Streitfall

Hitzige Diskussion um Kinder-Verbot auf Hundewiese in Dinslaken

Die Hundewiese hinter der Eishalle in Dinslaken. Geht es nach einem Bürger, sollen Kinder dort keinen Zutritt mehr haben.

Die Hundewiese hinter der Eishalle in Dinslaken. Geht es nach einem Bürger, sollen Kinder dort keinen Zutritt mehr haben.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Dinslaken.   Ein Hundehalter hat bei der Stadt Dinslaken beantragt, dass Kinder unter 12 Jahren der Zutritt zur Hundewiese verboten wird. Der Bürgervorschlag wird von Eltern und Hundebesitzern kontrovers diskutiert. Und auch die Stadt hat eine klare Meinung zu dem Thema.

Spielzeug und Bälle sind nicht erwünscht auf der Hundewiese Dinslaken. Das signalisiert ein Schild mit niedlichen Hundebildern am Eingang der so genannten „Fläche für artgleiche Kommunikation“. Ginge es nach einem Hundehalter, käme ein weiteres, nicht ganz so niedliches Schild hinzu. Eines, das Kindern unter zwölf Jahren den Zutritt zur Hundewiese verbietet. Das hat der Hundefreund bei der Stadt beantragt - und damit eine Kontroverse unter den Nutzern der Hundewiese ausgelöst.

Eltern fühlen sich unerwünscht

Kleinkinder, die auf der Hundewiese auf einer Decke spielten und dabei angeblich nicht genügend beaufsichtigt wurden - das war der Anlass für die Beschwerde des Hundehalters, so Stadtsprecher Thomas Pieperhoff. Ein anderer Fall - Hunde sollen an einem Kinderwagen geschnuppert haben, der dann als Schutzschild für die Kinder eingesetzt worden sei - hat für heftige Diskussionen auf der Facebook-Seite der Hundewiese gesorgt. Es sei schließlich eine Hundewiese und kein Kinderspielplatz, argumentieren Hundehalter, ein Ort also, an dem sich die Tiere artgerecht austoben dürfen.

Kinder, so finden einige, gehören nicht auf die Hundeweise, weil Hunde das Verhalten von Kindern falsch verstehen könnten. Und es könne nicht sein, dass „die Hunde Rücksicht auf die Kinder nehmen sollen“, heißt es in dem Forum. Auf keinen Fall, so äußerte dort eine Hundehalterin, werde sie ihre „Hunde zurückpfeifen, wenn sie einem Kind auf der Wiese zu nahe kommen“.

Kinder bei Bekannten "parken"

Eltern, die mit ihrem Hund die Hundewiese besuchen wollen, sollen die Kinder in der Zeit „bei Bekannten parken oder am Spielplatz“, so ein Vorschlag. Die Diskussion um ein angebliches Verbotsschild begrüßte ein Hundehalter. Sein Tier habe Probleme mit Kindern - und „so kann ich wieder unbedenklich zur Hundewiese kommen“.

Manche Eltern fühlen sich mit ihren Kindern nun unerwünscht auf der seit vier Jahren bestehenden Wiese - „diskriminiert und ausgeschlossen“, heißt es auf Facebook. Wer mit Kind komme, werde gemieden, die Wiese leere sich schnell. Sie würde gerne mit ihrem Vierbeiner zur Hundewiese kommen - aber das sei nicht möglich, weil ihr Kind Sommerferien habe, bedauert eine Mutter. Sie könne ihr Kind nicht ständig „abschieben“, so eine andere. Jeder Hundebesitzer, so meint eine Hundehalterin, habe „dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Hund keine Gefahr ausgeht. Egal ob Hundewiese oder normale Wiese.“

"Betreten auf eigene Gefahr"

Das sieht Stadtsprecher Pieperhoff ähnlich. Hundehalter seien für ihre Tiere, Eltern für ihre Kinder verantwortlich. „Die Stadt stellt die Wiese zur Verfügung - das Betreten geschieht auf eigene Gefahr.“ Was dort passiere, geschehe „außerhalb des Verantwortungsbereichs der Stadt“. Es gebe keine Überlegungen, Kindern das Betreten zu verbieten.

Leserkommentare (15) Kommentar schreiben