Interkulturalität

Integrationsbeaftragter will Synergien in Dinslaken nutzen

Senol Keser studierte Germanistik und Soziologie. Er ist der neue Integrationsbeauftragte der Stadt Dinslaken.

Senol Keser studierte Germanistik und Soziologie. Er ist der neue Integrationsbeauftragte der Stadt Dinslaken.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.  Neue Besetzung: Senol Keser (38) will Vertrauen aufbauen, Stadt und Menschen kennenlernen. Dann geht es um neue Aufgaben beim Thema Integration.

Ein Ostwestfale am Niederrhein – seit knapp vier Wochen versieht Senol Keser seinen Dienst als neuer Integrationsbeauftragter bei der Stadt Dinslaken. Der 38-jährige studierte Germanist und Soziologe bringt reichlich Erfahrung zu interkulturellen Themen mit. Mehrere Jahre arbeitete er bei der Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote, parallel dazu hatte er eine Leitungsfunktion an der Uni Bielefeld inne und ist somit sowohl in der Forschungsarbeit als auch in der Projektarbeit erfahren.

Als er von der offenen Stelle in Dinslaken erfuhr und von den schon vorhandenen Potenzialen und Netzwerken las, die in der Stadt vorhanden sind, stand für ihn eine Bewerbung außer Frage. „Ich kann hier perfekt meine Erfahrungen und mein Know-How einbringen, die schon vorhandenen Synergien verknüpfen und mit allen Vereinen und Verbänden sicherlich viel erreichen“, ist sich Keser sicher. Außerdem sei es schön, sich einmal nach all den Projektarbeiten einer unbefristeten Arbeit widmen zu können. Und er habe mit seiner Familie vor, lange in Dinslaken zu verweilen, zumal ihm nicht nur die Arbeit sondern auch die Stadt gefiele.

Integration als dynamischer Prozess

Auch Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann begrüßt es, dass ein erfahrener Kollege für die Stelle als Integrationsbeauftragter gewonnen werden konnte. „Integration ist ein wichtiges Arbeitsfeld und ein wichtiger Punkt für die Verwaltung, daher haben wir ja auch eigens eine Stelle für Dinslaken geschaffen“, so die Dezernentin. Integration sei ein dynamischer Prozess, der kontinuierlich geführt werden müsse, sind sich beide einig. Immer wieder kämen von außen Themen hinzu, wie die Situation der Flüchtlinge derzeit.

„Ich muss erst einmal Vertrauen aufbauen, die Stadt und ihre Menschen kennenlernen um abschätzen zu können, was als nächstes getan werden muss“, erzählt Senol Keser. Bislang aber sei er mit offenen Armen empfangen, vor allem von den Migrantenorganisationen. Integration aber verstehe er als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, beidseitig müssten Vorurteile abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden. Im Vergleich zu anderen Städten sei Dinslaken in dieser Hinsicht gut aufgestellt, weiß Keser. „Ich habe wahrlich viele Vergleichsmöglichkeiten und die Stadt Dinslaken mit ihren Maßnahmen, ihren vielen Ehrenamtlern, die sich um Menschen mit Zuwanderungsbiografie kümmern, spielt da wirklich im oberen Bereich mit.“

Jahnke-Horstmann: Noch nicht am Ziel

Immerhin seien hier allein 500 Flüchtlinge innerhalb von zwei Jahren in Wohnungen untergebracht, lebten nicht mehr in Flüchtlingsunterkünften. Dennoch sei man noch nicht am Ziel, wirft Jahnke-Horstmann ein. Vor allem das Thema „alte Menschen mit Zuwanderungsbiografie“ stünde schon bald an und auch die Thematik um Rassismus nehme sicherlich auch in Zukunft noch einen weiten Rahmen ein.

Erst einmal heißt es für Dinslakens neuen Integrationsbeauftragten jedoch, sich umzuschauen, ins Gespräch zu kommen, abzuklopfen, welche Themen vordergründig aufgenommen werden müssen. Konkrete Pläne habe er in der kurzen Zeit seiner Anstellung noch nicht gefasst, Ideen aber habe er viele.

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