Politik

Landtagsabgeordneter für drei Tage

Der 19jährige Abiturient Dennis Großmann hat drei Tage lang den Landtagssitz von Stefan Zimkeit eingenommen.

Der 19jährige Abiturient Dennis Großmann hat drei Tage lang den Landtagssitz von Stefan Zimkeit eingenommen.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Dinslaken.  Abiturient Dennis Großmann ist Jugendparlamentarier und wurde vom Landtagsabgeordneten Stefan Zimkeit (SPD) eingeladen, dessen Platz im Düsseldorfer Landtag einzunehmen.

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Das Geschehen im Landtag mitzuerleben, ist dank der Modernisierung und der Livestreams bereits möglich. Doch selber an Debatten teilzunehmen und eigene Intentionen vorzubringen, das bleibt ein Privileg der Politiker. Oder?

Durch das Jugendparlament hatte der 19-jährige Dennis Großmann die Möglichkeit, den Sitz des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Zimkeit einzunehmen. So konnte er für drei Tage an Ausschuss- und Plenarsitzungen teilnehmen und für eigene Themen sprechen. Bereits zm dritten Mal vergab Zimkeit seinen Platz an einen jungen Erwachsenen. Großmann wurde gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen vom 18. bis zum 20. Juli begleitet und bearbeitete planspielmäßig zwei Themen: „Keine Fete an Feiertagen“ und „Begleitetes Fahren ab 16“.

Das Thema „Keine Fete an Feiertagen“ wollten die jungen Erwachsenen aber nicht wie vorgegeben bearbeiten, sondern revidierten es komplett und gingen das Problem von der anderen Seite an. Daraus wurde letztendlich, dass es mehr Trauertage für Juden und Muslime geben soll. Außerdem soll es in Zukunft wohl mehr gesetzliche Trauertage geben, die der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer nicht verweigern darf.

Die betroffenen Jugendlichen wurden in einem Crashkurs mit den politischen Formalia vertraut gemacht, wie Zimkeit erklärte. Wobei es natürlich nicht möglich sei, innerhalb von drei Tagen alles beherrschen zu können. Das wiederum führte dazu, dass sich Großmann in der Betreuung „ein bisschen verhätschelt“ vorkam. Dennoch konnte er das nachvollziehen, weil keiner das politische Geschäft wirklich kennt und ein Großteil es noch nie miterlebt hat.

Dabei kam der Spaß an der Politik für Großmann recht überraschend. Nach eigener Aussage begann er sich nach einem „Zusammentreffen mit den Anarchos“ politisch zu orientieren und ließ sich dann in die Schülervertretung wählen. Von dort aus kam er wiederum an einen Platz im Jugendparlament, wo er merkte, dass ihm diese Arbeit richtig gut gefiel.

Insgesamt fand Großmann die ganzen Debatten „ziemlich realistisch“ und wäre nach diesem Erlebnis bereit, den kompletten Weg durch die Partei - von Lokalpolitik bis hin zum Landtag - zu gehen. Sein „geil!“ auf die Frage, wie er die Zeit fand, war stellvertretend für den sichtlichen Spaß, den Großmann hatte.

Außerdem geht der Abiturient davon aus, dass sich das politische Interesse der Jugend in den nächsten Jahren verstärken wird. Laut Zimkeit hatte es abgenommen, war jedoch nie verschwunden.

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