Hundesteuer

Hundehalter in Voerde sollen ab 2018 mehr Steuern zahlen

Die Stadt Voerde erwägt, ab 2018 eine höhere Hundesteuer zu erheben.

Foto: Knut Vahlensieck

Die Stadt Voerde erwägt, ab 2018 eine höhere Hundesteuer zu erheben. Foto: Knut Vahlensieck

Voerde.   Die Stadt Voerde will Hundehalter ab 2018 stärker zur Kasse bitten. Auch wird darüber nachgedacht, eine neue Gebühr für Osterfeuer einzuführen.

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Die Politik wird sich in der nächsten Beratungsfolge mit neuen Maßnahmen zum Haushaltssicherungskonzept (HSK) beschäftigen. Manche Punkte können von der Verwaltung bereits mit einer konkreten Summe beziffert werden, bei anderen dagegen ist die Vorprüfung noch nicht so weit gediehen. In die erste Kategorie fällt der mögliche Dreh an der Hundesteuer: 23 000 Euro hätte die Stadt ihrer eigenen Berechnung zufolge jährlich mehr im Säckel, würde der Stadtrat am Ende dem Vorschlag folgen, dass Halter für ihre Vierbeiner ab 2018 bis zu elf Euro je Tier mehr bezahlen müssen.

Im einzelnen sähe die Änderung wie folgt aus: Für einen Hund würden dann 88 Euro statt 80 Euro fällig, bei zwei Hunden je Hund 104 Euro (aktuell 94 Euro) und bei drei Hunden und mehr je Hund 119 Euro (108 Euro). Bei solchen Planungen blickt die Stadt nicht zuletzt auch auf die Nachbarkommunen. Im Vergleich dazu liege Voerde am unteren Ende, betont Kämmerin Simone Kaspar mit Verweis auf die Hundesteuern in Dinslaken, Hünxe und Wesel.

Die letzte Erhöhung der Hundesteuer gab es 2011

Ob die Politik in Voerde den Weg mitgeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen müssen. Die letzte Anhebung der Hundesteuer liegt sechs Jahre zurück. Davor hatten Hundehalter in Voerde für einen Hund noch 68 Euro zu zahlen, bei zwei Hunden 80 Euro je Hund und bei drei und mehr Hunden 92 Euro je Hund. Diese Steuer ziele darauf ab, die Anzahl der Hunde im Stadtgebiet zu begrenzen, erklärt Kaspar. 2014 führte Voerde eine gesonderte Besteuerung für „Kampfhunde“ ein, für die je Hund 600 Euro zu zahlen sind. Hier ist zurzeit keine Änderung vorgesehen.

In Voerde gibt es auch die Überlegung, neue Gebühren einzuführen: Die weitreichendste dürfte die sein, die ein Brauchtum betrifft. So wird darüber nachgedacht, die für die anzeigepflichtigen Osterfeuer zu erteilende Ausnahmegenehmigung in Zukunft in Rechnung zu stellen. Wieviel mehr dadurch in die Stadtkasse gespült würde, dazu steht im HSK-Katalog noch keine konkrete Zahl. Die Sache befinde sich noch „absolut in der Vorprüfung“, betont Kaspar.

Kämmerin: „Man muss in alle Richtungen denken“

Die Größenordnung, in der andere Kommunen dafür Verwaltungsgebühren erheben, ist offenbar durchaus unterschiedlich. Die Voerder Kämmerin nennt da als häufiger genommenen Wert 20 Euro je Osterfeuer, aber auch 56 Euro je Osterfeuer würden andernorts fällig. Für die Ausnahmegenehmigung von Osterfeuern auch in Voerde eine Verwaltungsgebühr zu nehmen, hält Kaspar für überlegenswert. „Man muss in alle Richtungen denken.“ In dem Fall nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten. „Das hat auch etwas mit Umwelt- und Klimaschutz zu tun.“

Auch die Politik soll ihren Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes leisten. Geplant ist, die Zuwendungen an die Fraktionen noch in diesem Jahr um zehn Prozent zu kürzen. Dadurch würde der Etat um jährlich 2100 Euro entlastet.

>> GEBÜHREN IN NACHBARKOMMUNEN

  • In der Gemeinde Hünxe gilt die Hundesteuersatzung vom 16. Dezember 2013 und soll, so Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth, auch 2017/18 nicht geändert werden. Pro gehaltenem Hund werden im Jahr 96 Euro (ein Hund), 110 Euro (zwei Hunde), 132 Euro (drei und mehr) sowie in einem Fall 612 Euro („gefährlicher Hund“) fällig. In Dinslaken liegen die Gebühren wie in Voerde und Hünxe bemessen an der Anzahl der Hunde bei 120, 132 und 144 Euro je Hund („gefährliche“ Hunde 636 Euro) und in Wesel bei 94, 112 und 134 Euro („gefährliche Hunde“ 672 Euro).
  • Beim Anmelden eines Osterfeuers sind in Hünxe auch künftig keine Verwaltungsgebühren vorgesehen. Anders könnte das in Dinslaken aussehen: Stadtpressesprecher Horst Dickhäuser erklärte, dass man sich Voerde zum Vorbild nehmen wolle. Die Prüfung der Anträge sei mit „erheblichem Verwaltungsaufwand“ verbunden.

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