Polizei

Kreispolizei Wesel will Social Media-Kanäle weiter betreiben

Ein Teil des Teams für Öffentlichkeitsarbeit der Polizei: Kristin Heuken, Timm Wandel, Andrea Margraf und Daniel Freitag nutzen auch Facebook, Twitter und Insta für die Polizeiarbeit. (Archivbild)

Ein Teil des Teams für Öffentlichkeitsarbeit der Polizei: Kristin Heuken, Timm Wandel, Andrea Margraf und Daniel Freitag nutzen auch Facebook, Twitter und Insta für die Polizeiarbeit. (Archivbild)

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Die NRW-Datenschutzbeauftragte möchte die Accounts löschen lassen. Die Polizei im Kreis Wesel erklärt, warum Facebook & Co. wichtig sind.

Seit zwei Jahren ist die Kreispolizei Wesel auf allen Social Media Kanälen unterwegs. Allein die Blitzerwarnungen der Behörde sind für viele Facebook-User Kult. Doch nun möchte die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte die Polizeibehörden auf Social Media ausbremsen.

Wie berichtet fordert die Datenschutzbeauftragte Helga Block, die Facebookseiten der Polizeibehörden einzustellen, weil die Betreiber solcher Accounts mitverantwortlich für Datenverstöße seitens der jeweiligen Plattform sind.

Vermisster mithilfe von Facebook gefunden

Die Polizei im Kreis Wesel betont hingegen, wie wichtig diese Möglichkeit ist, mit den Bürgen in Kontakt zu treten. Mindestens ein Vermisster wurde im Kreis Wesel auf diese Weise schon gefunden, berichtet Timm Wandel, Leiter der Pressestelle der Kreispolizei. Außerdem würden Warnmeldungen etwa zu Enkeltrick-Betrügern von jüngeren Social Media-Nutzern an Senioren weitergegeben.

Der Amoklauf in München brachte Behörden zum Umdenken

Die Kreispolizei hat einen Facebook-, Instagram- und Twitter-Account. Vor allem der Amoklauf im Münchener Olympia-Einkaufszentrum im Sommer 2016 habe bei vielen Polizeibehörden zu einem Umdenken geführt. Damals warnte die Polizei über Social-Media-Kanäle die Bevölkerung in Windeseile, das Einkaufszentrum zu meiden und keine Fotos von der Schießerei zu posten, sondern der Polizei zu schicken.

Auf diese Weise sei es möglich, Gefahrenlagen schnell zu kommunizieren. Auch als in der Weseler Innenstadt eine Gasleitung beschädigt war, habe die Polizei die Menschen über Facebook schnell mahnen können, den Platz zu meiden.

Facebook & Co. sind für die Polizei ein einsatztaktisches Mittel. Solange es kein Verbot aus Düsseldorf gebe, werden die Account weiter betrieben, versichert Timm Wandel.

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