Planungsausschuss

Hünxe lehnt Zeelink-Trasse ab

Nach dem Raumordnerischen Verfahren liegt der Plan für den Verlauf der Erdgasfernleitung vor.

Foto: Open Grid/Gemeinde Hünxe

Nach dem Raumordnerischen Verfahren liegt der Plan für den Verlauf der Erdgasfernleitung vor. Foto: Open Grid/Gemeinde Hünxe

Hünxe.   Planungs- und Umweltausschuss: Verwaltung zählt mehrere Gründe auf,die gegen die Planung für den Neubau der Erdgasfernleitung sprechen

Zwölf Minuten nach Beginn der Sitzung stand der Beschluss fest: Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschuss folgten der Ansicht der Verwaltung und beschlossen einstimmig, die Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Erdgasfernleitung Zeelink. Die Trasse wird darin abgelehnt. An einem Punkt der Vorlage ist sogar von einem Planungsfehler die Rede.

Über 20 Hünxer waren gestern zur Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses gekommen. In der Verwaltungsvorlage wird kritisiert, dass eine im Raumordnungsverfahren vorgeschlagene Alternativtrasse durch den Dämmerwald mit Hinweis auf naturschutzfachliche Gründe abgelehnt wurde.

Der Abstand zu Häusern ist zu gering

Bei der nun zur Diskussionen stehende Trasse werde das Gefährdungspotenzial der Menschen im näheren Umkreis der Erdgasfernleitung aber nicht berücksichtigt.

Die beantragte Trassenführung befindet sich laut Verwaltung in einem Abstand von weniger als 100 Metern zu Wohngebäuden. „Selbst wenn das Raumordnerische Verfahren schon abgeschlossen ist, so muss unter diesem Gesichtspunkt gefordert werden, dass dieses unter dem Aspekt der Gefährdung der Menschen erneut durchgeführt wird, sofern keine adäquate Trasse im jetzigen Korridor gefunden werden kann.“

Ablehnung erfolgt aus Sicherheitsgründen

Die Ablehnung begründet die Verwaltung auch mit Aussagen zur Sicherheit und zitiert aus einem Forschungsbericht des Bundesamtes für Materialforschung und -prüfung. Daraus ergibt sich, dass in einem Havariefall der Gasleitung erhebliche Zerstörungen in einem Abstand von etwa 350 Metern beidseits der Gastrasse zu erwarten sind.

„So gehen die Überlebenschancen nach diesem Bericht in einem derartigen Szenario gegen Null“, heißt es in der Vorlage.

Und die Gemeinde hätte erwartet, dass sich der Antragsteller mit dieser Thematik ausführlich ausein­ander setzt und einen entsprechenden Sicherheitsabstand zur Trasse in den Planungen berücksichtigt.

Gemeindeverwaltung sieht einen Planungsfehler

Darin sieht die Gemeindeverwaltung einen Planungsfehler. Es sei versäumt worden, abwägungsrelevante Dinge zu berücksichtigen.

Für die Gemeinde bringt der Trassenverlauf auch Nachteile für die Vermarktung von Grundstücken. Die vorgelegte Planung verstößt nach Auffassung der Verwaltung auch gegen den Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Grundsatz ist nicht gefolgt worden

Darin heißt es, dass bei Transport gefährlicher Güter durch Pipelines Gefahrenpotenziale verbleiben und deshalb bei Planungen, Bau und Betrieb solcher Leitungen Sicherheitsaspekte zur Vermeidung von Schäden für Menschen und Umwelt an oberster Stelle stehen. „Diesem Grundsatz ist nicht gefolgt worden.“

Die Stellungnahme wird am Mittwoch nächster Woche im Haupt- und Finanzausschuss behandelt. Anschließend wird sie an die Bezirksregierung geschickt.

Bezirksregierung sammelt die Einwendungen

Dort werden die Einwendungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gesammelt. Dann es wird einen Erörterungstermin geben. Ob die Gemeinde bereit wäre zu klagen, wurde auch während der Einwohnerfragestunden gefragt. Um die Frage zu beantworten, sei es noch zu früh, sagte Bürgermeister Dirk Buschmann.

In Voerde wird an der Stellungnahme noch gearbeitet

>> In Voerde wird an der Stellungnahme zu Zeelink II noch gearbeitet. Die Verwaltung will die Position der Stadt im nächsten Planungs- und Umweltausschuss am 14. November darlegen, wie Dezernent Wilfried Limke gestern erklärte.


Einen Tag nach der Sitzung ende die Frist, bis zu der die Kommune als Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahme abgeben kann. Wie sich Voerde zu dem Projekt positionieren wird, dazu wollte sich Limke noch nicht äußern. Das sei „zu früh“.

Im Moment liegen die Pläne zu dem Vorhaben noch öffentlich aus. Bis Dienstag, 17. Oktober, haben Bürger die Möglichkeit, diese einzusehen – in Voerde im Bürgerbüro, Raum 038. Danach bleiben ihnen noch zwei Wochen Zeit (bis einschließlich 2. November), ihre Anregungen und Bedenken bei der Bezirksregierung Düsseldorf oder bei der Stadt Voerde schriftlich einzureichen. Den bisherigen Nachfragebedarf in der Bürgerschaft bewertet Limke im Vergleich zu anderen großen Verfahren wie „Betuwe“ als „sehr verhalten“.

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