Zeelink II

In Hünxe regt sich Widerstand gegen geplante Gaspipeline

Der Vorzugskorridor der Erdgasfernleitung führt in Hünxe durch die Ortsteile Bucholtwelmen und Drevenack. Käme es hier zu einer Explosion, träfe diese auch Wohngebiete, so die Sorge einiger Hünxer.

Foto: hh

Der Vorzugskorridor der Erdgasfernleitung führt in Hünxe durch die Ortsteile Bucholtwelmen und Drevenack. Käme es hier zu einer Explosion, träfe diese auch Wohngebiete, so die Sorge einiger Hünxer. Foto: hh

Hünxe/Voerde.   Bürger machen mobil gegen geplante Erdgasfernleitung. Sie sorgen sich um die Sicherheit. Vorhabenträgerin hält Befürchtungen für „unbegründet“.

In der Gemeinde Hünxe regt sich Widerstand gegen die von der Open Grid Europe GmbH geplante neue Erdgasfernleitung Zeelink II. Rund 40 Bürger haben sich nun zusammengetan, um gegen den Bau der Pipeline zu protestieren: Online auf www.todes-trasse-nein-danke.de präsentiert die Gruppe rund um Rainer Rehbein seit drei Tagen Argumente für ein Nein zur Zeelink-Pipeline durch die Gemeinde. Zudem wolle man in Kürze Flugblätter in Hünxe verteilen und so weitere Bürger für das Problem sensibilisieren, erklärt Rehbein. Außerdem aufwachen müssten Landes- und Kommunalpolitiker. „Bislang war vielen Politikern die Problematik nicht bewusst“, sagt Rehbein.

Als Hauptargument gegen die derzeitigen Baupläne der Open Grid Europe führt die Gruppe ein Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung an. „Dieses sagt: Wenn es zu einem Leck und zur Explosion der unter 100 bar Druck stehenden Leitung kommt, bestehen in einer Entfernung von mindestens 250 Metern nicht die geringsten Überlebenschancen“, so Rehbein. Gebäudeschäden könnten im Falle einer Explosion auch im Umkreis von einem Kilometer noch entstehen.

Bürger fordern andere Trassenvorschläge

Konkret betroffen wären in Hünxe die Ortsteile Drevenack und Bucholtwelmen – der Vorzugskorridor der Erdgasfernleitung führt hier durch. „Wir finden es undenkbar, dass eine solche Leitung so nah an Wohngebieten vorbei geführt wird“, sagt Rehbein. „Wir fordern, dass andere Trassenvorschläge gemacht werden.“ Ziel sei, eine Klage gegen das Planfeststellungsverfahren zu erzwingen.

Wie nah die Erdgasfernleitung an die Bebauung heranrücken kann, zeigen Angaben, die Open Grid Europe auf NRZ-Nachfrage exemplarisch für Hünxe und für Voerde machte, auf dessen Gebiet die Trasse auch verläuft: In Drevenack liege die Gasleitung in Richtung Fasanenweg etwa 330 Meter, in Voerde im Bereich des Mischgebietes „Kiwitt“ zirka 135 Meter und in Richtung Rönskenstraße etwa 600 Meter zur Bebauung entfernt. Das Regelwerk erlaube ein Heranrücken bis auf fünf Meter Abstand an die Erdgasfernleitung (außerhalb des Zehn-Meter-Schutzstreifens der Pipeline), sagt Helmut Roloff, Sprecher von Open Grid Europe. Diese nennt die Befürchtungen der Bürger „unbegründet“, argumentiert mit hohen Sicherheitsstandards und führt an, dass sich das genannte Gutachten auf „internationale Normen“ im Industrierohrleitungsbau beziehe, die in Deutschland geltenden seien strenger.

Open Grid Europe: Erdgasfernleitungen in sich sicher

Die Open Grid Europe verweist darauf, dass die technische Sicherheit für Ferngasleitungen durch die Regelsetzung des Deutschen Vereins der Gas- und Wasserwirtschaft (DVGW) „umfassend“ gewährleistet sei. Erdgasfernleitungen „sind in sich sicher“, sagte Helmut Roloff und der Sprecher von Open Grid Europe führte auf Nachfrage weiter aus, dass schon bei der Produktion der Rohre entsprechende DIN-Normen angewandt würden, die die Auswahl des verwendeten Stahls betreffen. Auch würden röntgentechnische Untersuchungen dahingehend durchgeführt, „ob die Produktion einwandfrei ist“. Zudem erhalte das Rohr eine äußere Schutzumhüllung.

Nach der Verlegung im Boden seien die Rohre mit einer Überdeckung von 1,20 Meter Boden „vor Umwelteinflüssen sicher“. Zudem seien sie durch einen Schutzstreifen, in dem keine Bautätigkeiten durchgeführt werden dürften, „vor Fremdbeeinflussung geschützt“. Ein an das Rohr gelegter Schwachstrom soll selbiges vor Korrosion bewahren. Die Leitung werde an 365 Tagen gesteuert und überwacht.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik