Alltagshelden

Imbiss-Betreiber aus Hünxe wollen in Corona-Krise Halt geben

Friedhelm und Beate Kottwitz versorgen ihre Kunden auch in der Corona-Krise mit Pommes und Currywurst.

Friedhelm und Beate Kottwitz versorgen ihre Kunden auch in der Corona-Krise mit Pommes und Currywurst.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Hünxe.  Eine Woche hatten Beate und Friedhelm Kottwitz ihren Imbiss nach Ausbruch der Corona-Krise geschlossen. Nun ist das Ehepaar für Kunden wieder da.

„Natürlich gibt es Einschränkungen, an die wir uns halten müssen“, erläutert Beate Kottwitz den derzeitigen Betrieb des Imbiss in Hünxe. „Die Bewirtung in der Stube mussten wir einstellen, das Essen kann jetzt aber per Telefon und direkt an der Tür bestellt werden.“ Die haben die Eheleute zur Hälfte mit Folie abgeklebt, um sich und ihre Gäste zu schützen. Ein Tisch dient als Ausgabe. Ohne Personal und die entsprechende Ausstattung sei an einen Lieferdienst nicht zu denken.

Das sei keine besonders schöne Situation, sagt Friedhelm Kottwitz. „Nach Ausbruch der Pandemie hatten wir erst mal eine Woche geschlossen, um uns über die Lage klar zu werden.“ Der Umsatz sei rapide zurückgegangen. Hilfe habe es aber schon gegeben. „Wir haben eine Soforthilfe vom Land bekommen, schnell und unbürokratisch.“ Unterstützung fanden sie bei ihrem Steuerberater und bei Jan Scholte-Reh, dem Vorsitzenden der Hünxer SPD, der schnell mit hilfreichen Tipps zur Stelle war. Das Geld werde nun eingesetzt, um den Fortbestand des Betriebes zu sichern. „Wir müssen es auch versteuern“, ergänzt Beate Kottwitz. „Wenn wir es anderweitig nutzen oder unser Umsatz nicht so stark zurückgeht, müssen wir es teilweise wieder zurückzahlen.“

Der Laden hat eine lange Geschichte

Um die Lebenshaltungskosten zu decken, bleibe den beiden die Rente des Ehemannes. „Den Rest muss der Laden abwerfen.“ Und der hat eine lange Geschichte. Der Imbiss existiert an diesem Ort bereits seit über 30 Jahren. Beate und Friedhelm Kottwitz haben ihn im Juli 2012 als „Imbiss Markt 1“ übernommen, „weil er eben am Markt liegt. Ich wollte keine „Beas Grillstube“ oder so“, erklärt Beate Kottwitz die Namensfindung.

Die 55-jährige Hauswirtschafterin hatte bereits viele Jahre Imbisserfahrung in verschiedenen Grillstuben gesammelt und auch als Köchin gearbeitet, den Rest habe sie sich abgeguckt. „Früher konnte man noch richtig was verdienen“, sagt Beate Kottwitz. Heute sei es viel schwieriger geworden. „Die Ansprüche unserer Gäste sind gestiegen, auch die gesetzlichen Auflagen erschweren den Betrieb.“ Etwas anderes als die Grillstube komme für das Ehepaar trotzdem nicht in Frage. „Wir lieben die Arbeit in unserem Imbiss und den Umgang mit unseren Kunden.“

Normalerweise dient der Imbiss auch als sozialer Treffpunkt im Dorf

Sie hätten nicht nur sehr viele nette Menschen kennengelernt, sondern auch Freunde gefunden. „Etliche kommen einfach auf einen Plausch herein“, beschreibt Friedhelm Kottwitz den Imbiss als sozialen Treffpunkt. „Da ist zum Beispiel eine ältere Dame, die immer dann kommt, wenn sie ihren Mann im Malterserstift besucht. Dem bringt sie Essen mit.“ Aber auch Jugendliche „kommen auf einen Burger“.

Natürlich sei die Corona-Pandemie nun das Hauptthema, die Stimmung getrübt. „Wir versuchen für einen normalen Ablauf zu sorgen und nett und freundlich zu sein, so wie immer“, sagt Beate Kottwitz. Das gebe den Leuten ein bisschen Halt, habe sie das Gefühl. Und auch, wenn sie die derzeitigen Beschränkungen befürworte, hofft sie, „dass es bald alles vorbei ist. Wir wünschen uns nur, dass dieses Miteinander, diese Hilfe untereinander auch danach bestehen bleibt.“

Der Imbiss an der Alten Dinslakener Straße 4 hat derzeit von montags bis samstags von 12 bis 19 Uhr geöffnet, sonntags ist Ruhetag.

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Mit einer Mail hat uns Katrin Berner auf den Imbiss von Beate und Friedhelm Kottwitz aufmerksam gemacht. In ihrer Nachricht heißt es: „Ich lebe in Hünxe und da gibt es ganz, ganz tolle Menschen. Die Mitarbeiter von Rewe und Rossmann und ganz besonders die Besitzer vom Imbiss. Trotz aller Widrigkeiten stehen beide Eheleute jeden Tag in ihrem Imbiss. In Hünxe gibt es nicht viel und der Imbiss ist ein sozialer Treffpunkt.“ Für sie sind das alles „Corona-Alltagshelden“.

Wenn Sie jemanden kennen, der für Sie in Zeiten der Corona-Pandemie auch etwas außergewöhnliches, etwas besonderes leistet, schreiben Sie uns. Begründen Sie kurz, warum es sich bei der betreffenden Person um einen Alltagshelden handelt.

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