Sonderabfalldeponie

Hünxe: Erfassung von Deponiegas soll optimiert werden

Die Sonderabfalldeponie Hünxe-Schermbeck.

Die Sonderabfalldeponie Hünxe-Schermbeck.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Hünxe.  Sonderabfalldeponie Hünxe-Schermbeck: AGR plant die Errichtung von zwei Gassammelstationen und die Ertüchtigung mit Neuanschluss von Gasbrunnen.

Die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet als Betreiber der Sonderabfalldeponie Hünxe-Schermbeck plant, die Deponiegaserfassung dort zu optimieren. Ausgelöst durch die Veränderung der Gaszusammensetzung im Deponiekörper sollen unter anderem Gasbrunnen ertüchtigt und zwei Gassammelstationen errichtet werden. Das Thema kam jetzt als Tischvorlage auf die Tagesordnung im Planungs- und Umweltausschuss.

Um zukünftig insgesamt eine schnellere Entgasung des Deponiekörpers als bisher zu erzielen, ist eine Stabilisierung mittels einer Saugbelüftung vorgesehen. Der Deponiekörper wird hierbei in den aeroben Zustand gebracht, das heißt: Sauerstoff wird über ein Rohrleitungssystem zugeführt. Dadurch wird eine Minimierung des anaerob gebildeten Methans erreicht.

Schnellere Entgasung erzielen

Das noch vorhandene Methan im Deponiegas soll zukünftig anteilig verwertet werden. Dazu erfolgt eine Trennung von Gut- und Schwachgas. Das Schwachgas soll mittels einer neuen Anlage behandelt werden, das Gutgas wird nach wie vor dem Blockheizkraftwerk zur energetischen Verwendung zugeführt. Dabei soll die abgesaugte Gutgasmenge zur Befeuerung des Werks um 110 Prozent gesteigert und Treibhausgasemissionen um 80 Prozent reduziert werden.

Die genaue Ausführung der Schwachgasbehandlungsanlage wird nach durchgeführter öffentlicher Ausschreibung Gegenstand eines Folgeantrages sein.

Insgesamt sind für die Errichtung des genannten Systems aktuell die folgenden Maßnahmen geplant: Rückbau der Gassammelstationen GS 1, GS 2 und GS 3; Rückbau der Hauptregulierstation; Neuerrichtung von zwei Gassammelstationen mit der Option der Gutgas- und Schwachgastrennung; Um- beziehungsweise Ausbau des Rohrleitungssystems (Gutgas-/Schwachgastrennung); Ertüchtigung und Neuanschluss von Gasbrunnen.

Buschmann: „Innovatives Verfahren“

Bürgermeister Dirk Buschmann sprach von einem „innovativen Verfahren. Wir sehen keine Risiken für uns“. Auch der Kreis Wesel und die Bezirksregierung hätten keine Einwende“. Und: Die Maßnahme habe keine finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde Hünxe. Am 29. September ist Deponiebeiratssitzung. Die vorliegenden Planunterlagen können bei Bedarf im Vorzimmer des Bürgermeisters eingesehen werden.

Einstimmigkeit gab es im Planungs- und Umweltausschuss nach kurzer Diskussion für folgenden Beschlussvorschlag: Seitens der Gemeindeverwaltung bestehen keine Bedenken im Hinblick auf die vorgelegten Planungsunterlagen. Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, eine entsprechende Stellungnahme an die Bezirksregierung zu verfassen.

Abschlussbetriebsplan Lohberg

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die Gemeinde Hünxe als Planungsträger zur Abgabe einer Stellungnahme zum Abschlussbetriebsplanverfahren der RAG für den weiteren Grubenwasseranstieg der Zentralen Wasserhaltung Lohberg gebeten. Nach Erreichen des geplanten Endniveaus von minus 630 Metern soll das Grubenwasser am Standort Lohberg zutage gehoben und in den Rhein eingeleitet werden.

Hinsichtlich der von der Gemeinde zu vertretenden Belange bestehen gegen den Abschlussbetriebsplan keine grundsätzlichen Bedenken. Zur Sicherung der gemeindlichen Gewährleistungspflicht an Straßen, Wegen, Brücken etc. sind Schäden infolge bergbaulicher Einwirkungen auf Kosten der Verursacherin unverzüglich zu beseitigen. Der Beschlussvorschlag im Ausschuss erfolgte einstimmig.

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