10 000-Euro-Spende

Lepraprojekt von Dr. Drabik ist für ein Jahr gesichert

Dr. Vivet Pai und seine Helfer im Untersuchungs-Zentrum des Bombay Leprosy Projekts in Mumbai.

Dr. Vivet Pai und seine Helfer im Untersuchungs-Zentrum des Bombay Leprosy Projekts in Mumbai.

Foto: privat

Dinslaken.  Ein Weihnachtsgeschenk für Dinslakens Ärztin und die Leprakranken in Indiens Metropole Mumbai. Dank einer Spende kann die Arbeit dort weitergehen.

Anfang Dezember plagten Lepraärztin Romana Drabik noch große Sorgen – war die Spendenbereitschaft doch in diesem Jahr merklich zurückgegangen und dadurch das Lepraprojekt in Mumbai (Bombay) in ernster Gefahr. „Können wir die 10 000 Euro nicht aufbringen, muss die Station geschlossen werden“, klagte sie zu Nikolaus gegenüber der NRZ. Inzwischen ist die quirlige Ärztin wieder guter Dinge, denn alles hat sich zum Besten gewandelt. Es gingen Spenden auf das Leprakonto ein, allein ein Einzelspender überwies 10 000 Euro für die Arbeit in Mumbai.

„Ich habe die frohe Botschaft sofort an Dr. Vivek Pai gemailt und bin mit Dankesworten überschüttet worden“, erzählt Romana Drabik. Verständlich, denn die Leprakranken in der indischen Stadt werden ausschließlich von Dinslaken aus betreut und eine Aufgabe des Projektes hätte furchtbare Folgen gehabt. Doch wenn es hart auf hart kommt, scheint sich Romana Drabik auf ihre Spender verlassen zu können. Darüber ist die Ärztin auch sehr glücklich.

In Indien gibt es – weltweit gesehen – die höchste Zahl der alljährlich neu entdeckten Leprakranken. „Ohne unseren intensiven Einsatz würde das Bombay Leprosy Project nicht aufrecht zu erhalten sein“, so die Lepraexpertin. „Die medizinische und soziale Situation in der 16-Millionen-Stadt ist weiter katastrophal. Die Leprakranken werden jedoch im Projekt aufgefangen und medizinisch versorgt. Sie haben dort die Möglichkeit gesund zu werden. Wir schützen sie außerdem vor Spätfolgen der Krankheit, vor Verstümmelungen und Blindheit“, erzählt sie.

In den ehemaligen Sowjetrepubliken hingegen ist die Lepraarbeit so gut wie abgeschlossen. Hier allerdings sei weiterhin Aufklärungsarbeit bei den Medizinstudenten zu leisten, denn nach wie vor sei die Lepraphobie groß. Romana Drabik hat bereits mehrere Lepraärzte „überreden“ können, an den jeweiligen Universitäten Vorträge zu halten. Auch werden weiterhin Ärzte durch die Spenden aus Dinslaken geschult.

Da sie sich nicht mehr ganz so intensiv um die Lepra in den ehemaligen Sowjetrepubliken kümmern muss, habe sie genügend freie Kapazitäten, um sich um neue Projekte zu kümmern, fand die Ärztin. Hatte sie doch die Gesundheitsminister von Tadschikistan gebeten, sich um taubstumm geborene Kinder zu kümmern. Jedes zehnte Kind käme nämlich dort taub zur Welt, eine Operation im Iran sei zu teuer. Nun, auch darin hat Romana Drabik Erfahrung sammeln können und rief sofort ein neues Hilfsprojekt ins Leben. Ärzte und Logopädinnen wurden in Weißrussland geschult, ein Audiometer angeschafft und so kann man nun in Tadschikistan die Probleme bewältigen. So weit, so gut. Wäre nicht Zamura, eine Frau aus Karakalpakstan, beim Lepramarsch gewesen. Die erzählte Dr. Drabik nämlich von der gleichen Situation in ihrem Land.

Auch hier der kurze Draht vom Gesundheitsminister aus Karakalpakstan zu Romana Drabik – und schon kümmert sich die Ärztin auch um die 280 Kinder, die dort in Behandlung sind. „Die Weißrussen werden nun nicht nur Ärzte in Tadschikistan sondern auch in Karakalpakstan unterrichten“, freut sich Drabik. „Und das alles geht allein von Dinslaken aus.“ Damit es aber weitergeht, werden noch Spenden benötigt. Wer sich einsetzen möchte, kann sich an Dr. Romana Drabik, 02064/39486, oder an das Pfarrbüro St. Vincentius, 02064/8293590, wenden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik