Windkraft

Hünxerin klagt gegen Windkraftanlagen in der Nachbarschaft

Die Familie Klees und der Förderverein Natur & Landschaftschutz Hünxe e.V. sprechen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in rund 500 Metern Entfernung von einer Wohnbebauung aus.

Die Familie Klees und der Förderverein Natur & Landschaftschutz Hünxe e.V. sprechen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in rund 500 Metern Entfernung von einer Wohnbebauung aus.

Foto: Arnulf Stoffel

Hünxe.   Ursula Klees sorgt sich um körperliche Beeinträchtigungen durch Windkraftanlagen. Die Hünxerin möchte deshalb eine Petition starten.

„Wir sind keine Gegner von Windkraftanlagen, denn Strom muss ja von irgendwoher kommen“, sagt Ursula Klees. Doch es sei reine Körperverletzung, große Windräder in rund 500 Metern Entfernung von einer Wohnbebauung aufzustellen. „Dabei gibt es in Hünxe andere Orte, an denen die Windparks hätten entstehen können, ohne irgendjemanden zu beeinträchtigen“, findet auch Heinz Lindekamp. Für Empörung, aber vor allem für Angst sorgen die drei gerade von den Gemeindewerken Hünxe und der RAG Montan Immobilien in Betrieb genommenen Windräder auf der Halde Lohberg Norderweiterung. Überdies ist ein weiterer Windpark mit vier Windrädern im Hünxer Naturschutzgebiet im Bau, die Errichtung zweier weiterer Windräder ist gerade beantragt. Die Inbetriebnahme im Windpark Hünxer Heide ist für Herbst geplant (die NRZ berichtete).

Vier Klagen sind laut Heinz Lindekamp anhängig

Doch seit langem regt sich Widerstand in Hünxe, an der Wilhelmstraße, der unmittelbaren Nachbarschaft zum Windpark. Vier Klagen seien zurzeit anhängig, sagt Heinz Lindekamp, der mit einigen anderen Betroffenen einen Förderverein gegründet hat, um den Stopp der Anlagen für das Naturschutzgebiet zu erreichen. Die Klage von Ursula Klees ist eine davon, unabhängig jedoch von der des Fördervereins. Klees geht es hauptsächlich um die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die eine solche Anlage mit sich bringe. Wissenschaftliche Studien, wie die der Uni Mainz, würden einfach ignoriert, meint sie. „Die Gesundheit der Menschen und Tiere wird einfach dem Profit der Investoren geopfert.“ Sicher, nicht jeder reagiere gleich auf die Einflüsse von Windkraftanlagen, aber auch Medikamente würden unterschiedlich anschlagen. „Doch gibt es zu viele Beschwerden, nimmt man das Medikament vom Markt, Windräder werden hingegen gebaut, ohne an die Menschen zu denken“, so Klees.

Die Windräder, Nabenhöhe 149 Meter, Durchmesser 115 Meter, erzeugen nämlich nicht nur einen hörbaren Schall sondern auch den so genannten Infraschall. Dabei geht es um Schallimmissionen im tief- oder infrafrequenten Bereich, der mit dem menschlichen Ohr nicht mehr zu hören, aber durchaus vorhanden ist. Eine Arbeitsgruppe „Infraschall“ an der Uni Main unter Prof. Christian-Friedrich Vahl beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Infraschall auf das menschliche Herz und fand heraus, das die Herzmuskelkraft tatsächlich dadurch vermindert werden kann.

Angst vor Infraschall-Belastung

Infraschall habe eine große Reichweite und werde auch durch Mauerwerk nicht gedämpft. Durch immer höhere Windanlagen von bis zu 200 Metern mit steigender Leistung werde natürlich auch die Infraschall-Belastung höher. Und genau davor hat Ursula Klees Angst. „Diese Erkenntnisse werden von den Behörden und den Gerichten einfach ignoriert“, sagt sie. „Viele Menschen, vom Unternehmer bis zum einfachen Handwerker, haben mir von erheblichen und vor allem glaubhaften gesundheitlichen Problemen berichtet, die erst nach der Inbetriebnahme von Windanlagen aufgekommen sind, berichtet“, erzählt Klees Anwalt Hendrik Kaldewei. Andere wiederum würden nichts merken. Die gesundheitlichen Probleme reichten von dauerhaftem Druck auf den Ohren, nachhaltigen Schlafstörungen, allgemeinem Mattigkeitsgefühl, erhöhtem Blutdruck und erhöhter Gereizt- und Verspanntheit, so Kaldewei.

>> Info: Homepage informiert über Windkraftanlagen

Der von Windrädern erzeugte hörbare Schall und seine Auswirkung würden von Behörden und Gerichten übergangen, so Ursula Klees. Sie möchte daher eine Petition starten. Darin fordern sie und ihre Mitstreiter die Achtung der körperlichen Unversehrtheit, die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die Berücksichtigung der anerkannten 40 Dezibel als Schallhöchstgrenze sowie der anerkannten Folgen durch Infraschall, eine neutrale Beurteilung der Anlagen durch Gerichte sowie die Berücksichtigung der neuen technischen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Erkenntnisse.Info dazu: .

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