Fantastival Dinslaken

Knebels Affentheater: Männer der ersten Stunde in Dinslaken

Männer der ersten Stunde beim Fantastival in Dinslaken: Herbert Knebels Affentheater.

Männer der ersten Stunde beim Fantastival in Dinslaken: Herbert Knebels Affentheater.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  „Außer Rand und Band“ präsentierte sich Herbert Knebels Affentheater im ausverkauften Burgtheater. Die beliebten Rock-Rentner sind Dauerbrenner.

Sie sind die Männer der ersten Stunde im Fantastival Dinslaken. 1999, vor 20 Jahren, führte Herbert Knebel mit seinem Affentheater das Line-up an, am Donnerstag stellte der ewige Frührentner unter Beweis, dass die Auftritte seiner Ruhrpott-Combo zum turnusmäßig wiederkehrenden Ritual im Burgtheater gehören. Ausverkauft, was sonst.

Bei den Fans bedankte sich Knebels Affentheater mit der „Entwertung“ frisch erworbener CDs zum aktuellen Programm „Außer Rand und Band“: Die Herren boten im Anschluss an ihren Auftritt eine Signierstunde am Bühnenrand an.

Nicht 20, sondern schon 31 Jahre ist es her, dass Herbert Knebel alias Uwe Lyko die durchgeknallte Rentnertruppe ins Leben gerufen hat. Über ihre Anfänge im verschimmelten Probenkeller singen der nörgelnde Knebel, der großspurige Ozzy Ostermann („war ich ein scharfes Geschoss“ – „und heute bist du eine Kanonenkugel“), der eher ernste Ernst Pichel und der piepsige Trainer im aktuellen Programm.

Die Zeit geht nicht spurlos an ihnen vorbei

Aber auch an den ewig Alten geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Aus „Staying alive“ ist „Von oben bei die Nacken bis runter zu den Backen: Alles ist steif, alles ist steif“ geworden. Und das Gedächtnis will auch nicht mehr so. Letzteres ist allerdings heute egal: „Kannze alles googeln“, weiß Ozzy. „Und wenne vergessen hast, dasse dat gegoogelt hast, schauste halt in den Verlauf.“

Apropos Verlaufen: Wenn „die Olle“ im Navi schweigt, fährt Knebel auch schon mal statt bis zum Getränkecenter in Essen bis hoch nach Arnheim. Wäre da nicht doch das „autogene Fahren“ mit Fahrerlosen Pkw eine Verbesserung? „Ja nicht!“ Das wäre das finanzielle Aus der Kommunen, wenn sie nichts mehr durch ihre Blitzer verdienen könnten. Knebel und Co. zum Beispiel treffen sich sogar als Selbsthilfegruppe der anonymen Bußgeld-Empfänger. „120 Stundenkilometer – Wer rechnet denn schon mit einem Blitzer in der Fußgängerzone?“ „Aber gibt es da überhaupt eine Geschwindigkeitsbegrenzung?“ – „Mit der Argumentation kommst du vor Gericht durch.“

Es wird gerockt, was das Zeug hält

Und Knebels Affentheater kommt im Burgtheater an. Besonders natürlich, wenn gerockt wird, was das Zeug hält. „Außer Rand und Band“ zu „Should I stay or should I go“, romantisch zu „Fly me to the Moon“, wenn Herbert seine Guste in der Schwerelosigkeit liebt. Wenn er sich erinnert, wie er sie von Neumühl aus mit dem Moped in Röttgersbach besuchte, jubeln die Zuschauer aus den beiden Duisburger Stadtteilen. Und alles ist „außer Rand und Band“, wenn Knebel im Zugabenblock als Tina Turner im Polyesterkleidchen „Ich stink wie die Pest“ singt. Der „King“ ist ohnehin der Trainer: „Bongo King, Bongo King“.

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