Wikingerschach

„Kubb Klub Bruckhausen“ will Meisterschaft in Hünxe starten

Matthias Scheithauer (li.) und Dietmar Hahn haben eine Facebookgruppe gegründet und suchen in Bruckhausen nach Mitspielern beim Kubb.

Matthias Scheithauer (li.) und Dietmar Hahn haben eine Facebookgruppe gegründet und suchen in Bruckhausen nach Mitspielern beim Kubb.

Foto: Lars Fröhlich

Hünxe.   Ein Video berichtet von einer angeblich ausgetragenen Gemeindemeisterschaft im Wikingerschach. Dahinter steckt eine neue Idee aus Bruckhausen.

Es gibt Termine, da weiß ich, was mich erwartet – und dann gibt es Termine wie diese: Ich wage eine Partie Kubb, auch bekannt als Winkingerschach, gegen den amtierenden Gemeindemeister aus Bruckhausen. Ich kenne das Spiel gut, spiele es oft genug bei schönem Wetter im Garten.

Mein Gegner beweist bereits beim ersten Wurf Treffsicherheit – mit Holzstäben wirft er drei Holzklötze auf meiner Seite ab, die sogenannten „Bauern“. Dann bin ich dran, nicht ganz so erfolgreich, dafür regelfest: Die Holzblöcke müssen anschließend ins gegnerische Feld eingeworfen, nicht etwa an der Grundlinie aufgestellt werden, wie es mir mein Gegner weismachen will. Gegen wen ich spiele? Gegen den „Kubb Klub Bruckhausen“.

„Kubb Klub Bruckhausen“ hat sich kürzlich gegründet

Laut sozialem Netzwerk Facebook hat sich der „Kubb Klub Bruckhausen“ erst kürzlich gegründet: am 25. Mai dieses Jahres. Die ersten Einträge beinhalten Informationen zum Spiel – so weit, so gut. „Der Kubb Klub Bruckhausen gibt in dieser Saison alles, um die Gemeinde-Meisterschaft in Hünxe auszutragen“, heißt es weiter – das klingt schon sehr ambitioniert.

Lediglich der Zeitpunkt des Eintrages hätte mich nachdenklich machen sollen: 1.31 Uhr in der Nacht. Ich frage im Namen der NRZ zwecks Treffen für einen Bericht an. Ich frage außerdem nach Utensilien, möchte gerne vor Ort eine Partie Kubb mit dem Klub spielen. Die Antwort darauf irritiert mich: „Wir haben im Moment nur Kinderspiele, da die A-Mannschaft auf einem Turnier in Norwegen ist.“ Da meint es einer aber besonders ernst, oder will mich einfach auf den Arm nehmen. Aber kein Problem, bringe ich halt ein Spiel zum Termin mit.

Kubb-Köpfe sind bereits durch andere Aktionen bekannt

Ankunft am Vereinsheim des TV Bruckhausen, doch wo sind die zahlreichen Mitglieder, die in Hünxe eine Kubb-Gemeindemeisterschaft auf die Beine stellen wollen? Ich treffe auf Matthias Scheithauer und Dietmar Hahn – bekannt von der Kultbühne Bruckhausen, Rock am See und dem Bobby-Car-Rennen. „Wir haben gestern zum ersten Mal miteinander Kubb gespielt“, sagt Matthias Scheithauer. Langsam dämmert es mir . . .

Vor allem haben sie ein Video gedreht, das sie kürzlich auf Facebook veröffentlicht haben: Darin tragen Matthias Scheithauer und Dietmar Hahn Wikingerhelme und haben Kohlefarbe im Gesicht. Die einzelnen Dörfer werden eingeblendet – Krudenburg, Drevenack, Gartrop-Bühl, Bucholtwelmen – immer betitelt mit den Worten „Nicht angetreten“. Dann läuft Mathias Scheithauer mit dem Wurfholz an, das Gesicht zum Kampfschrei verzerrt, er wirft ab, der König fällt – das ist der Sieg für Bruckhausen.

Mit Video wollen sie die anderen Dörfer herausfordern

Die Botschaft: „Wir sind Gemeindemeister“ – damit wollen sie die anderen Dörfer herausfordern, ein Turnier auf die Beine zu stellen. „Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Man kann es mit vielen oder wenigen Teammitgliedern spielen“, sagt Dietmar Hahn – „und auch Achtjährige können Erwachsene schlagen.“

Ich muss mich an diesem Tag gegen den Gemeindemeister geschlagen geben, auch die Revanche geht verloren. „Ihr habt immer Ideen“, sagt ein Mann, der nach unserer Kubb-Partie vorbeischaut, zu Matthias Scheithauer und Dietmar Hahn. Mit solchen Ideen hätte es immer angefangen, sagen sie. Am liebsten wollen sie das Kubb-Turnier gar nicht selbst ausrichten, nur den Anreiz dafür schaffen: „Welcher Ortsteil trägt die Meisterschaft 2017 aus? Wir wären bereit“, steht noch auf ihrer Facebook-Seite geschrieben. Nur die Gegner fehlen noch. Und die finden sich doch bestimmt in Krudenburg, Drevenack, Gartrop-Bühl, Bucholtwelmen und Hünxe, oder?

  • Die NRZ Dinslaken ist auch auf Facebook.

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