Umweltschutz

Greenpeace ist noch nicht am Ziel

Dinslaken/Kreis Wesel.  Die Umweltschützer am Niederrhein sind zufrieden über den vorübergehenden Stopp der Arktis-Ölbohrungen - mit Braunkohle und Waldschutz gebe es aber genug Baustellen

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Das Plenum von Greenpeace Niederrhein hat einen neuen Gruppenkoordinator: Thorsten Schölzel wird künftig den Kontakt zur Zentrale in Hamburg halten.

Der Dinslakener wurde jetzt auf dem Plenum von Greenpeace Niederrhein im ND-Jugendzentrum von der Versammlung als Nachfolger von Alexander Oslisloh gewählt. Der 19-Jährige legte nach zweieinhalb Jahren aufgrund seines beginnenden Geografie-Studiums diese Funktion nieder. „Ich hätte es gerne weitergemacht, komme euch sicher besuchen“, sagte er zum Abschied.

Neben der Personalie standen ein Rück- und Ausblick auf der Tagesordnung. Eine „wirklich erfolgreiche Aktion“ sei, so Thorsten Schölzel, der Protest vor verschiedenen Shell-Tankstellen im Juli in Duisburg,Wesel und Dinslaken und vor den Shell-Tankstellen in Goch und Kleve am 15. September gewesen. Dort habe man Infomaterial verteilen und auf die geplanten Ölbohrungen in der Arktis aufmerksam machen konnte. Die Umweltschützer sind erleichtert darüber, dass Shell und Gazprom die Bohrungen auf 2013 verschoben haben. Damit sei man aber „noch nicht am Ziel“, denn die Konzerne hätten ihre Ambitionen nicht aufgegeben. Die Arktis gehöre genauso unter internationalen Schutz gestellt wie der Südpol.

Ein weiteres wichtiges Thema seien die RWE-Pläne für ein neues Braunkohlekraftwerk in Niederaußem, gegen das Greenpeace NRW jetzt Mustereinwendungen für die Bürger formuliert hat. Mit den Gruppen in Düsseldorf, Köln und Aachen will Greenpeace Niederrhein mit Flyern und Unterschriftenlisten dagegen weiter mobil machen.

Braunkohle sei weiterhin mit der größte Umweltverschmutzer – und mit 45 Prozent Wirkungsgrad liege der Nutzen eines solchen Werkes weit unter dem, was man mit Kraft-Wärme-Kopplung erzielen werden könnte, unterstrich Alexander Oslisloh. Da liege man bei 90 Prozent.

Spannend war der Bericht von Rudolf Brinkmann, der als Aktivist bei den Protesten gegen die MOX-Brennelemente aus Sellafield im niedersächsischen Nordenham dabei war. Durch den hohen Anteil an Plutonium lasse sich mit den Brennelementen in acht Wochen eine Atombombe bauen, fürchtet Greenpeace. Es war ein „Katz-und-Maus-Spiel“, einige Aktivisten kamen der Bootsspitze des Schiffstransporters nahe. „Das hat man schon Muffe“, sagte der 63-jährige Walsumer.

Auch in Zukunft will Greenpeace am Niederrhein auf Umweltthemen aufmerksam machen - zum Beispiel auf dem Weseler Weihnachtsmarkt oder in Filmvorführungen auch in Dinslaken. Ein Thema wird sein: der Schutz der Buchenwälder.

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