Soziales

Mehr Geld für Flüchtlingsbetreuung

Eröffnung der Erweiterung an der Fliehburg.

Eröffnung der Erweiterung an der Fliehburg.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Dinslaken.   Stadt Dinslaken erhält 340 000 Euro zusätzlich von Bund und Land. 1,3 Millionen Euro zahlt sie selbst.

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Dinslaken bekommt 340 000 Euro zusätzlich zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen. Das Geld hätten Land und Bund auf Grundlage des Flüchtlingsgipfels zugesagt, teilen die SPD-Abgeordneten Dirk Vöpel und Stefan Zimkeit mit. „NRW lässt die Kommunen mit den Flüchtlingskosten nicht allein“, sagt Zimkeit. Land und Bund, so der Bundestagsabgeordnete Dirk Vöpel, „werden damit ihrer Verantwortung gerecht.“

Insgesamt 108 Millionen Euro erhalten die Kommunen in NRW 2015 zusätzlich, so die Abgeordneten, außerdem stelle das Land den Städten Mittel u.a. für zusätzliche Plätze in offenen Ganztagsschulen, Personal in den Kitas, Gesundheitskosten zur Verfügung.

In der Dinslakener Stadtverwaltung freut man sich laut Stadtsprecher Horst Dickhäuser natürlich über das Geld. „Das ist besser als nichts. Alles was wir bekommen, ist wichtig.“ Noch lieber wäre der Stadt allerdings, „wenn wir kostendeckende Transfers bekämen.“

Denn davon kann auch mit der neuerlichen Zuwendung keine Rede sein. Mit rund 2,1 Millionen bezifferte die Stadt die Kosten für die Flüchtlinge Ende Oktober – inklusive Fliehburg-Miete, Personalkosten, Sozial- und Krankenhilfe. Mittlerweile hat die Stadt das Gelände für eine sechsstellige Summe gekauft. Von den 2,1 Millionen Euro übernimmt das Land bisher 400 000 Euro – nun 740 000 Euro.

Die Häuser in der Fliehburg sind, kaum renoviert, schon belegt. Von Sommer 2013 bis jetzt stieg die Zahl der Flüchtlinge in der Fliehburg von 120 auf 316, 135 weitere Menschen sind in Wohnungen untergebracht. Bei der Stadt rechnet man mit weiteren Menschen, die in Dinslaken Zuflucht suchen, von einem Rückgang sei nichts zu spüren, so Dickhäuser. Und weil der Verwaltung neue Flüchtlinge sehr kurzfristig, eine Woche vor deren Ankunft, angekündigt würden, müsse man „den Umständen entsprechenden, angemessenen Wohnraum bereit halten“. Die Stadt erwägt nun, Flüchtlinge vorübergehend auch in den leergezogenen Wohnungen an der Karlstraße unterzubringen.

Verglichen mit anderen Städten sei Dinslaken mit der Fliehburg noch gut aufgestellt, sagt Horst Dickhäuser etwa mit Blick etwa auf die Duisburger Zeltstadt. Stefan Zimkeit betont, wie wichtig die Willkommenskultur vor Ort ist: „Viele Flüchtlinge kommen mit schrecklichen Erfahrungen und schweren Traumatisierungen. Es ist gut zu sehen, mit wie viel Hilfsbereitschaft Flüchtlingen in Dinslaken begegnet wird.“

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