg, diese ausräumen zu können. Das Ärzteteam würde keinesfalls wechseln, lediglich an beiden Standorten zuständig sein, je nach Fachgebiet.

Das Personal solle im Gegenteil sogar aufgestockt werden. So gebe es zusätzlich einen Internisten und drei Neurologen in der Psychiatrie, um alle internistischen Untersuchungen vornehmen zu können. Ein weiterer Facharzt für den psycho-somatischen Bereich werde derzeit gesucht. Als Chefärztin sei sie für beide Standorte zuständig.

Alle Angebote bleiben

„Wir können die gesamte Bandbreite der psychischen Erkrankungen abdecken, nur eben halt an zwei Standorten.“ Es könne dabei schon einmal vorkommen, dass die Patienten im Vinzenz erstversorgt und dann ins Camillus verlegt würden oder auch umgekehrt. Das dürfte jedoch bei einer Entfernung von vier Kilometern sicherlich nicht zu Schwierigkeiten führen, auch nicht bei den Angehörigen der Patienten. Immerhin komme es den Patienten zu Gute, in quasi einem Haus oder Klinikverbund alle Angebote zur Verfügung stehen zu haben.

Die Fachklinik

St. Camillus liegt in Alt-Walsum. 1980 wurde das St. Camillus-Hospital in die Fachklinik St. Camillus umgewandelt und ist mit der Versorgung suchtkranker Bürger und Bürgerinnen beauftragt. Träger ist die Katholische Kirchengemeinde St. Dionysius und die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO).

Drei Fachabteilungen gibt es im St. Camillus. die Fachambulanz, die Qualifizierte Akutbehandlung und die stationäre/ganztägige ambulante Therapie mit alkohol- oder drogenkranken Patienten, für die eine Akutbehandlung nicht ausreichend ist.

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