Umwelt

Klimaschutzmanagerin will in Hünxe für Nachhaltigkeit sorgen

Katharina Bardenheuer ist seit mehr als drei Monaten für den Klimaschutz zuständig.

Foto: Lars Fröhlich

Katharina Bardenheuer ist seit mehr als drei Monaten für den Klimaschutz zuständig.

Hünxe.   Katharina Bardenheuer (26) ist seit mehr als drei Monaten Klimaschutzmanagerin in der Gemeinde. Sie möchte Ansprechpartnerin für die Bürger sein.

Im Hünxer Rathaus werden die letzten LED-Lampen angebracht – es geht darum, in einer der meist genutzten Liegenschaften der Gemeinde Energie einzusparen. Zum Thema Fahrverbote für Diesel hat sich hier in den vergangenen Wochen keiner erkundigt, zumindest nicht soweit Katharina Bardenheuer weiß. In einer Gemeinde wie Hünxe geht es für sie zukünftig eher darum, als vertrauensvolle Ansprechpartnerin präsent zu sein und Kontakte zu vermitteln – etwa wenn es um die Sanierung des Hauses geht, um Projekte an Schulen oder zur Mobilität. Diesen Aufgaben will sich die 26-Jährige stellen.

Seit 1. Dezember ist sie in Hünxe als Klimaschutzmanagerin tätig und hat sich einen Überblick verschafft. Auch bislang gab es Projekte zum Thema, jetzt gibt es aber eine Person, die das bündelt und vermitteln kann: „Wenn man die vielfältigen Aufgaben richtig angehen möchte, bekommt man es nicht nebenbei gestemmt. Da braucht man schon jemanden, der sich kümmert, dass es vorangetrieben wird“, sagt Michael Häsel, Wirtschaftsförderer und zuständig für regionale Zusammenarbeit. „Die größte Herausforderung wird für mich sein, die Bürger abzuholen, sie mehr einzubinden und präsent zu sein“, sagt Bardenheuer.

Erfahrungen im Studium gesammelt

Helfen sollen ihr dabei die Erfahrungen aus dem Studium. In Trier hat sie Geografie, dann Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement im Master in Bochum studiert. In ihrer Abschlussarbeit ging es um das Thema Bürgerentscheid und darum, wie man es schafft, Bürger einzubinden. Es sei so im Hinterkopf, habe oft nicht höchste Priorität, weiß Katharina Bardenheuer um die Schwierigkeit, das Thema Klimaschutz greifbar zu machen.

„Man muss den Bürgern auch näher bringen, was für Vorteile sie haben, wenn sie ein Haus sanieren.“ Denn auch wenn das langfristig finanzielle Vorteile haben mag, so spielt zunächst die Kostenfrage eine Rolle. „Und die Angst an den Falschen zu geraten, der etwas verkauft“, sagt Michael Häsel. Die Gemeinde möchte eine unabhängige Beratung schaffen. So hoffen sie in Hünxe auf „best practice Beispiele“, die sich rumsprechen.

E-Mobilität austesten - Vorbild ist Hamminkeln

Erste Ansatzpunkte der Arbeit von Katharina Bardenheuer waren Thermografiespaziergänge. Auch mit den Schulen will sie zusammenarbeiten „um zu sensibilisieren“. Ganz aktuell geht es auch um Mobilität: In diesem Jahr möchte die Gemeinde neben dem Hybridfahrzeug des Bürgermeisters zwei weitere E-Fahrzeuge anschaffen. Überlegung ist es, diese nach Vorbild Hamminkelns, am Wochenende zu verleihen, damit Bürger mobiler sein und die Technik ausprobieren können. Denn den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum– „ein großer Knackpunkt“, sagt Bardenheuer – können sie als Gemeinde nicht beeinflussen.

Katharina Bardenheuer hat in den vergangenen Jahren auf ein Auto verzichten können, jetzt nutzt sie es, um nach Hünxe zur Arbeit zu fahren. Aber in ihrem Alltag versucht sie stets den Umweltaspekt zu berücksichtigen, zuletzt verstärkt beim Einkauf auf Plastik zu verzichten. Der Nachhaltigkeitsaspekt war ins Studium immer eingebunden. „Wir haben nur diese eine Erde und dann sollte man darauf achten, was man tut.“

>>> Ansprechpartner zu Energie und Klimaschutz

  • D as Fahrrad benutzen, regional und saisonal einkaufen, auf Plastik verzichten, vernünftig heizen – „auf kleine Details zu achten bringt schon einiges“, sagt Katharina Bardenheuer.

    Die Klimaschutzmanagerin ist im Rathaus, Raum 221, 02858/69221 zu erreichen. Sie verweist auf die kostenlosen Energiesprechstunden des Kreises Wesel an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat, 13 - 16 Uhr, in der alten Sparkasse Hünxe.

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