Projekt

Hünxerin (22) will mit Kindern in Afrika Yoga praktizieren

Jana Nuyken ist Yogatherapeutin und reist bald nach Afrika um traumatisierten Kindern zu helfen. Donnerstag der 07.12.2017 in Hünxe. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Foto: Lars Fröhlich

Jana Nuyken ist Yogatherapeutin und reist bald nach Afrika um traumatisierten Kindern zu helfen. Donnerstag der 07.12.2017 in Hünxe. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services Foto: Lars Fröhlich

Hünxe.  Jana Nuyken ist psychologische Yogatherapeutin. Im Februar möchte sie nach Marrakesch reisen und dort traumatisierten Kindern und Müttern helfen.

Beim Eintreten in ihre Wohnung begrüßt mich neben Jana Nuyken (22) auch ihre Katze Coco. Im Wohnraum der Hünxer Studentin liegt eine Yogamatte auf dem Boden, die Einrichtung hat einen gemütlichen indischen Flair. Coco räkelt sich entspannt auf dem Schreibtischstuhl. Das Tier strahlt dabei eine Ruhe aus, die zum Ambiente der Wohnung passt – und zur Bewohnerin: Jana Nuyken hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert. Mittlerweile ist sie auch psychologische Yogatherapeutin. Diese Lebensphilosophie scheint sie in sich aufgesogen zu haben.„Man schafft viel mehr und hat mehr Verständnis für viele Dinge.“ Mit dieser positiven Energie hat sie einen Vorsatz für das neue Jahr gefasst: Im Februar will sie für vier Wochen nach Marrakesch (Afrika) reisen und traumatisierten Kindern und Müttern dort helfen.

Schon in diesem Jahr war sie einmal dort – im Kinderdorf „Dar Boudar“. Auch bei einer Reise nach Mumbay in Indien habe sie viele arme Kinder gesehen, doch die Zustände, die sie in Marrakesch erlebt hat, haben sie nachhaltig schockiert: „Alles, was hier zu viel ist, gibt es da zu wenig.“ Die 22-Jährige berichtet von Babys, die auf den Arm genommen werden, aber einen nicht angucken oder die sich „eiskalt und steinhart“ anfühlten. Sie berichtet von jungen Mädchen im Teenageralter, die unehelich schwanger seien und sich aus Schamgefühl einen Gürtel um den Bauch schnallen würden. Die Kinder dieser Kinder kämen schwerbehindert und stark traumatisiert zur Welt – Geschichten, die ihr erzählt wurden, Schicksale, die sie erlebt hat.

Spielerisch mit Tanz und Musik Yoga praktizieren

Und nun möchte sie helfen – und die Menschen in Deutschland mit Hilfe von Instagram und ihren Blogartikeln mit auf ihre Reise nehmen: „Das, was ich tun kann, ist das, was ich gelernt habe“, erzählt sie. Ihr Plan: Mit Kindern und Müttern mit Hilfe von Massagen, Instrumentalmusik und Tanz Yoga praktizieren. Sie präsentiert auf Karteikarten beispielsweise die Yoga-Schnecke – „es wird sehr spielerisch und trotzdem sehr einfühlsam.“ Das Projekt solle aber nicht auf vier Wochen begrenzt sein, in Marrakesch möchte sie weitere Personen ausbilden, damit diese an der Yoga-Therapie weiter arbeiten können.

Wie sie einst selbst mit Yoga begann? Sie erinnert sich noch gut an ihre erste Stunde: „Die haben das Mantra Om gesungen und meditiert“, sagt sie – für sie erstmal total seltsam. Als Marathonläuferin war sie vor allem Aktives gewohnt: „Aber umso mehr man hinein wächst, versteht man das“, sagt sie. Mittlerweile gibt sie persönliche Yogastunden – mit einem ganz individuellen Zugang, sagt sie, das sei wichtig. Das macht sie neben dem Psychologie-Studium. Die 22-Jährige arbeitet und pendelt von Hünxe aus nach Düsseldorf, ist nach dem Abitur zunächst in der Heimat geblieben. „Ich fühl mich hier ganz wohl“, sagt sie. So wie auch Coco.

Projekt in Afrika: Yogamatten werden benötigt

  • Für das Projekt in Marrakesch benötigt Jana Nuyken noch Yogamatten und ist auf der Suche nach Spendern. Kontakt: jana@nuyken.de

    Weitere Informationen über das Kinderdorf „Dar Bouidar“ gibt es hier: www.kinderdorf-marrakech.ch

    Wer Jana Nuyken bei ihrer Reise virtuell begleiten möchte, kann dies via Instagram (jana_nuyken) oder über ihre Website tun: www.bewhatyouare.life

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