GNADENHOCHZEIT

Liebe seit 70 Jahren! Voerder Ehepaar feiert Gnadenhochzeit

Wilhelm und Roswitha Küster feiern Gnadenhochzeit. Sie sind seit 70 Jahren verheiratet und lieben sich nach wie vor.

Wilhelm und Roswitha Küster feiern Gnadenhochzeit. Sie sind seit 70 Jahren verheiratet und lieben sich nach wie vor.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.   Roswitha und Wilhelm Küster aus Voerde sind seit 70 Jahren verheiratet. Ihr Geheimnis: „Aus Verliebtheit wurde Liebe und tiefe Verbundenheit“.

Das Fest der Gnadenhochzeit feiern am Dienstag Wilhelm (92) und Roswitha (88) Küster. Zugleich feiert Wilhelm Küster heute seinen 92. Geburtstag. 70 Jahre verheiratet – fast ein ganzes Leben lang. „Hochzeit feiert man, um zusammenzubleiben“, sagt Wilhelm Küster. „Ich bin mit ihr zufrieden, sie mit mir – so bleibt man ein Leben lang zusammen.“

„Ich habe mich sofort verliebt“

Wilhelm Küster lacht. „Scherz beiseite – wir sind im Laufe der Jahre zusammengewachsen, aus Verliebtheit wurde Liebe und tiefe Verbundenheit.“ Wilhelm Küster hofft, noch viele gemeinsame Hochzeitstage feiern zu können, denn „wir sind noch relativ gut drauf“. Kennengelernt haben sie sich in einem Tanzlokal in Raffelberg „Ich war mit einem Kollegen dort, als ich meine Frau sah und mich sofort in sie verliebte.“

Hochzeit in Raten

Das war nach dem Krieg, in den er noch für ein Jahr musste. Am 18. Mai 1945 wurde er verwundet, lag im Lazarett. Als er sich wieder erholt hatte wurde 1949 geheiratet. „Anfangs hatten wir noch keine Wohnung, die musste erst durch den Alliiertenrat genehmigt werden. So feierten wir Hochzeit in Raten, meine Frau wohnte bei einer Tante, ich bei meinen Eltern.“

Seit 1960 leben die Küsters in Voerde

Als Maschinenschlosser arbeitete Wilhelm Küster auf einer Schiffswerft in Duisburg, seine Frau Roswitha hatte das Pelznäherhandwerk gelernt, arbeitete zeitweise in dem Beruf.

Bei einer Betriebsbesichtigung auf der BP in Friedrichsfeld, die zu jener Zeit zwei Schiffsumbauten für Benzintanker in Auftrag gaben, wurde Wilhelm Küster abgeworben. „In Bucholtwelmen stand eines der größten BP-Werke, es wurde mehr Geld geboten, eine Wohnung, da habe ich angenommen.“ 1960 zog das Paar nach Voerde, bekam dort gleich eine Wohnung. 1983 wurde der Maschinenschlosser pensioniert.

Jetzt haben sie „mehr Zeit füreiander“

„Wir wohnen bis heute noch in unserem Haus. So lange es geht, wollen wir auch hier bleiben“, erzählt Wilhelm Küster, der bis vor kurzem noch selbst den Rasen gemäht hat. „Jetzt haben wir uns Hilfe fürs Grobe geholt. So haben wir auch mehr Zeit füreinander“, sagt er.

Als Roswitha das Paddel zerbrach

Als ehemaliger Schiffsbauer liegt ihm natürlich das Wasser und der damit verbundene Sport. So ist er seit Jahren im Kanu-Club Friedrichsfeld Mitglied. „Als wir 1960 nach Voerde zogen, wurde ich sofort Mitglied“, erinnert er sich. „Damals haben wir viele Touren unternommen.“

Wilhelm Küster lacht: „Meine Frau ist nicht die stärkste, aber bei ihrer ersten Fahrt hat sie doch tatsächlich geschafft, das Paddel zu zerbrechen.“ Im eigenen Boot seien sie damals auf dem Kanal unterwegs gewesen. Bei der Schleuseneinfahrt sei es passiert: ein Paddel ins Wasser, zwei Teile kamen wieder hervor unter dem Gelächter der Schleusenwärter.

Dienstag wird gefeiert - Gnadenhochzeit und Geburtstag

Gefeiert wird Dienstag erst einmal der Geburtstag mit Sohn, Schwiegertochter, Enkelin, ihrem Mann und dem Urenkel. „Später wird dann die Gnadenhochzeit gefeiert mit der Familie, den früheren Kollegen und den Freunden. Und natürlich auch den Nachbarn, „denn davon haben wir viele tolle.“

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