Karneval

Jeckes Treiben am Rosenmontag an der Wölle Pomp in Dinslaken

Foto: Markus Joosten

Dinslaken   Traditionell feierten die Mitglieder der Pumpen-Nachbarschaft in der Altstadt im Saal der Gaststätte „Zur Alten Apotheke“ ihr Karnevalsfest.

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„Wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat!“, sangen über 30 begeisterte Karnevalisten im Saal der Gaststätte „Zur Alten Apotheke“. Jecken, verkleidet als Matrosen, Hippies und Clowns, schunkelten und feierten dort gestern die alljährliche Karnevalsparty der Pumpen-Nachbarschaft, die traditionell in der Altstadt begann.

„Mit einer schweren Eisenglocke bin ich um Punkt 11.11 Uhr wieder von Tür zu Tür gezogen und habe alle Jecken abgeholt. Vielleicht habe ich sie auch geweckt“, scherzte Ronny Schneider, der Vorsitzende des Heimatvereins Dinslaken.

Rentmeister übernimmt die Leitung

Bevor die Nachbarschaft in der Gaststätte ordentlich feierte, schob sie traditionell einen kleinen Stopp an der Wölle Pomp ein. Der Ursprung der Gemeinschaft liegt dort. Als Menschen noch Wasser aus dieser Stelle bezogen, mussten sich alle aus der Nachbarschaft an der Instandhaltung der Pumpe beteiligen. Das Geld dafür trieb der Rentmeister ein.

Diese Position gibt es heute auch noch und sie bekleidete bis gestern Peter Sickelmann. „Als Rentmeister muss ich die Nachbarschaft sozusagen führen. Heißt, unter anderem, große Feste organisieren“, erzählte Sickelmann – an diesem Rosenmontag trug er ein buntes Hippie-Kostüm.

Maria Scherf übernimmt das Amt von Peter Sickelmann

Um den Hals hing die glänzend silberfarbene Rentmeisterkette, die von Jahr zu Jahr mit einer weiteren Medaille des aktuellen Amtsinhabers ausgestattet wird. „Sie ist mittlerweile echt schwer geworden. Ich würde schätzen vier bis fünf Kilo wiegt die schon“, sagte Sickelmann. Während der jecken Feier überreichte er die Kette an Maria Scherf, die nun Rentmeisterin ist.

Sickelmann ist stolz darauf, dass die Nachbarschaft nicht nur die einzige noch aktive in Dinslaken ist, sondern dass sie sogar auf über 30 Mitglieder angewachsen ist: „Wir konnten im Vergleich zum vergangenen Jahr sechs neue Mitglieder gewinnen.“

Eine Aufnahmeprüfung war nicht erforderlich

Neu dabei ist unter anderem Hildegard Hoffmann. Die 65-Jährige wohnt bereits seit 40 Jahren in Dinslaken. „Ich kenne Peter Sickelmann ziemlich gut und er hat meinen Mann und mich quasi hierhin geschleppt. Am Anfang war ich mir noch etwas unsicher und habe gefragt, ob wir auch eine Aufnahmeprüfung machen müssen“, sagte Hoffmann mit einem Grinsen. Das sei natürlich nicht der Fall gewesen und sie fühlte sich von Anfang sehr wohl in der Nachbarschaft.

„Allein diese Karnevalsveranstaltung macht einfach Spaß“, meinte sie und applaudierte begeistert nach einer Gesangseinlage von Ronny Schneider. Der ehemalige Pfarrer gab einige Ständchen zum Besten und ist begeistert von der Nachbarschaft: „Wir haben hier alle Generationen vertreten und alle haben Spaß, was will man mehr?“

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