Wohnen

In Dinslaken, Voerde und Hünxe steigen die Grundstückspreise

In Dinslaken steigen die Bodenrichtwerte an. Die Nachfrage nach Grundstücken wird immer größer.

Foto: Hans Blossey

In Dinslaken steigen die Bodenrichtwerte an. Die Nachfrage nach Grundstücken wird immer größer.

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Die Bodenrichtwerte für Grundstücke sind in der Region im Vergleich zum vergangenen Jahr für viele Bereiche angestiegen. Bauen wird teurer.

Es ist schon länger kein Geheimnis mehr: Der Traum von den eigenen vier Wänden wird immer kostspieliger. Besonders in Voerde und Hünxe sind Grundstücke teurer geworden. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Nachfrage nach Bauland immer größer wird. Diese Entwicklung geht aus den Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Wesel beschlossen hat.

Der Ausschuss erhält Zugriff auf alle abgeschlossenen Kaufverträge eines Jahres und ermittelt daraus den durchschnittlichen Bodenwert je Quadratmeter für ein bestimmtes Gebiet, dass die gleichen Merkmale vorweist. Städte mit über 60 000 Einwohnern, so auch Dinslaken, ermitteln die Daten durch einen eigenen Ausschuss selbst.

In Dinslaken hält sich die Steigung der Werte in diesem Jahr in Grenzen. Im Durchschnitt sind die Bodenrichtwerte um ungefähr fünf Prozent pro Quadratmeter, also zehn Euro, gestiegen. „Seit Jahren kann insbesondere bei Bauplätzen das Angebot die Nachfrage nicht befriedigen“, heißt es in dem Bericht des Ausschusses.

Leichte Steigerung in Dinslaken

Dabei fällt eine starke Streuung der Bodenrichtwerte zwischen den einzelnen Stadtteilen auf: In Lohberg wird ein Ein- oder Zwei-Familien-Haus mit einem Wert von 140 Euro pro Quadratmeter angegeben, in Eppinghoven sind es um die 300 Euro. „Die Werte werden dann noch mit vielen verschiedenen Koeffizienten verrechnet und das ergibt dann am Ende einen Kaufpreis“, erklärt Reinhold Beith vom Dinslakener Gutachterausschuss.

Mit 615 Grundstückskäufen gab es im Jahr 2017 insgesamt 122 Verträge weniger als noch 2016. Ein Grund dafür ist, dass im Vorjahr 92 Pflegeappartements an der Martha- und Küpperstraße mit einem Geldumsatz von fast 14 Millionen Euro veräußert wurden. Bei den Gewerbe- und Industrieflächen sowie bei den landwirtschaftlichen Gebieten sind die Bodenrichtwerte in Dinslaken konstant geblieben.

Agrarfläche in Hünxe stark gefragt

Im Gegensatz dazu steht Hünxe. Die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen stiegen dort im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 29 Prozent an. „Vielleicht ist ein Grund dafür, dass der Boden in unserer Region ziemlich gut ist und landwirtschaftliche Produkte auch allgemein teurer werden“, schätzt Bürgermeister Dirk Buschmann.

Er sieht die im Durchschnitt gestiegenen Bodenrichtwerte in Hünxe zwiespältig: „Es freut mich natürlich, dass die Nachfrage nach Wohnungsbau bei uns anscheinend immer weiter steigt. Die Leute, die investieren möchten, sind verständlicherweise nicht so glücklich darüber.“

Junge Menschen erwünscht

Gerade in Bezug auf den demographischen Wandel sieht Buschmann den Zuzug von jungen Menschen in den nächsten Jahren als sehr wichtigen Punkt an.

Auch in Hünxe sind die Bodenrichtwerte in den verschiedenen Gemeindebezirken unterschiedlich. Im Ortskern liegt der Quadratmeterpreis bei 210 Euro. In Gartrop-Bühl ermittelte der Ausschuss einen Wert von 110 Euro.

Höhere Preise in Voerde

Auch in Voerde wird das Bauen eines eigenen Heimes teurer. Der durchschnittliche Wert für einen Quadratmeter stieg insgesamt um etwas mehr als vierzehn Prozent. „Zunächst heißt das ja, dass die Attraktivität unserer Grundstücke in der Stadt steigt“, sagt Bürgermeister Dirk Haarmann.

Die unterschiedlichen Preiskategorien in den verschiedenen Stadtteile stimmen ihn sehr zuversichtlich: „Dadurch kann jeder etwas finden, was im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt. Investitionen werden durch diesen Preisanstieg daher wahrscheinlich nicht weniger, wie auch die Erschließung von neuen Grundstücken zeigt.“ Haarmann sagt, er sei sich allerdings auch bewusst, dass die Nachfrage bei allen anderen Kommunen ebenfalls steige.

Die Wohnbau spürt von der Erhöhung der Preise für Wohnflächen momentan noch nichts, das könnte sich aber bald ändern. „Wenn wir uns in Zukunft um neue Grundstücke bemühen, könnten die steigenden Preise natürlich eine Rolle spielen“, sagt Roland Schmetter von der Wohnbau.

<<<Zahlen und Informationen im Netz<<<

Die aktuellen Bodenrichtwerte aller Zonen aus fast ganz NRW können auf der Internetseite www.boris.nrw.de eingesehen werden. Dort gibt es auch die Übersicht vergangener Jahre.

Ab Anfang April steht dort auch der Grundstücksmarktbericht 2018 zur Verfügung, der weitere Informationen über Grundstücksmarktdaten wie beispielsweise Umsätze enthält.

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