Politik

Hünxer Grundschulen: Bedarf an Betreuung wird abgefragt

Schulzentrum Hünxe mit Karl-Vogels-Grundschule (links) und Gesamtschule.

Schulzentrum Hünxe mit Karl-Vogels-Grundschule (links) und Gesamtschule.

Foto: Hans Blossey

Hünxe.  Im Rahmen einer Evaluation zum Offenen Ganztag an den Hünxer Grundschulen zählt auch der Elternwille. SPD-Antrag sieht mehr Flexibilität vor.

Weil viele Eltern zur Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend, Kultur und Sport im Rathaus erschienen waren, wurde die Tischvorlage mit dem SPD-Antrag kurzfristig vorgezogen. Da offenbar viele das aktuelle Betreuungsangebot an den Hünxer Grundschulen als unflexibel empfinden, sprach der Ausschuss über die Betreuungssituation. Nach ausgiebiger Diskussion beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, eine Elternbefragung zum Bedarf an zusätzlichen Betreuungsangeboten durchzuführen.

Im Offenen Ganztag besteht eine grundsätzliche Teilnahmepflicht bis 15 Uhr. Eltern können ihre Kinder daher nur zu festgelegten Zeiten abholen. „Wir sind der Auffassung, dass die Betreuung an den Hünxer Grundschulen flexibler gestaltet werden muss. Dafür könnten zwei Betreuungsmodelle parallel zueinander laufen“, erläuterte die SPD-Ratsfrau und stellv. Bürgermeisterin Waltraud Schilling. Neben dem Offenen Ganztag könnte das Betreuungsmodell „Schule von acht bis eins“ gefahren werden. Hier können Eltern ihre Kinder bereits um 13 Uhr abholen. „Laufen zwei Betreuungsmodelle parallel zueinander, könnten sich die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind in den Offenen Ganztag geben oder die Alternative nutzen“, so Schilling weiter.

Auch Schulvertreter und Eltern kamen zu Wort

Im Ausschuss wurden ausgiebig Herausforderungen und Wege der Betreuungsmodelle diskutiert. In einer Sitzungsunterbrechung kamen dann auch Eltern zu Wort, die der Einladung der Ausschussvorsitzenden Marion Lukassen (SPD) gefolgt waren. Sie sprachen sich für „mehr Flexibilität“, „andere Stundenmodelle“, „zusätzliche Einzelbetreuung“ und „mehr Familienfreundlichkeit“ aus. Vertreterinnen der drei Grundschulen nannten vor allem das Raum- und Personalproblem. Elternwünsche müssten an die Landesregierung gerichtet werden.

Damit zwei Betreuungsmodelle parallel laufen können, müsse eine räumliche und personelle Trennung zwischen den Angeboten sichergestellt werden, machte Anke Schott von der Verwaltung klar. So dürften Kinder im Offenen Ganztag nicht im selben Raum und vom selben Personal des Betreuungsmodells „Schule von acht bis eins“ betreut werden. Entsprechende Vorgaben kommen vom Land. Außerdem müsse Platz da sein, um beide Betreuungsformen unterbringen zu können: „Uns fehlen einfach die Räume!“ Zur Erstellung des neuen Schulentwicklungsplans soll eine erste Begehung an den Schulen im März stattfinden, so Schott.

SPD will sich auch an die Landespolitik wenden

Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig dafür, dass im Rahmen einer Evaluation zum Offenen Ganztag der Elternwille zu zusätzlichen Betreuungsmodellen erfragt wird. Dabei sollen sowohl Eltern jetziger und Eltern künftiger Grundschulkinder befragt werden. Auf dieser Datenbasis sollen dann weitere Entscheidungen zum Betreuungsangebot an den Grundschulen getroffen werden können.

Die SPD Hünxe will sich außerdem an die Landespolitik wenden. „Wenn es um die Flexibilität im offenen Ganztag geht, ist das Land als Gesetzgeber maßgeblich. Dort werden die Regeln gemacht, die Politik und Verwaltung vor Ort befolgen müssen. Wir werden deshalb den Wunsch nach mehr Flexibilität in die Landespolitik tragen und über den parteipolitischen Weg Druck auf die Landesregierung ausüben, damit den Eltern vor Ort mehr Freiraum gegeben wird“, so SPD-Vorstandsmitglied Benedikt Lechtenberg. (P.N.)

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