Projekt

Kinder in Dinslaken bemalen ein Stück der Berliner Mauer

Weihbischof Rolf Lohmann (2.v.l.) und NRW-Minister Karl-Josef Laumann (2.v.r.) wählten als Jury zwei Motive der Kinder aus.

Weihbischof Rolf Lohmann (2.v.l.) und NRW-Minister Karl-Josef Laumann (2.v.r.) wählten als Jury zwei Motive der Kinder aus.

Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer

Dinslaken.   Weihbischof Rolf Lohmann und NRW-Minister Karl-Josef Laumann wählten als Jury zwei Motive der Jungen und Mädchen aus Dinslaken aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine Leiter lehnt an einer tristen Mauer, die Welt vor dem Gestein scheint düster – doch hinter der Mauer ist eine bunte Landschaft zu sehen: Die Sonne scheint, ein Baum trägt sattes Grün und Bienen fliegen durch die Luft. Das alles zeigt ein Bild, das die Grundschulkinder der Fliehburg im Zuge des Projekts „Mauern überwinden“ entworfen haben.

Mit dem Motiv dürfen die Kinder in den nächsten Wochen eine Seite eines Original-Stücks der Berliner Mauer gestalten, welches 2,50 Meter hoch und ein Meter breit ist. Das entschieden jetzt Weihbischof Rolf Lohmann und NRW-Minister Karl-Josef Laumann. „Dieses Bild zeigt, dass ein Überwinden von Mauern zu einer friedvollen Welt führt. Auch das Anbringen einer echten Leiter an die Mauer ist eine super Idee“, so Lohmann.

RAG besaß das Stück Mauer

Die Beiden wählten als Jury aus mehreren Motiven zwei aus, die Kinder der Fliehburg und Kinder der Tagesstätte St. Marien gestaltet hatten. Die Aktion „Mauern überwinden“ initiierte die RAG Montan Immobilien und führt sie zusammen mit dem Caritasverband für die Dekanate Dinslaken und Wesel sowie dem Berliner Verein „myTheoev“ aus.

„Mit diesem Projekt möchten wir den Kindern zeigen, wie wichtig eine Demokratie und freie Meinungsäußerung ist. Es ist natürlich auch ein echter Glücksfall, dass wir eines der letzten Stücke der Berliner Mauer dafür bekommen haben“, erzählt Caritasdirektor Michael van Meerbeck.

Bilder verdeutlichten den Kindern die Geschichte

Bei der Gestaltung der Bilder wurden die Kinder erst einmal behutsam an das Thema herangeführt. „Wir haben mit ihnen zusammen geschaut, wo im Kindergarten beispielsweise Zäune und Mauern aufgestellt sind und warum sie dort sind“, sagt Betreuer Dominik Kratzer.

Die Geschichte der Berliner Mauer zeigten sie den Kindern auf anschauliche Weise. „Unter anderem mit Bildern, auf denen die Mauer zwei nebeneinander stehende Häuser getrennt hat, haben wir den Kindern die Macht einer solchen Grenze dargestellt. Sie waren auch ganz betroffen davon, dass Verwandte sich zum Beispiel gegenseitig nicht besuchen konnten“, so Kratzer.

Friedenstaube als zweites Motiv

Aus diesen Eindrücken entstanden anschließend Ideen und Bilder der Kinder, wie solche Grenzen überwunden werden können. Auf einem ist zum Beispiel ein Zaun zu sehen, bei dem sich ein auflösender oberer Teil in Vögel verwandelt, die davonfliegen. „Dieses Motiv finde ich persönlich sehr gelungen. Die Idee, dass sich Zäune auflösen, gefällt mir sehr gut“, bewertet Landesminister Laumann. Nach einer kurzen Diskussion fiel die zweite Wahl dann aber doch auf ein anderes Bild. Auf diesem ist eine bunte Taube zu sehen, die Richtung Himmel fliegt und von Sonnenstrahlen umgeben ist.

„Dieser Entwurf soll für Glück, Freiheit und Liebe stehen. Die Taube werden die Kinder mit Mosaiksteinchen an die Mauer anbringen. Die verschiedenen Farben sollen für unterschiedliche Herkünfte stehen“, so Betreuer Kratzer bei der Vorstellung des Bildes. Die Idee gefiel Minister Laumann und Weihbischof Lohmann so gut, dass die Kinder dieses Motiv auf der zweiten Seite der Mauer anbringen dürfen. In den nächsten Tagen werden die Kinder mit der Gestaltung des Mauerstücks beginnen.

Im Rahmen des Kinderfestes am 20. April wird es dann enthüllt und auf dem Platz der Vielfalt auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg positioniert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben