HEILIGE DREI KÖNIGE

Kleine Sternsinger brachten ältester Dinslakenerin den Segen

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Die Sternsinger von St. Jakobus und St. Marien besuchten in diesem Jahr unter anderem die Bewohner des Alfred-Delp-Hauses.

Die Sternsinger von St. Jakobus und St. Marien besuchten in diesem Jahr unter anderem die Bewohner des Alfred-Delp-Hauses.

Foto: Jochen Emde

Dinslaken.   Kinder von St. Jakobus und St. Marien besuchten das Alfred-Delp-Haus. Auch anderswo freuten sich die Menschen über die „Heiligen Drei Könige“.

Ziemlich genau hundert Jahre trennen die beiden jüngsten Sternsingerinnen von der Frau, der sie den Segen bringen. 106 Jahre ist sie alt, die älteste Bewohnerin des Alfred-Delp-Hauses. Es herrscht große Freude an ihrem Bett, als sie von den Sternsingern von St. Jakobus und St. Marien besucht wird. In den Augen der Begleiter blitzen Tränen der Rührung. Die Kinder stehen um ihr Bett herum und singen „Stern über Bethlehem“. Pfarrer Bartholomäus Kalscheur erinnert sich noch an den Besuch bei der Dame im vergangenen Jahr.

Die erste Station

Das Alfred-Delp-Haus ist die erste Station der Sternsinger auf ihrem Weg

durch die Gemeinde. Gemäß dem Brauchtum sind sie verkleidet als die Heiligen Drei Könige. Sie bringen den Sternsingersegen und sammeln Geld für Projekte für Kinder in Indien. Im Aufenthaltsraum singen die Kinder für die Bewohner und besuchen Bettlägerige auf dem Zimmer. Die Tür beschriften sie mit dem Segen 20*C+M+B+18. „Der Volksmund vermutet oft Caspar, Melchior und Balthasar hinter der Abkürzung, doch die Bedeutung ist ‘Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus’“, klärt Pfarrer Kalscheur auf. Er schickt die Kinder und ihre Begleiter vom Alfred-Delp-Haus aus auf den Weg in die Gemeinde und wünscht ihnen viel Freude. „Etwas zum „schnucken“ darf auch nicht fehlen.“

Diesmal war es besonders schwierig, Kinder zu finden

Dieses Jahr war es besonders schwierig Kinder zu finden, die bereit waren mitzuwirken. Auch nach einem erneuten Aufruf in der Zeitung meldeten sich nur wenige Kinder. Die sonst in der Weihnachtsmesse ausgelegte Liste, in der sich alle eintragen können, die einen Besuch der Sternsinger wünschen, fiel dieses Jahr weg. Zu groß war das Risiko, nicht genug Kinder zusammen zu bekommen. Trotzdem riefen viele Familien an, wünschten einen Besuch. „Die Leute warten und sind enttäuscht, wenn die Sternsinger nicht zu ihnen kommen“, berichtet Silke Frieseke, die seit vielen Jahren mitmacht und organisiert.

In den vergangenen Jahren gab es immer ein gemeinsames Mittagessen bei jemandem aus der Gemeinde, da die Kinder viele Stunden unterwegs waren. Dieses Jahr ist es anders, nach zwei Stunden sind die drei Gruppen fertig und treffen sich abends erneut zum Spaghetti-Essen in St. Marien. Dort werden auch die geschenkten Süßigkeiten aufgeteilt. Im Sommer gibt es noch eine Dankesaktion für die Kinder; mal ist es Kamelreiten, mal Minigolfspielen.

Doppelgänger in der Krippe

Viele der besuchten Gemeindemitglieder oder deren Kinder waren früher selbst Sternsinger. Die Freude über den Besuch ist groß, gerne werden die Sternsinger hineingebeten, wird ein letztes Mal die Krippenbeleuchtung angestellt. Mit leuchtenden Augen betrachten die Kinder ihre Doppelgänger an der Krippe. Ganz genau lassen sie sich erklären, was die Könige dem Jesuskind schenkten. „In manchen Haushalten erwartet uns die ganze Familie mit Kakao und Kuchen“, erzählt Silke Frieseke. Immer wieder äußern die Menschen an der Tür Erleichterung, dass es trotz der Schwierigkeiten im Vorfeld doch noch geklappt hat mit dem Besuch der Sternsinger.

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