Kindertrödel

Kinderkleiderbörse in Dinslaken feiert 20-jähriges Bestehen

Die Kinderkleiderbörse ist mittlerweile von der – gesperrten – Stadthalle an die Trabrennbahn umgezogen.

Foto: Heinz Kunkel

Die Kinderkleiderbörse ist mittlerweile von der – gesperrten – Stadthalle an die Trabrennbahn umgezogen. Foto: Heinz Kunkel

Dinslaken.  1997 starteten Ute Springer, Elke Sikora und Sabine Garden mit dem Kindertrödel. Nach schwierigem Start war der Andrang lange sehr groß.

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Kinder gehen morgens mit einer nigelnagelneuen Hose in den Kindergarten – und kommen mit Löchern an den Knien und Matscheflecken zurück. Weil das schon vor 20 Jahren so war und Ute Springer ihrem damals fünf Jahre alten Sohn nicht die Sonntagshose in der Kita anziehen wollte, kam ihr die Idee, eine Kinderkleiderbörse in Dinslaken ins Leben zu rufen.

Heute ist der Sohn 25 Jahre alt und kauft sich als Student seine Sachen allein – aber die Kinderkleiderbörse gibt es noch. Dinslakens größter Kindertrödel musste zwar von der Stadthalle an die Trabrennbahn umziehen, feiert aber in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen: an diesem und am kommenden Samstag wird wieder getrödelt.

Der Anfang war schwierig

Anfangs war es schwierig, andere für die Idee zu begeistern, erinnert sich Ute Springer. Stundenlang habe sie vor der ersten Börse im Bistro der Stadthalle auf Anmeldungen gewartet – und schließlich ein paar Freundinnen überzeugt, mitzumachen, „damit überhaupt ein Angebot zustande kam“.

Danach wuchs die Kinderkleider- und Spielzeugbörse stetig. Zuerst wurde nur im Foyer der Stadthalle verkauft, dann auch in der Garderobe, später kam die obere Etage hinzu, dann der Saal und schließlich ein zweiter Termin.

Lange Zeit war es fast unmöglich, Tische zu bekommen

Tische zu bekommen, war lange so gut wie unmöglich, weil die Anbieter sie am Verkaufstag direkt für die nächste Kinderkleiderbörse reservieren können. Ute Springer kann sich an einen Mann erinnern, „der mit gefalteten Händen vor uns kniete“. Er solle bloß nicht ohne Tischreservierung nach Hause kommen, sonst werfe ihn seine Frau raus. Eine Tischreservierung wurde sogar einmal bei Ebay versteigert.

Mittlerweile gibt es vier Börsen im Jahr, zwei im Frühjahr, zwei im Herbst, in den 20 Jahren haben mehr als 7000 Mütter und Väter die Sachen ihrer Kinder feilgeboten. Manche verkauften noch Kinderkleidung der Freundinnen, als die eigenen Kinder längst dem trödelfähigen Alter entwachsen waren, „einfach, weil es Spaß macht“.

Manche Besucher haben Anreise von 100 Kilometern

60.000 Besucher haben in den 20 Jahren Schnäppchen erjagt, manche reisen sogar 100 Kilometer an. Ganz Ausgebuffte mogeln sich morgens mit den Anbietern noch vor der offiziellen Eröffnung durch den Eingang und versuchen, die besten Stücke abzugreifen. Viele Händler kaufen auch, manche Händler der ersten Generation kaufen schon für ihre Enkel.

Auch Ute Springers jüngere Kinder sind längst zu groß, als dass sie ihre Sachen bei der Kinderkleiderbörse verkaufen zu können. Nur eine Lego-Kiste ist noch daheim. Allerdings unverkäuflich. Die will der Sohn, mit dem alles anfing, irgendwann einmal eigenen Kindern vermachen.

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