Karneval

Hoppeditz wurde im Burgtheater Dinslaken zu Grabe getragen

Die KG Rot Gold nahm Abschied vom Hoppeditz. Auch Neumitglied Bürgermeister Heidinger (li.) gehörte der etwa 60-köpfigen Trauergemeinde im Burgtheater an.

Die KG Rot Gold nahm Abschied vom Hoppeditz. Auch Neumitglied Bürgermeister Heidinger (li.) gehörte der etwa 60-köpfigen Trauergemeinde im Burgtheater an.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die KG Rot Gold hatte bei aller Trauer auch einen Grund zur Freude: ein prominentes neues Mitglied. Und sie macht ein Angebot an andere Vereine.

Lautes Wehklagen klang am Dienstagabend aus dem Burgtheater. Ein Feuer brannte, eine Figur darin: Die Karnevalsgemeinschaft Rot Gold Dinslaken betrauerte den Hoppeditz, der an diesem Abend nach einer fröhlichen Session zu Grabe getragen wurde.

Etwa 60 Mitglieder und Gäste konnte der Vorsitzende Peter Börgers zum Auftakt der Trauerfeier im König am Altmarkt begrüßen – als Ehrenmitglieder wurden Gründungsmitglied Ruth Gansen, der langjährige Kassierer Reiner Trost sowie der Ehrenritter Ernst Dieter Lakermann besonders willkommen geheißen. Die kleinen Kichererbsen zeigten noch einmal ihren Showtanz. Dieser wurde letztmalig von der Trainerin Christa Kittner begleitet. Nach über 20 Jahren gibt sie den Trainerstab an Karo Borbonus weiter, die zukünftig den Garde- und Showtanz trainieren wird.

Gute Nachrichten für den Verein

Nach dem Gardetanz der Sweet Devils gab es eine Neuerung zum Abschluss der Session: Erstmalig wurden neue Vereinsmitglieder in diesem Rahmen vorgestellt. Yvonne van Lierop, die direkt auch bei den Cocco Lores eingestiegen ist und Charlotte Michels, die durch ihre Schwester Pauline begeistert wurde. Und über ein ganz prominentes neues Mitglied freute sich der Verein: Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.

Die Nachwuchsarbeit habe ihn überzeugt, begründete Heidinger seinen Beitritt. Ein Verein wie die Rot Goldenen, aus dem Herzen der Stadt, in der Altstadt gegründet und nach wie vor dort beheimatet, der Tradition verpflichtet, das Brauchtum Karneval weiter zu führen, das sei ein weiterer Grund. Die Begeisterung, immer wieder aufs Neue ein Programm zusammen zu stellen, eine dreistündige Prunksitzung durchzuführen, die Teilnahme an zwei Umzügen, und das alles ehrenamtlich, das sei wirklich bewundernswert.

Ein großer Dank so Heidinger gelte insbesondere in dieser Session Karo I., die als Lieblichkeit die Stadt sehr gut repräsentiert und neben ihrem Beruf als Erzieherin viele Veranstaltungen mit Bravour gemeistert habe. Bei Ihrer Abschiedsrede zog Karo I. ein Resümee. In den letzten 107 Tagen durfte sie viel erleben und viele neue Freundschaften schließen. Sie bedankte sich bei ihrer Pagin Sarah und ihrem Herold Martin: „Ich möchte abschließend einfach nur Danke sagen, ihr seid toll.“

Vermächtnis des Hoppeditz

Gegen 21.44 Uhr war es dann traurige Gewissheit. Karo I. stellte beim Hoppeditz kein Lebenszeichnen mehr fest. Der Bestatter – Egon van Lierop – eilte herbei. Vom „Hopi“ hatte er noch zu Lebzeiten den Auftrag bekommen, der Trauergemeinde einige Dinge mit auf den Weg zu geben: Dem Hoppeditz sei es immer eine Herzensangelegenheit gewesen, das Brauchtum Karneval zu erhalten und das Ehrenamt, nicht nur im Karneval, zu würdigen und zu stärken.

Er bat darum, zu erinnern, worauf es im Leben ankomme, worum es eigentlich gehe: Karneval sei verbindend und sollte, wenn er erhalten werden soll, auch so gelebt werden. Im Vereinsleben zähle die Gemeinschaft. Alles diene nur einem Ziel: „Dem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern! Das höchste Glück von uns allen.“ Die Karnevalsgemeinschaft Rot Gold gebe kreativen Menschen „Raum und Zeit für Wortsinn“ und habe ebenso Platz für die, die einfach Feste feiern wollen.

Die Altstadtjecken dankten Din-Event für die Bereitstellung des Burgtheaters und der freiwilligen Feuerwehr Möllen, die den Aufbau und das Räumen der Feuerstelle übernahm.

Die Karnevalsgemeinschaft könnte sich gut vorstellen, den Abschied vom Hoppeditz als gemeinsame Veranstaltung mit den anderen Dinslakener Karnevalsvereinen zu feiern und sich in der Ausrichtung abzuwechseln, so Frank Winko-Bugenings, Sprecher der Rot Goldenen. So könnte das Brauchtum gestärkt werden. Dass das funktioniert, zeigt jedes Jahr der gemeinsame Rathaussturm. (aha)

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