Demografie-Tour

Landrat in Dinslaken: Gesundheit ins Bewusstsein bringen

Michael Köster, Dr. Ansgar Müller, Andrea Lang-Zahl und Svenja Krämer (v.l.) im Gesundheitszentrum Lang.

Michael Köster, Dr. Ansgar Müller, Andrea Lang-Zahl und Svenja Krämer (v.l.) im Gesundheitszentrum Lang.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Landrat Dr. Ansgar Müller besuchte auf seiner Demografietour durch den Kreis Wesel auch das Gesundheitszentrum Lang in Dinslaken.

„Wir sind gefordert, auf unsere Gesundheit zu achten und Unterstützung anzunehmen. Das muss in das öffentliche Bewusstsein gebracht werden.“ Im Rahmen seiner Demografie-Tour „Ein ganzes Leben im Kreis Wesel“ besucht Landrat Dr. Ansgar Müller derzeit diverse Einrichtungen, um vor Ort über die Herausforderungen und Perspektiven angesichts der demografischen Entwicklung zu sprechen. Am Dienstag war er im Gesundheitszentrum Lang in Dinslaken zu Gast. Zusammen mit dessen Geschäftsführer Michael Köster, der Geschäftsführerin des Deutschen Zentrums für Stomatherapie, Andrea Lang-Zahl, sowie Svenja Krämer, Wirtschaftsförderung der Stadt Dinslaken, thematisierte der Landrat auch die Rekrutierung von Fachkräften und das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung.

Ein breit gestaffeltes gesundheitliches Reha-Angebot

Zunächst gab es einen kleinen Film, der das breit gestaffelte gesundheitliche Reha-Angebot umriss. Hermann Lang hatte 1937 das Sanitätshaus gegründet, 2000 entstand die Firmengruppe mit heute 437 Beschäftigten. „Ein großer Arbeitgeber mit einer wichtigen Rolle für die Stadt und den Kreis Wesel“, fand Ansgar Müller. Die hohe Zahl immer älter werdender Menschen erfordere einen „größeren Bedarf an Leistungen und auch mehr Personal“, sagte er. Mit dem steigenden Renteneintrittsalter gebe es ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein – und zur Erhaltung der Arbeitskraft geeignete Reha-Maßnahmen.

Im Gesundheitszentrum Lang seien Wellnessbereich und Sauna, ebenso wie Aktivcenter und Kosmetikbereich für jedermann nutzbar. Natürlich sehe er auch den immer größer werdenden bürokratischen Aufwand, etwa die Kostenabrechnung mit den Krankenkassen.

Geschäftsführung: „Wir brauchen eine bessere Kostenvergütung“

Das bestätigte Andrea Lang-Zahl. „Angesichts der demografischen Entwicklung brauchen wir eine bessere Kostenvergütung“, es sei schwierig, mit den Krankenkassen die Beiträge zu verhandeln. Hilfsmittel wie Betten, Rollatoren sowie im Inkontinenz- und Stomaträgerbereich dürften nun nicht mehr ausgeschrieben werden, die Verträge liefen zum 31. Oktober 2019 aus. „Wir müssen an der Front echt kämpfen, um Qualität und Leistung am Patienten vergütet zu bekommen“, so Lang-Zahl. Im Umkreis von bis zu 60 Kilometern würden diese versorgt. Viele Kosten gingen für Administration drauf. Sie bat den Landrat, „unsere Argumente mit nach Berlin zu nehmen“. „Das mache ich gerne“, sagte Ansgar Müller.

Großes Interesse an Präventionskursen wie Rückenschule und Aqua-Gymnastik

„Und wir brauchen mehr Personal, denn ambulant vor stationär wird gerne und immer mehr angenommen“, ergänzte Michael Köster. „Wir könnten noch mehr Patienten behandeln, wenn wir die Kapazitäten hätten. Wir sind Dienstleister und kein Versandhandel, arbeiten von Mensch zu Mensch und unterschreiben keine Verträge, die wir nicht leben können.“

Vor allem das Interesse an Präventionskursen wie Rückenschule („Rücken ist das Thema Nummer eins“), Aqua-Gymnastik und Yoga steige. Ein „Rücken-Mobil“ fahre sogar zu Firmen und trainiere in Pausen die Mitarbeiter, so Köster. „Ideal für den Büroalltag. Arbeitgeber können so deren Krankheitstage reduzieren“, lobte Svenja Krämer. Und ergänzte: „Die Therapeuten sind in diesem Haus nah an den Patienten. Diese werden hier herzlich betreut.“

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