26. Deutscher Mühlentag

Hiesfelder Mühlen gut besucht

Gerd und Hildegard Hinz aus Oberhausen machten mit ihren Rädern einen Stop beim Mühlentag im Mühlenmuseum an der Wassermühle Hiesfeld.

Gerd und Hildegard Hinz aus Oberhausen machten mit ihren Rädern einen Stop beim Mühlentag im Mühlenmuseum an der Wassermühle Hiesfeld.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Fast 1000 Mühlen nahmen wieder deutschlandweit am Mühlentag 2019 teil. Auch die beiden Mühlen in Hiesfeld waren geöffnet - samt Museum.

Natürlich lässt es sich am Pfingstmontag auch der Ehrenvorsitzende des Mühlenvereins Hiesfeld nicht nehmen, beim traditionellen 26. Mühlentag an beiden Hiesfelder Mühlen und im Mühlenmuseum vorbeizuschauen. „Ich freue mich immer noch über jeden Besucher aus nah und fern, der unsere Kleinode besucht“, sagt Kurt Altena (89). Fast 1000 Mühlen nehmen wieder deutschlandweit teil. Eingeladen hat die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) zusammen mit ihren Landes- und Regionalverbänden. Seit 1994 findet der Mühlentag immer am Pfingstmontag statt.

Viele Ausflügler schauten vorbei

Auch in diesem Jahr nutzen wieder viele Besucher – ob Familien mit Kindern, Senioren oder Fahrradausflügler – die Gelegenheit, die technischen Denkmäler samt Museum in Hiesfeld zu besichtigen.

An der Windmühle werden sie von Oliver Ibach, stellv. Vorsitzender des Mühlenvereins Hiesfeld, und von Carolin Franck, Beisitzerin im Vorstand, empfangen. Schon um 11 Uhr stellen sich die ersten Interessierten ein, gibt es die ersten Führungen und Gespräche.

Im Jahr 20200 feiert die Mühle 200. Geburtstag

„Die Leute freuen sich, dass wir eine Mühle haben, die sich dreht, auch wenn es diesmal durch Motorkraft ist“, so Ibach. Nur bei West- und Südwestwind könne sie arbeiten und die Flügel würden bespannt, nicht aber bei Ostwind, erklärt er. Das soll sich bis zum Jahr 2022 ändern. Denn dann feiert die Hiesfelder Windmühle 200. Geburtstag, der Mühlenwall soll umgestaltet, die Kappe auf dem Turm um 360 Grad drehbar sein.

Die Mühle soll sich möglichst einmal im Monat drehen

Drinnen auf den verschiedenen Ebenen informiert Carolin Franck derweil über das Müllerhandwerk, Achsenradantrieb, Abstand der Mühlsteine, Geschwindigkeit des Mahlens, Qualität des Mehls, Probenentnahmen, Sackaufzugskammer, Mehl- und Steinsöller, Tuchbespannung der Flügel und mehr. „Viele Hiesfelder sagen, sie waren noch nicht in der Turmwindmühle und möchten sie sich drehen sehen“, sagt Ibach. „Zurzeit planen wir dies einmal im Monat, wenn der Wind aus der richtigen Richtung kommt.“

Brot oder Kuchen aus dem eigenen Holzbackofen

Auch die Wassermühle mit ihrem Holzbackofen sei „gesellschaftlich interessant“. Viele Vereinsmitglieder fertigten ihren Brotteig selbst, um Brot, Pizza oder Kuchen zu backen.

Auch andere Interessierte könnten sich für einen Termin beim Mühlenverein melden, sagt Ibach. Das Museum mit Fachwerkhaus biete „viel Gestaltungsspielraum“ für Modellbau, altes Handwerk, Fotografie, Pädagogik und Geselligkeit.

Verein konnte jüngere Mitglieder gewinnen

Dort ist an diesem Pfingstmontag der neue erste Vorsitzende Kurt Simons (53) vor Ort. Zusammen mit Bruno Heisterkamp erklärt er den interessierten Besuchern die rund 60 Mühlenmodelle. Auch er spricht bei beiden Hiesfelder Mühlen von „Anziehungsmagneten und einzigartigen historischen Gebäuden“. Gleichzeitig lobt er alle Aktiven im Mühlenverein. „Unsere alten Vereinskameraden haben ein tolles Fundament gelegt. Wir konnten jetzt Leute im Alter von 50 Jahren und jünger hinzugewinnen, um den Verein für die Zukunft noch attraktiver zu gestalten.“ Und auch das Müllerleben sei sehr interessant. Mitglied Detlev Flores mache derzeit in den Niederlanden eine Ausbildung zum Wassermüller.

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