Kriminalität

Kreis Wesel: So wenige Straftaten gab’s seit 26 Jahren nicht

Im Kreis Wesel wurden im vergangenen Jahr erneut weniger Straftaten verübt.

Im Kreis Wesel wurden im vergangenen Jahr erneut weniger Straftaten verübt.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services (Symbol)

Kreis Wesel.  Polizei stellt Kriminalitätsstatistik 2019 vor. Während manche Taten seltener verübt worden, gab es in anderen Bereichen Anstiege. Die Zahlen.

Im Kreis Wesel gab es im vergangenen Jahr so wenige Straftaten wie seit 26 Jahren nicht mehr. Diese positive Nachricht verkündete Landrat und Polizeichef Dr. Ansgar Müller am Dienstagnachmittag – nicht wie üblich, bei einem persönlichen Pressegespräch, sondern, aufgrund der aktuellen Situation rund um die Ausbreitung des Corona-Virus, in einer Pressemitteilung.

Demnach ist die Zahl der Straftaten im Kreis Wesel von 25.582 Taten (2018) auf 23.278 Taten (2019) gesunken. Das sind rund 2300 Straftaten weniger – und eben so wenige wie in den vergangenen 26 Jahren nicht. „Die gute Statistik zeigt, dass das Leben der Menschen im Kreis Wesel wieder ein Stück sicherer geworden ist. Das gilt besonders für den ganz persönlichen Lebensbereich der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Müller. Das sind die wichtigsten Zahlen:

So häufig wurde eingebrochen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in den vergangenen Jahren drei Jahren um insgesamt 56 Prozent zurückgegangen. Verzeichnete die Kreispolizei Wesel 2016 noch 1416 Einbrüche, so waren es 2017 mit 904 Einbrüchen und 2018 mit 783 schon deutlich weniger. In 2019 war die Zahl mit 666 Einbrüchen nochmal deutlich niedriger.

Landrat Müller führte die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen konnte die Polizei seit 2015 konstant mehr als jede zweite „Tat“ aufklären – die Aufklärungsquote lag 2019 bei 51,4 Prozent, in den Vorjahren 2018 bei 53,1, 2017 bei 50,6, 2016 bei 50,2 und 2015 bei 51,8 Prozent. Zum anderen setze die Polizei aber auch auf eine bessere Sicherung der Häuser und Wohnungen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminalprävention beraten Bürgerinnen und Bürger kostenlos, wie sie ihre eigenen vier Wände sicherer machen können“, sagte Müller.

So viele Straßendelikte gab es

Im Bereich der Straßenkriminalität ist die Zahl der Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit 2005. Die Statistik verzeichnet allein vom Jahr 2018 auf 2019 fast 800 Taten weniger (7219 in 2018 und 6420 in 2019). 2010 waren es beispielsweise noch 10.653 Taten. Die Aufklärungsquote in dem Bereich lag 2019 bei 17,3 Prozent – und war somit fast unverändert zu der im Vorjahr (17,4 Prozent).

So viele Gewaltdelikte gab es

Die gemeldeten Straftaten im Bereich der Gewaltkriminalität sind weiter gesunken: 2019 verzeichnete die Polizei hier 770 Taten. In den Vorjahren waren es 841 (2018), 852 (2017) und 939 (2016). Die Aufklärungsquote in dem Bereich lag 2019 bei 82,1 Prozent (2018: 79,8 Prozent). „Das ist die höchste Aufklärungsquote seit fast 20 Jahren“, freut sich Landrat Dr. Ansgar Müller.

So viele Fahrrad-, Laden- und Taschendiebstähle gab es

Auch die Zahl der Fahrraddiebstähle ist erneut gesunken: 2019 registrierte die Polizei Wesel 1546 Diebstähle, 2018 waren es noch 1791, 2017 gleich 2136 und 2016 2581.

Die Zahl der Ladendiebstähle ist seit 2015 ebenfalls kontinuierlich zurückgegangen: Listete die Polizei Wesel vor fünf Jahren noch 1769 Diebstähle, waren es 2019 dann 605 weniger, also 1164.

Deutlich angestiegen ist im vergangenen Jahr hingegen die Zahl der Taschendiebstähle: Von 293 in 2018 auf 418 in 2019.

So viele Tötungsdelikte gab es

Auch die Zahl der Tötungsdelikte ist angestiegen. 2019 listete die Polizei 14, neun davon wurden als Totschlag, fünf als Mord gewertet. In 2018 waren es mit fünf (dreimal Totschlag, zweimal Mord) deutlich weniger.

Das sind die Tatverdächtigen

9370 Tatverdächtige zählte die Kreispolizei 2019, 643 weniger als 2018. 31 Minderjährige und Heranwachsende wurden 2019 in Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften als Intensivtäter eingestuft – darunter waren 21 Heranwachsende, neun Jugendliche und ein Kind.

7071 Tatverdächtige waren Deutsche, 2299 waren Nicht-Deutsche. Die meisten von ihnen kamen aus der Türkei, Rumänien, Syrien, Polen, Serbien, Niederlande, Irak und dem Kosovo.

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