Bombenentschärfung

Helfer mussten bei Evakuierung Überzeugungsarbeit leisten

Luftbild, ehemaliges Zechengelände Lohberg, Kraftwerk Lohberg, Förderturm, Wasserturm, Zechenwerkstatt Lohberg, Hünxer Straße, Lohberg, Dinslaken, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Luftbild, ehemaliges Zechengelände Lohberg, Kraftwerk Lohberg, Förderturm, Wasserturm, Zechenwerkstatt Lohberg, Hünxer Straße, Lohberg, Dinslaken, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Dinslaken.  Bei der Evakuierung wegen des Bombenfunds in Dinslaken-Lohberg gab es uneinsichtige Anwohner und Hundehalter. Auch Corona spielte eine Rolle.

Gänzlich reibungslos lief die Evakuierung der rund 130 von der Bombenentschärfung betroffenen Haushalte in Dinslaken-Lohberg am Donnerstagabend nicht ab.

Wie Stadtsprecher Marcel Sturm am Tag danach auf NRZ-Anfrage erklärt, hätten die Helfer – neben Mitarbeitern von Verwaltung und Polizei unterstützten rund 95 Kräfte von DRK, Johannitern, Maltesern und Feuerwehr, die, so Sturm, „toll zusammenarbeiteten“ – auch Fälle verzeichnet, „in denen man zunächst uneinsichtige Menschen davon überzeugen musste, das Haus zu verlassen“.

Hundehalter im Umkreis angetroffen

Darüber hinaus seien im Umkreis von 500 Metern, in dem „luftschutzmäßiges Verhalten“ notwendig war, auch Hundehalter angetroffen worden, die noch mit ihrem Tier spazieren gehen wollten. „Auch das mussten wir verbieten und entsprechend erst sicherstellen, dass niemand mehr draußen unterwegs war“, erklärt der Stadtsprecher. Dass es hierdurch zur Verzögerung bei der Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg kam, kann er jedoch nicht bestätigen. „Es war geplant, dass die Entschärfung irgendwann nach 20 Uhr stattfinden würde, weil ab 20 Uhr der Kampfmittelbeseitigungsdienst einsatzbereit war“, sagt er. Zunächst habe aber erst evakuiert werden müssen.

Wie viele Menschen im Evakuierungsradius insgesamt betroffen waren, kann Sturm nicht beantworten. „Das ermitteln wir nachträglich nicht mehr“, erklärt er. Dass es rund 130 Haushalte waren, hatte der Stadtsprecher, wie berichtet, bereits Donnerstagabend mitgeteilt. Rund 65 Personen darunter waren letztendlich am Sammelplatz – den die Verwaltung bekanntlich in der GGS Lohberg eingerichtet hatte.

Sammelstelle nutzten auch Lohberger, die coronabedingt unter Quarantäne standen

Coronabedingt stand dafür nicht nur die Turnhalle der Grundschule zur Verfügung, sondern es wurden auch genügend Klassenräume geöffnet. So habe man die Abstände einhalten und für notwendige Hygienemaßnahmen sorgen können. „Außerdem hatten wir auch Masken, die wir (und auch die Evakuierungsteams) zur Verfügung stellen konnten“, erklärt Sturm.

Unter den Personen am Sammelplatz gab es auch Lohberger, die coronabedingt unter Quarantäne standen und bisher ohne positives Ergebnis waren. Darüber habe die Stadt einen Überblick gehabt, betont der Stadtsprecher. „Diese Personen wurden gesondert untergebracht, in Klassenzimmern“, erklärt Marcel Sturm.

Die Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Donnerstag bei nicht-städtischen Bauarbeiten auf privater Fläche nahe der Zechenwerkstatt und des Bergparks gefunden worden und musste von Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärft werden. „Ob dort weitere Bomben liegen könnten, dazu gibt es bei uns keine Erkenntnisse“, sagt Stadtsprecher Sturm auf NRZ-Nachfrage.

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