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Hier sind Gefahrstellen für Fahrradfahrer in Voerde

Am Rathaus startete die „Stop-Go-Rappeltour“, zu der ADFC eingeladen hatte.

Am Rathaus startete die „Stop-Go-Rappeltour“, zu der ADFC eingeladen hatte.

Foto: Heiko Kempken

Voerde.   ADFC-Vorsitzender Peter Diederichs machte bei einer Radtour auf gefährliche Stellen aufmerksam. Für manches Problem gebe es eine einfache Lösung

Für Radfahrer sei es nicht ganz einfach, in den vergangenen Jahrzehnten habe allein der Autoverkehr im Vordergrund gestanden. Daraus ergeben sich für Radler Probleme. Welche in den Voerder Ortsteilen vorhanden sind, hat der ADFC Dinslaken-Voerde nun bei einer 18 Kilometer langen „Stop-Go-Rappeltour“ vorgestellt.

Kein Verwaltungsvertreter nahm teil

ADFC-Vorsitzender Peter Diederichs kritisierte, dass sich trotz Einladung kein Vertreter der Verwaltung unter den 15 Teilnehmern befand. Auf der dreistündigen Tour, die am Rathaus startete, präsentierte er in den Ortsteilen Stockum, Friedrichsfeld, Löhnen und Götterswickerhamm Gefahrquellen und Kuriositäten mancher Beschilderung.

Ständiges Ab- und Aufsteigen an der Bahnhofsstraße

Als besonders hinderlich empfindet Diederichs, dass die Radfahrer vom Bahnhof kommend Richtung der katholischen Kirche zwei Mal die Bahnhofstraße überqueren müssten. Gerade für ältere Menschen sei das ständige Auf-und Absteigen problematisch. Dies ließe sich vermeiden, wenn man den Weg, seitens der Katholischen Kirche, in beide Richtungen für die Radfahrer freigäbe, so Diederichs. Zulässig sei das seit Mai 2017. Es erfordere nur eine neue Beschilderung.

„Lebensgefährliche“ Kreuzung auch in Spellen

Die gleiche Regelung erhofft sich der Fahrrad-Club auch für den Rad- und Fußweg auf der Spellener Straße, hinter der Unterführung, Richtung des Friedrichsfelder Zentrums. „Das sind lebensgefährliche Straßenkreuzungen“, findet Diederichs.

Am Umlaufgitter kommt man nur schlecht vorbei

Besonders schwierig zu passieren sei das Umlaufgitter auf dem Radwanderweg, der die Grünstraße zur Schafstege kreuzt, vor allem für Fahrräder mit Anhängern. „Gerade wenn man als Radfahrer Packtaschen dabei hat, ist es schwer dort durchzukommen“, stellt Diederichs fest. Der Abstand zwischen den Gittern müsse 1,50 Meter bemessen, der Fahrrad-Club habe allerdings nur eine Distanz von 1,3 Meter festgestellt. Eine Möglichkeit die Stelle für Radfahrer passierbarer zu gestalten, sei es den Winkel der Gitter zu ändern. Die optimale Lösung wäre aber eine Art erweiterter Zebrastreifen, der die Fahrradfahrer mit einschließe, wie das in den Niederlanden oft der Fall sei.

Der Radweg an der Rheinpromenade wird zugeparkt

Problematisch ist auch die Situation an der Dammstraße in Götterswickerhamm. Die Radfahrer seien gezwungen den benutzungspflichtigen Radweg, der an der Rheinpromenade verläuft, zu nutzen. „Das ist gar nicht möglich, weil der Weg durch Autos und Fahrräder ständig zugeparkt wird“, erklärt Diederichs. Der Verein schlägt stattdessen vor, auf der Dammstraße Markierungen für Fahrradstreifen zu veranlassen. Die zuständige Landesbehörde habe jedoch bisher nicht auf den Vorschlag reagiert.

„Verwaltung hat für Fahrradfahrer nichts übrig“

Auch seitens der Stadt fehle die Unterstützung. „In erster Linie scheitern unsere Verbesserungsvorschläge am Willen der Stadtverwaltung. Diese habe für Fahrräder einfach nichts übrig“, findet Diederichs. Präsenz gezeigt haben allerdings drei Vertreter der Grünen und ein Mitglied der SPD. Dem ADFC Dinslaken-Voerde, mit seinen rund 85 Mitgliedern, ist es sehr wichtig Veränderungen in der Voerder Infrastruktur für die Radfahrer zu bewirken, denn diese fühlen sich gegenüber Autofahrern und Fußgängern oft benachteiligt. Der erste Vorsitzende des Vereins erläutert: „Unser Ziel ist es das Fahrrad fahren wieder attraktiver für alle zu machen“.

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