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Heidinger: Vorwürfe der Caritas „nicht haltbar“

Der Baustopp an der Fliehburg ist die Ursache des Zerwürfnisses zwischen Stadt und Caritas.

Foto: Heiko Kempken

Der Baustopp an der Fliehburg ist die Ursache des Zerwürfnisses zwischen Stadt und Caritas.

Dinslaken.   Dinslakens Bürgermeister reagiert seinerseits in einem offenen Brief auf die Vorhaltungen des Caritasdirektors Michael van Meerbeck.

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Als „unangebracht“ bezeichnet Bürgermeister Dr. Michael Heidinger die Vorwürfe des Caritasdirektors Michael van Meerbeck, die dieser in einem offenen Brief geäußert hatte. Das Stadtoberhaupt reagierte seinerseits in einem offenen Brief auf die Vorhaltungen van Meerbecks, der eine „Hetzjagd“ auf die Caritas beklagt und am Montag zudem die Aufgabe der Jugendkneipe „Huberts“ verkündet hatte.

„Bereitschaft zu einem gemeinschaftlichen Miteinander vermisst“

„Ohne Zweifel“ habe die Caritas einen „wesentlichen Anteil daran, dass die Unterbringung, Versorgung und Betreuung“ der Flüchtlinge in Dinslaken „menschenwürdig“ organisiert werden konnte“. Als jedoch die Zahl der Zuweisungen im Jahr 2016 zurück ging und der weitere Bau von Unterkünften im Juli 2017 vom Stadtrat in Frage gestellt wurde, habe die Stadt bei der Caritas die „Bereitschaft zu einem gemeinschaftlichen Miteinander vermisst.“

Statt die Verträge gemeinsam zu prüfen, um, wie vom Rat beauftragt, die finanziellen Folgen einer Kündigung der Bauaufträge zu eruieren, habe der Caritasverband eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. Noch bis Ende 2017 habe van Meerbeck am Bau der fünf weiteren Unterkünfte festgehalten, „obwohl ersichtlich kein Bedarf mehr bestand.“ Auch ein Wohlfahrtsverband müsse sich aber „einer ordnungsgemäßen Prüfung seiner finanziellen Forderungen stellen“. In „diesem Zusammenhang von unangemessenem Verhalten oder ‘Hetzjagd’ zu sprechen“ sei „vollkommen unangebracht“, so Heidinger. Die Stadt habe die Forderungen der Caritas „für nachgewiesene und überprüfte Forderungen“ erfüllt, den beteiligten Firmen würden „in Kürze“ Vergleichangebote unterbreitet.

„Kein Anlass, die Zusammenarbeit aufzukündigen“

Der Vorwurf, die Stadt würde alle Zahlungen für Leistungen der Caritas im Bereich der Jugendhilfe verzögern, „entbehrt jeder Grundlage“ und sei „nicht haltbar und unangemessen“. „Vollends abwegig“ seien Spekulationen, nach denen die Stadt über eine Kündigung von Leistungsverträgen mit der Caritas nachdenke. Seit Sommer 2017 sei die Caritas „unabhängig von dem Konflikt“ mit weiteren Leistungen in siebenstelliger Millionenhöhe betraut worden. Es bestehe „unsererseits überhaupt kein Anlass“, die Zusammenarbeit aufzukündigen. „Ich hoffe sehr, dass wir die bestehenden Probleme in den kommenden Gesprächen zum Wohle unser Bürgerinnen und Bürger lösen werden.“

Caritasdirektor reagierte noch abends

„Es ist unser Ziel, die andauernden Auseinandersetzungen zu befrieden“, so reagierte Michael van Meerbeck abends auf den Brief. Differenzen könnten aber nur im von der Caritas angeregten Schlichtungsverfahren ausgeräumt werden.

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