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Mehrere Neueröffnungen in der Dinslakener Innenstadt

Für die ehemalige Netto-Filiale an der Roonstraße wurde schnell ein Nachfolger gefunden. Am 28. Februar eröffnet Tedi hier mit einem „modernen Konzept“.Derzeit wird umgebaut.

Für die ehemalige Netto-Filiale an der Roonstraße wurde schnell ein Nachfolger gefunden. Am 28. Februar eröffnet Tedi hier mit einem „modernen Konzept“.Derzeit wird umgebaut.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Tedi geht ins ehemalige Netto-Lokal, an die Neustraße kommt eine Espresso-Bar, La Vedera ist wieder offen, Vero Moda zieht in die Neutor-Galerie.

Vor einem Vierteljahr noch schlug Dinslakens Wirtschaftsförderin Svenja Krämer Alarm: Zehn Prozent leere Verkaufsflächen an der Neustraße drohten zu einem strukturellen Problem zu werden, hinzu kam der Auszug von Netto an der Roonstraße. Derzeit entspannt sich die Lage: In der Neustraße hat La Vedera neu eröffnet, an der Neustraße 38 folgt Anfang Mai die italienische Espressobar „Barese“, Vero Moda eröffnet im Frühjahr in der Neutor-Galerie – und für die Netto-Immobilie wurde ein Nachmieter gefunden: Am 28. Februar eröffnet hier Tedi seine dritte Filiale in Dinslaken.

Wirtschaftsförderin: „Es geht wieder bergauf“

„Es geht wieder bergauf“, freut sich Svenja Krämer mit Blick auf die Neustraße. „Es sind wieder Anfragen da, es werden wieder Konzepte umgesetzt. Wir sind wieder optimistischer.“ In der Altstadt sei die Situation relativ stabil – auch, wenn der Dekoladen an der Ecke Duisburger Straße wohl aufgebe.

Friedrich-Ebert-Straße „als Einzelhandelslage aufgegeben“

Die Friedrich-Ebert-Straße, an der seit Jahren Lokale leer stehen, habe die Stadt hingegen „als Einzelhandelslage aufgegeben. Wir werden es nicht schaffen, diese Vielzahl an Lagen und die vielen Verkaufsflächen am Leben zu erhalten.“

Die Wirtschaftsförderung konzentriere sich darauf, die „lebensfähige Lage zwischen Neutor-Galerie mit dem Anhängsel Bahnstraße über Neustraße bis zur Altstadt zu erhalten.“ Die sogenannten Nebenlagen versuche die Stadt anders zu entwickeln - „etwa als Dienstleistungsstandorte wie an der Friedrich-Ebert-Straße.“ Ohnehin würden Handelsverbände einen Rückgang der Einzelhändler in den kommenden Jahren prognostizieren. „Wer macht sich heute im Einzelhandel noch selbstständig?“ fragt Svenja Krämer. Das ist an den verschiedenen Standorten geplant:

Das plant Tedi an der Roonstraße

Mit einem neuen Konzept will Tedi an der Roonstraße im ehemaligen Netto-Lokal am 28. Februar starten. Auf 1080 Quadratmetern sollen mehr als 5000 verschiedene Produkte angeboten werden. Das Sortiment soll Haushalts-, Party-, Heimwerker- und Elektroartikel, Schreib- und Spielwaren sowie Drogerie- und Kosmetikprodukte umfassen. Außerdem soll es Zubehör für Auto, Fahrrad und Garten sowie Saisonales angeboten werden. Das Geschäft soll montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr geöffnet haben. Neun Mitarbeiter werden hier beschäftigt sein.

„Barese“ mit italienischem Flair

Eine Espressobar in Dinslaken – das ist seit zehn Jahren der Traum von Francesco Ratti. Nun verwirklicht ihn der 37-Jährige. Mit „BA’RE:SE“ will er Ende April/Anfang Mai italienisches Lebensgefühl in die Neustraße bringen. 40 Sorten Espresso und Kaffee soll es hier geben – allesamt aus Italien. Francesco Ratti selbst kommt aus Bari in Apulien – daher der Name der Bar. Auch Kaffee aus der Heimat will er in seiner neuen Heimat Dinslaken – er wohnt hier seit 2002 – ausschenken und verkaufen. Dazu soll es kalte Küche geben – Focacaccia, Ciabatta – Tee, sowie mehrere Gin-Sorten. Auch Gin-Nachmittage will der 37-Jährige veranstalten. Die geplanten Öffnungszeiten: 9 bis 19 Uhr.

Seit Anfang des Monats renoviert er das ehemalige „Bonita“- Ladenlokal. 25 bis 30 Tische und eine Bar sollen hier Platz finden, auch draußen sollen die Gäste sitzen können. Die Möbel fertigt der gelernte Modellschreiner zu einem großen Teil selbst. Viel Holz und Metall sollen sich in der „Barese“ zu einem industriellen Stil vereinigen. Wirtschaftsförderin Svenja Krämer ist begeistert von dem hochwertigen Konzept: „Das wird sehr, sehr schön“.

Exklusives bei „La Vedera“

„Sehr schön“ – das sind die Worte, die viele Kunden beim Betreten von „La Vedera“ sagen. Kirsten und Detlef Pauls haben das Innere des Ladenlokals neu gestaltet. Luftiger ist es geworden, die Gänge breiter.

Strahler sorgen für Helligkeit. Die Geschäftsinhaber haben schon 2009 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – mit elektromechanischen Steckverbindungskomponenten. Vor drei Jahren haben sie zusätzlich das Dekogeschäft „Deine Freude“ an der Bahnstraße eröffnet und nun „La Vedera“ übernommen. Eigentlich wollten sie beiden Geschäfte behalten – aber es fand sich nicht genügend Personal. „Deine Freude“ ist deswegen seit Anfang Februar geschlossen. An der Neustraße wurde ein Teil des Sortiments von „La Vedera“ behalten, anderes ist exklusiv in Dinslaken. Der „Ixxxi“-Schmuck etwa, dessen Ringe sich selbst bestücken und verwandeln. Oder die „Lachenden Tassen“ - zu denen es, wie Detlef Pauls erzählt, sogar Videos gibt. Auch hochwertige Gläser und Tassen gibt es. Zwei Mitarbeiterinnen wurden übernommen.

Vero Moda kehrt im Mai zurück

Überrascht war Wirtschaftsförderin Sevnja Krämer von der Neueröffnung von Vero Moda in der Neutor-Galerie. Das Unternehmen hatte seine Filiale

an der Neustraße im März 2017 geschlossen und den Standort verlassen wollen, so Svenja Krämer. In der Neutor-Galerie will das Unternehmen Anfang Mai auf 250 Quadratmetern mit neuem Konzept eröffnen. Dinslaken sei für Vero Moda „langfristig ein interessanter Standort“, so das Unternehmen auf NRZ-Nachfrage. Die Stadt biete „einen guten Anlaufpunkt für die nähere Umgebung und das Umland“ wie etwa die Niederlande. Eine „Veränderung der Mietsituation“ habe die Möglichkeit eröffnet, in die Neutor-Galerie zu ziehen.

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